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Ich weiß nicht ob DGB-Chef Michael Sommer die letzten Monate nicht in Deutschland war oder ob er als DGB-Chef künftig die Arbeitgeber vertreten möchte.
Nach monatelangen Streit wurde zwischen der Bahn und der GdL ein Tarifvertrag ausgehandelt, er war ein für beide Seiten schmerzhafter Kompromiss, aber es war eine Einigung erzielt. Dieser Vertrag wurde bereits von der GdL unterschrieben, doch Bahnchef Hartmut Mehdorn weigert sich diesen Vertrag zu unterschreiben. Mehdorn wird wortbrüchig und dann ist es doch ganz klar, dass dies die GdL nicht einfach so hinnimmt, denn schließlich hat der Bahnchef den damals ausgehandelten Vertragsentwurf unterschrieben. Doch anstatt Mehdorn zu kritisieren, zieht der DGB-Chef über die GdL her und nennt sie egoistisch. (siehe Passauer Neue Presse) Ich kann dazu nur sagen, damit hat er sich als Vorsitzender des DGB disqualifiziert.
Und man sollte ihm in diesem Zusammenhang auch mal fragen, wer hier egoistisch ist. Lokführer dürfen nicht für anständige Löhne kämpfen, aber Kindergärtnerinnen und Pflegepersonal in Krankenhäusern schon.
Sommer bemängelt die Solidarität der GdL mit den anderen Gewerkschaften. Aber was kann denn die GdL dafür, wenn sich die anderen beiden Gewerkschaften nicht für die Interessen ihrer Mitglieder einsetzen und schlechtere Verträge mit der Bahn abschließt und sogar noch die Bahnprivatisierung unterstützen, der zu einem weiteren Stellenabbau führen wird. Heißt der DGB etwa diese fehlgeleitete Bahnpolitik gut? Will der DGB die Profitgier der Bahn, aber auch einzelner Politiker unterstützen?
Und wo war die Solidarität des DGB als Hartz-IV eingeführt wurde? Wo war da der DGB, als die Politik beschlossen hat, dass künftig Millionen von Menschen Armut leben müssen. Es hat lange gedauert bis von dort Kritik zu hören war, doch dann hat sich der DGB wieder der SPD zugewandt und ihre neoliberale Politik unterstützt.

Anstatt sich jetzt solidarisch mit der GdL zu zeigen, fällt der DGB ihr in den Rücken und unterstützt den Wortbruch von Hartmut Mehdorn. Hartmut Mehdorn hatte seine Unterschrift zum Vertragsentwurf gegeben, um anschließend neue Forderungen aufzustellen, dass ist die Wahrheit, von der GdL kamen keine neuen Forderungen. Sie war zu schmerzhaften Kompromissen bereit und steht nun wieder als Sündenbock da. Dabei sollte Michael Sommer auch wissen, dass unter solchen Voraussetzungen ein Bahnstreik viel eher zu vermitteln ist, als wenn Kindergärten bestreikt werden. Dafür fehlt den Menschen im Land jegliches Verständnis. Wer dann auch noch ganztägige Warnstreiks durchführt, der macht sich auch bei den Arbeitgebern nicht beliebt.
Die Bahn schreibt Gewinne und will keine anständigen Löhne zahlen, die Kommunen stehen trotz erstmaliger Überschüsse immer kurz vor der Pleite und sollen einen Vertrag unterschreiben, der sie in die Pleite führt. Wenn der DGB seinen Willen durchboxt, dann können z.B. in Sachsen-Anhalt die drei Großstädte Magdeburg, Halle/S. und Dessau die meisten freiwilligen Ausgaben einstellen, da ihr Haushalt dann vom Landesverwaltungsamt beschlossen wird. Sie stehen heute bereits unter Aufsicht und dann können sie das Licht endgültig ausschalten.
Es ist richtig, dass die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst anständig bezahlt werden müssen und auch ihre Familien ernähren können. Aber wenn die Gewerkschaften sich solidarisch zeigen wollen, dann sollten sie die Bundesregierung in die Pflicht nehmen, damit sie endlich den Gemeinden und Kommunen, aber auch den Bundesländern mehr Geld gibt, denn erst dann können die Forderungen erfüllt werden. Aber das kann ja ein Michael Sommer nicht tun, denn das hieße ja Kritik an Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) üben, der ganz nebenbei gesagt, die Bahnprivatisierung und den neuen Kurs der Bahn unterstützt und ihr weniger Geld geben möchte. Was zur Folge hat, das die Löhne gedrückt werden und Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. Peer Steinbrück ist einer der großen Befürworter der Privatisierungspolitik und will diese weiter vorantreiben und am Ende stehen noch mehr Menschen auf der Straße. (siehe NachDenkSeiten) Doch anstatt dort die Stimme zu erheben und dagegen zu kämpfen und sich solidarisch zu zeigen, wird die einzige Gewerkschaft die sich gegen eine Bahnprivatisierung wendet, kritisiert. Damit macht sich der DGB überflüssig.

Wenn es nicht so traurig wäre, dann wäre es schon fast zum lachen. Die Wirtschaftsverbände, aber auch einige Politiker der Union haben eine riesengroße Angst vor einem Linksruck in Deutschland. Sie malen deshalb auch schon eine düstere Zukunft an die Wand. Man warnt mit aller Vehemenz vor einem Erstarken der Linken und dass sich die SPD, aber auch die CDU Richtung links bewegen könnten. Der wirtschaftliche Aufschwung würde sofort ein Ende finden, als ob er schon begonnen hätte. Millionen Arbeitsplätze wären gefährdet, etwas ganz neues. Ganz schlimm wäre die Einführung eines Mindestlohnes, dass wäre das Ende alle Konzerne und Unternehmen in Deutschland. Ganz nebenbei gesagt, haben nach Großbritannien, Frankreich und Irland, zwölf weitere EU-Mitgliedsstaaten zum Jahresbeginn ihren Mindestlohnsatz erhöht. (siehe Hans-Böckler-Stiftung) Wenn diese Angst nur von den Wirtschaftsverbänden kommen würde, so könnte ich es ja noch verstehen, schließlich ist ihr Ziel ja der größtmögliche Gewinn, koste es was es wolle, aber das auch einige Politiker davor Angst das ist doch schon recht verwunderlich. Wenn es dann auch noch die gleichen sind, die die Praxis von Nokia kritisieren, die aus reiner Gewinngier ihr Werk in Bochum schließen wollen, dann wird es albern. Entweder sie wollen diesen Turbokapitalismus, der keinerlei Rücksicht auf die Menschen nimmt, oder sie wollen ihn nicht. Wenn sie ihn wollen, dann müssen sie es auch sagen und sollten auch den Menschen im Vorfeld die Folgen einer solchen Politik erklären. Denn nicht der Linksruck kostet Arbeitsplätze, sondern die reine Geldgier deutscher Manager, gepaart mit deren Unfähigkeit ein Unternehmen zu führen. Wenn dann auch noch der Gesetzgeber eine Förderpolitik auf die Menschheit loslässt, die völlig verrückt ist, dann sollte man sich im Nachhinein nicht wundern, dass einige weniger unfähige Manager diese Praxis auch ausnutzen und zum Vorteil ihrer Unternehmen verwenden und so viele Fördermittel wie nur möglich einstreichen und dennoch Arbeitsplätze abbauen. Ich kann es ihnen nicht einmal verdenken.
Zumal der Mindestlohn auch gar keine Arbeitsplätze gefährden kann, diejenigen die heute vor ihm warnen, also aus den Reihen der Wirtschaft, sind doch nicht einmal von ihm betroffen, außer sie beteiligen sich so wie der Springerkonzern an Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nur ausbeuten wollen. Die Mitarbeiter aller großen Konzerne und Unternehmen in Deutschland werden doch nach Tariflohn bezahlt, also existiert dort bereits ein Mindestlohn und dieser Mindestlohn wird zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften festgelegt. Auch für die vielen Zeitarbeiter in diesen Firmen gibt es einen Mindestlohn, über dessen Höhe sicherlich auch gestritten werden kann. Im Baugewerbe gibt es schon lange einen Mindestlohn und die deutschen Unternehmen sind froh das es ihn gibt, denn somit können sie gegen die Billigkonkurrenz endlich wieder bestehen. Nur im Dienstleistungsgewerbe gibt es keinen Mindestlohn, doch welch großer Konzern ist dort tätig? Wenn dann nur über einen Call-Center und für diese Mitarbeiter gilt ebenfalls ein Tariflohn. Warum dann diese Aufregung? Haben die Bosse Angst, dass sie ihrer Putzfrau in Zukunft ein paar Euro mehr zahlen müssen? Wenn es das ist, da findet sich doch sicherlich eine Lösung, dann muss es halt eine Spendengala im Fernsehen geben, damit der von der Armut bedrohte Wirtschaftsboss seine Putzfrau bezahlen kann, während er in der Karibik Urlaub macht. Vielleicht kann ihm so die Angst genommen werden und er kann wieder beruhigt einschlafen, während er die Mitarbeiter die morgen entlassen werden über einen Zaun springen lässt und sie dabei zählt.
Oder haben sie Angst davor und auch die Politiker der Union, dass die Menschen in Deutschland mündig werden und sich nicht mehr alles gefallen lassen. Jahrelang ging dieses Wechselspiel gut, es gab zwei große Parteien, sie nannten sich Volksparteien, wenn es schlecht lief dann wurde die eine abgewählt und weil es danach nicht besser lief. wurde wieder die andere gewählt. Aber die gutbezahlten Posten waren den Politikern sicher.  Doch och weh, mit einmal haben wir 5 Parteien in Deutschland und der Wähler spielt nicht mehr so mit wie er es sollte. Er schaut sich die Programme dieser Parteien an und vergleicht und er schaut sich auch die Politiker an, vor allen schaut er sich ihre Taten an und das was sie sagen. Es wird zwar immer gesagt die Politikverdrossenheit wächst immer mehr, dass stimmt aber nur zu einem Teil. Die Wahlbeteiligung wird zwar immer geringer, aber zurück bleiben durchaus sehr politische Wähler, die genau wissen wem sie ihre Stimme geben und warum und es sind nicht nur reine Protestwähler, die der Linkspartei ihre Stimme geben. Sie haben zwar die Nase voll von der Politik, die in Berlin gemacht wird, aber sie wissen genau warum sie der Linken ihre Stimme geben, es gibt schließlich noch genügend andere Parteien, die nun wirklich als reine Protestparteien gelten. Diese Wähler wollen eine neue Politik in diesem Land haben, sie haben von den Lügen und der Ausbeutung die Nase voll, dies ist durchaus ein Protest, aber sie trauen der Linken am ehesten zu, hier etwas zu verändern. Wenn sich heute die SPD wieder an die sozialdemokratischen Traditionen erinnert und Richtung links schwenkt, so ist dies auch ein Verdienst der Linken und eine linke Politik und linksgerichtete Politiker bedeuten nun wirklich keine Gefahr für den wirtschaftlichen Aufschwung. Hier kann auch das Beispiel Ostdeutschland herhalten. Nach der Wende regierte überall die CDU zusammen mit der FDP und alles ging krachen und die Konkurrenzkonzerne aus dem Westen taten genau das was heute Nokia in Bochum macht. Sie kamen her, kassierten ab und verschwanden und zurück blieben die Arbeitslosen. Ein paar Jahre später kam es fast überall zu einem Linksruck und plötzlich entstanden kleine Wirtschaftsoasen. Die Landespolitik hatte ihren Anteil daran, aber vor allen die Lokalpolitiker vor Ort, die alle Hand in Hand gearbeitet haben, unabhängig vom Parteibuch. Dies tun sie auch heute noch. Wenn ich sehe wie sehr sich die Politiker in meinem Kreis um Otto bemüht haben, oder später um Euroglas, dann ist das schon bewundernswert. Auch wenn der Landrat von der CDU gestellt wird, so gibt es hier doch eine starke Linke, die sich immer zu Wort meldet, doch dies hat keine Firma davor abgeschreckt hier zu investieren und im Gegensatz zu anderen Orten wird nicht einfach mal so nach Ablauf der Fristen der Standort wieder geschlossen. Der Großteil der Unternehmen die in Sachsen-Anhalt investieren bleibt auch hier, der ist nicht auf den schnellen Euro aus und das obwohl Sachsen-Anhalt durchaus ein sehr rotes Land ist und das hat hier Tradition. Schon vor 100 Jahren galt Sachsen-Anhalt, bzw. seine Vorgänger als die Wiege der Arbeiterbewegung und dennoch war es der Wirtschaftsstandort in Deutschland. Obwohl Magdeburg eines der Zentren der Sozialdemokratie war, blühte die Wirtschaft. Da stellt sich doch die Frage warum dem so war. Denn nur wo es den Menschen gut geht, kann die Wirtschaft wachsen und zwar dauerhaft. Gewinnmaximierung um jeden Preis ist noch nie gut gegangen und das sollten sich die Wirtschaftsbosse hinter die Ohren schreiben. Was die Gier nach dem größten Gewinn auslöst, dass konnten wir letzte Woche wieder erleben. Die Kurseinbrüche an den Börsen haben dies gezeigt, wer immer mehr haben will, fällt böse auf die Nase. Gewinne müssen sein, denn sonst kann ein Unternehmen nicht existieren, aber jeder Manager sollte auch an die Zukunft denken und daran das sein Unternehmen, für das er heute tätig ist, auch noch in 20 oder 30 Jahren in der Lage ist, Gewinne zu machen. Wenn ich es heute zum Vorteil der Aktionäre ausbeute, dann habe ich zwar heute viel Geld, aber morgen nichts. Daran sollten sie denken und entsprechend handeln, anstatt sich hinzustellen und etwas an die Wand zu malen, was nicht existiert. Sie sollten lieber ihre Kraft dafür verwenden, dass die Wirtschaft wirklich wachsen kann und das Arbeitsplätze gesichert und neu geschaffen werden, gleiches gilt auch für die Politiker. Sie wurden gewählt damit sie etwas für ihr Geld tun, damit sie etwas für die Menschen im Land tun.

Die Politiker, die sich derzeit immer gerne in den Vordergrund drängen und eine neue Wertekultur fordern und das sich Ausländer an unsere Werte und Kultur anpassen müssen, haben hoffentlich gestern Abend die ARD eingeschaltet gehabt und sich den Bericht über die Machenschaften einiger Sparkassen angeschaut.
In der Sendung “die story: Und plötzlich ist das Haus weg” wurden Einzelschicksale vorgestellt, die einen sprachlos machen. Die Sparkasse verscherbelt einfach mal so Kredite und Darlehen an sogenannte Hedgefonds aus den USA, mit schlimmen Folgen für die Kreditnehmer, sie sind am Ende ihr Haus los und das obwohl sie Monat für Monat die Raten für ihre Kredite bezahlt haben. Diese Heuschrecken aus den USA machen mit diesen Geschäften einen Millionenprofit und für die Sparkassen fällt auch noch einiges ab. Nur für Hausbesitzer sieht es schlecht aus, sie sind miteinmal in ihrer Existenz bedroht, die Verzweiflung geht soweit, dass sie sogar Selbstmord begehen, so wie es eine Renterin tat, die plötzlich ihr Haus verkaufen sollte um den Kredit zurückzahlen zu können. Denn die Hedgefonds wollen die Kredite ja nicht in Monatsraten zurückgezahlt haben, sondern sie wollen sofort die volle Summe und wenn es ganz schlimm kommt, wollen sie die gesamte Summe haben über die sich die Grundschuld beläuft. Was also heißt der Kreditnehmer muss auch noch einmal die bereits an die Sparkasse gezahlten Raten an den Hedgefond zahlen.
Und die Politik schweigt dazu, nein, dass stimmt nicht, mit ihren Schweigen unterstützt sie diese Praxis.
Dabei fordert sie doch immer wieder die Grundwerte ein, vor allen von den Ausländern. Doch gehört zu diesen Werten, dass wir anderen Menschen einen Schaden zufügen? Das wir Menschen gewissenlos in eine Existenznot schicken, dass wir sie regelrecht ausrauben, sie sogar in den Freitod treiben? Sind dies die Werte unsere Gesellschaft? Soll sich unsere Jugend an diesen Menschen ein Vorbild nehmen? Denn es besteht kein Unterschied darin ob ich jemanden 10 Euro klaue oder das ganze Haus, Raub ist Raub und genau das geschieht hier. Menschen werden ausgeraubt und das im großen Stil. Der Überfall auf der Straße ist abscheulich, aber diese Art von Überfall ist nicht besser.
Wenn wir von unserer Jugend und auch von den Ausländer die Einhaltung unserer Werte einfordern, so müssen wir sie erst einmal wiederherstellen und solche Machenschaften sofort beenden und diejenigen die sich daran beteiligt haben, gehören vor ein Gericht gestellt. Dann können wir auch wirklich sagen, wir haben hier bestimmte Spielregeln und an die hat sich jeder zu halten. Doch wenn wir immer nur fordern, aber sie selber nicht einhalten wollen, machen wir uns unglaubwürdig und dann brauchen wir uns auch nicht zu wundern, dass sie nicht eingehalten werden.

Kaum ist eine Einigung im Tarifstreit zwischen der Bahn und der GdL erzielt, zeigt sich Bahnchef Hartmut Mehdorn als schlechter Verlierer und das obwohl er nicht einmal richtig verloren hat. Er droht nun mit Entlassungen und Fahrpreiserhöhungen und weil das nicht ausreicht, ist er auch noch sauer auf den Vermittler zwischen beiden Seiten. (siehe stern) Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee  (SPD)  wird von Mehdorn für die kommenden Entlassungen verantwortlich gemacht.
Die Bahn will nun rationalisieren und Arbeit in Billiglohnländer auslagern. Wie letzteres gehen soll, dass möchte ich gerne wissen, oder ist das die Ankündigung, dass die Bahn sich aus Deutschland zurückzieht und künftig nur noch in Indien fahren wird?

Mehdorn befürchtet durch den Tarifabschluss eine Benachteiligung im Regionalverkehr und hat Angst dort Fahrgäste zu verlieren. Das verwundert mich ebenfalls, denn bisher hatte er keinerlei Interesse am Regionalverkehr, wenn es nach ihm gegangen wäre, würde die Bahn dort gar nicht mehr fahren. Sie streicht Verbindungen, lässt Bahnstrecken verkommen, schließt Bahnhöfe und Service wird ganz klein geschrieben, Bahnkunden sind unerwünschte Personen. Ich kann nur sagen, Herr Mehdorn sie würden im Regionalverkehr viele neue und auch alte Bahnkunden gewinnen, bzw. zurückgewinnen, aber nur dann wenn ich mit der Bahn die meisten Städte im Land erreichen kann, so wie es früher war und das ohne Weltreise. Was ebenfalls wichtig ist, sind Bahnhöfe wo ich als Fahrgast auf dem Zug warten kann, ohne das ich mir eine Lungenentzündung hole und wo ich eine Beratung finde und wo ich am Schalter meine Fahrkarte kaufen kann und nicht an teilweise nicht funktionierenden Automaten, für deren Benutzung ich auch noch einen Volkshochschulkurs belegen muss.
Die Bahn hat in den letzten Jahren alles dafür getan ihre Kunden zu verlieren und jetzt die Schuld bei anderen zu suchen, ist einfach nur billig.

Seit Monaten fühlt sich die Bundesregierung als Vorreiterin in Sachen Klimapolitik. Eine Regierung nach der anderen wurde an den Pranger gestellt und ein radikales umdenken in der Umweltpolitik gefordert. Was durchaus richtig ist, aber wenn dann sollte doch wohl gleiches Recht für alle gelten, oder. Denn kaum fordert die EU auch von Deutschlands Industrie einen Beitrag zum Umweltschutz, wird dies als unfair bezeichnet. Man möchte weiterhin umweltschädliche Autos bauen. Die geplanten Strafen für zuviel CO²-Ausstoß, werden als Wettbewerbsverzerrung angesehen.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) beklagt sich sogar darüber, dass bei 50% der französischen Autos nichts gemacht werden müsse, aber bei 98% der deutschen. Da hat er ja recht, die EU hätte eine andere Grenzlegung beim CO²-Ausstoß festlegen müssen, so dass auch die etwas machen müssen, die schon etwas weniger ausstoßen, dann gibt es ja einen Anreiz für alle, noch mehr zu tun. Aber so etwas fordert Gabriel nicht, er will eine höhere Grenze für die deutschen Hersteller, damit sie nichts machen müssen, aber dafür, die anderen. (siehe tagesschau)
Ob man so zum Vorreiter in der Umweltpolitik wird, ist wirklich fraglich.

Ab und an hatte ich es ja in der Vergangenheit erwähnt, dass mein kleines Dörflein einen Bahnanschluss hat, es liegt direkt an der Bahnlinie Magdeburg-Haldensleben-Oebisfelde und von dort geht es weiter nach Wolfsburg. Bis Mitte der 90er Jahre galt diese Strecke noch als Hauptverkehrsstrecke, es fuhren regelmäßig Interregios ins Ruhrgebiet und war die alternativ Verbindung zur Strecke Berlin-Magdeburg-Helmstedt und für den Güterverkehr sogar mit die wichtigste Strecke. Wenn man noch ein paar Jahre zurückblickt, so war diese Strecke sogar die zweitwichtigste im innerdeutschen Grenzverkehr. Jedenfalls fing mit der bevorstehenden Bahnprivatisierung ein umdenken in der Bahnzentrale statt, bereits seit Anfang der 90er scheint dort das Motto zu gelten weniger ist mehr und der Kunde soll bleiben wo der Pfeffer wächst. Dies galt natürlich auch für diese Strecke. Die Strecke wurde zwar erneuert, also den neuen Geschwindigkeiten der Züge angepasst, aber das Hauptproblem blieb, sie ist eingleisig und nicht elektrifiziert, also quasi ohne Zukunft. Mit etwas guten Willen wäre dies möglich gewesen, aber lieber wollte man große sinnlose Prestigeobjekte bauen. ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecken sollten die Städte Deutschlands verbinden und das obwohl der Großteil der Bahnfahrer die Pendler sind und nur Großstädte per ICE verbunden werden, die Fläche bleibt draußen.
Irgendwie hat man den Eindruck, als ob die Bahn nach und nach abgewickelt werden soll.
Immer mehr Strecken wurden stillgelegt, Zugverbindungen gestrichen, die Begründung war immer die gleiche, zu unrentabel seien die Strecken, kaum noch Kunden.  Nur wer an den Kunden vorbeifährt oder sie vergrault, der braucht sich nicht zu wundern, wenn sie wegbleiben.
Nachdem also die Strecke zu einer Nebenstrecke degradiert wurde, wurde die nächste Stufe gezündet, wie überall wurden die Bahnhöfe geschlossen, anfangs musste man die Fahrkarte noch im Zug kaufen, später dann an nichtfunktionierenden Automaten auf dem Bahnhof. Wie gesagt, die Automaten funktionierten nicht immer, was sich bis heute nicht geändert hat, aber damit die verbliebenen Bahnkunden abgeschreckt werden, wurde das wohl unfreundlichste Bahnpersonal auf dieser Strecke eingesetzt, was also hieß, es war eine Nachlösegebühr fällig, sie haben nicht geglaubt, dass die Automaten nicht gingen.

Nachdem dann also dadurch die Gelegenheitsfahrer abgeschreckt wurden, blieben nur noch die Pendler übrig. Seitdem die Bahntochter Elbe-Saale-Bahn den Betrieb übernommen hat, sind kaum noch Schaffner unterwegs, somit stellen die Automaten keinen Hinderungsgrund mehr da. Aber damit auch ja niemand auf die Idee kommt, mit der Bahn zu fahren gilt seit einem Jahr ein völlig katastrophaler Fahrplan, der in diesem Jahr noch schlimmer geworden ist, denn schließlich müssen ja auch die Pendler verschwinden. Früher einmal galt der Stundentakt. der gilt heute teilweise auch noch, nur leider wechselt er im Laufe des Tages mehrfach und das auch innerhalb der Woche. Während der Stundentakt früher für alle 7 Tage galt, muss man sich nun für das Wochenende auf andere Fahrzeiten einrichten. Es ist also nicht mehr möglich seine Uhr nach dem Zug zu stellen, da er immer anders fährt. Scheinbar hatte die Bahn damit seit dem  Fahrplanwechsel im letzten Jahr einen großen Erfolg, denn mit dem letzten Fahrplanwechsel wurden die Zugverbindungen für den Sonntag ausgedünnt. Am Vormittag fährt er nur noch im Zweistundentakt. Nun könnte man zwar sagen, da fährt ja eh kaum jemand, aber derjenige der fahren will, wird somit abgeschreckt und überlegt es sich, ob er überhaupt noch einmal mit der Bahn fahren soll und Werbung wird er auch nicht für sie machen. Nun könnte man ihm ja sagen, er kann doch vorher in den Fahrplan schauen, er würde ja gerne, wenn denn einer erhältlich wäre. Denn außer der Vorveröffentlichung im Internet gibt es keinen. Während in den Jahren vorher, die Zeitung immer noch einen veröffentlicht hatte, war in diesem Jahr dort nichts zu finden. Der Bahnhof in der Kreisstadt hatte selbst nach einer Woche immer noch keinen zum mitnehmen. Was also heißt, jemand der ohne Internetanschluss ist und mit der Bahn fahren will, der muss also erst einmal zum Bahnhof und sich am Aushang den passenden Zug raussuchen. Aber dies geht auch nur, wenn er großes Glück hat und dieser lesbar ist. Er könnte natürlich auch morgens zum Bahnhof gehen und dann einfach auf den Zug warten, irgendwann wird schon einer kommen oder auch nicht, denn wenn die Bahn mit dieser Taktik Erfolg hat, dann wird in spätestens 5 Jahren hier der Personenverkehr eingestellt, denn es fährt ja niemand mehr mit.

Dieser Meinung ist Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), für ihm verdienen die Spitzenpolitiker in Deutschland zu wenig. (siehe Frankfurter Rundschau)

Ob er sich da in gerade jetzt wo alles über die hohen Managergehälter schimpft viel Freude macht, dass will ich doch stark bezweifeln. Er wendet sich auch gegen eine Vermögenssteuer, sie würde den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährden, obwohl gerade sie das einzige Mittel wäre, um nach oben hin etwas Gerechtigkeit zu schaffen, denn dann hätte der Staat mehr einnahmen, die er in die Bekämpfung der Armut stecken kann. Einfach nur eine Begrenzung würde überhaupt nichts bringen, im Gegenteil.
Für Roland Koch verdienen jedenfalls die Manager nicht zu viel, sondern Politiker wie er, viel zu wenig, aber vielleicht ist dies ja auch als Vorstoß Richtung Mindestlohn zu sehen, was ich aber bezweifel.

Matthias Urbach von der taz hat recht, wenn er die derzeitige Debatte über überzogene Managergehälter als verlogen bezeichnet.

Selbst wenn es machbar wäre, eine Gehaltsobergrenze einzuführen, was aus moralischer Sicht sicherlich begrüßenswert wäre, haben die Arbeitnehmer überhaupt nichts davon, wie auch die vielen Arbeitslosen nichts davon haben, denn sie werden im Gegenzug ja nicht mehr Geld bekommen. Am Gehaltszettel wird sich nichts ändern.
Die Einkommen der Arbeitnehmer werden auch weiterhin sinken und es werden immer mehr Menschen auf staatliche Unterstützung angewiesen sein und um diese Problematik zu übertünchen wird diese Debatte geführt.

Die CDU glaubt durch diese Diskussion zeigen zu können, wie sozial doch ihre Politik ist, für die SPD ist es eine Chance zu beweisen, dass sie doch noch sozialdemokratisch denkt und die Linkspartei will Wähler gewinnen. Aber das Grundproblem der sozialen Ungerechtigkeit wird bleiben, denn sie besteht ja nicht darin, dass jemand viel hat und ein anderer wenig, sondern sie besteht viel mehr darin, dass jemand der wenig hat, nicht davon leben kann und dagegen sollte etwas unternommen werden.

Wie aus einem 25 Euro-Medikament ein 1500-Euro-Medikament wurde beschreibt die Süddeutsche Zeitung.
Im Jahre 2000 wurde durch einen Zufall entdeckt, dass das Krebsmedikament Avastin vom Hersteller Novartis, auch gegen eine Augenkrankheit hilft. Die Anwendung kostete 25 Euro.
Bei Novartis kam man schnell dahinter wie sich damit viel Geld verdienen lässt. So wurde für Avastin keine Zulassung als Augenheilmittel beantragt. Das Mittel wurde mininmal verändert, ob sich die Veränderung in der Wirksamkeit des Mittels überhaupt bemerkbar macht, steht in den Sternen. Anschließend bekam es einen neuen Namen und es wurde eine Zulassung als Augenmedikament beantragt. Nun kostet eine Einzeldosis 1500 Euro und 10 werden benötigt. An der Augenkrankheit sollen allein in Deutschland 450.000 Menschen erkrankt sein, dies würde für die Krankenkassen bei Übernahme der Behandlungskosten, zusätzliche Ausgaben in Höhe von bis zu sieben Milliarden Euro bedeuten, pro Jahr!!!

Die Süddeutsche Zeitung erklärt dann auch noch wie es zu so einen hohen Preis kommen kann, der leider in der Pharmaindustrie kein Einzelfall ist. Sie bringt es kurz und knapp auf den Punkt: Das Leiden bestimmt den Preis.
Je höher das Leiden, desto höher der Preis für ein Medikament. Wo leben wir nur, frage ich mich da.

Zurzeit steht vor allen im Osten alles still, nichts geht mehr.
Ein Lösungsvorschlag lag bereits auf dem Tisch, ein Vorschlag der aus der Politik kam und mit dem sich wohl die GdL angefreundet hätte und die Lokführer einen eigenen Tarifvertrag bekommen hätten, doch Bahnvorstand Karl-Friedrich Rausch hat diesen Vorschlag gestern Abend in den Tagesthemen rundweg abgelehnt und noch einmal deutlich gemacht, dass die Lokführer keinen eigenen Tarifvertrag bekommen werden. Er forderte aber gleichzeitig die GdL auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, da frage ich mich aber, was dort eigentlich verhandelt werden soll, wenn die Bahn nicht auf die GdL zugeht. Es kann nur einen Kompromiss geben und der wird beiden weh tun, doch dafür müssen beide Seiten sich bewegen, die GdL war bisher die einzige Seite die sich bewegt hat, denn sie besteht längst nicht mehr auf die Forderung von 30 Prozent Lohnsteigerung. Jetzt wäre die Bahn an der Reihe sich zu bewegen, doch dies geht nicht über Zeitungsanzeigen oder durch Ablehnen von Kompromissvorschlägen.
Bei der Anhebung der Vorstandsgehälter und Aufsichtratsbezüge war die Bahn nicht so zögerlich, da hatte sie keine Angst und die Gehälter sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert.