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Ich glaube, ich kann hier bald eine neue Kategorie über unser Gesundheitssystem aufmachen. Jeden Tag gibt es anscheinend einen neuen Skandal.
Der nächste scheint sich gerade anzubahnen, laut einer Radiomeldung kam es während einer OP im Herzzentrum Coswig bei Wittenberg zu einem Brand, der Patient wurde dabei lebensgefährlich verletzt. Das Feuer muss wohl direkt in der Nähe vom Patienten ausgebrochen sein, bei dem gerade ein Luftröhrenschnitt durchgeführt wurde, denn er erlitt schwere Verbrennung am Hals und im Gesicht. Er wird derzeit in einer Spezialklinik in Berlin behandelt.
Das Herzzentrum wird seit Tagen bestreikt, die Mitarbeiter kämpfen für einen Tarifvertrag der sich an den im öffentlichen Dienst üblichen Löhnen orientieren soll, die Klinikleitung hatte bisher keinerlei Gesprächsbereitschaft gezeigt.
Die Staatsanwaltschaft prüft ob ein Zusammenhang mit dem Streik bestehen könnte, der möglicherweise zu einem Personalmangel geführt haben könnte.

Nachdem ich gestern bereits von doch recht erschreckenden Bildern bei einer Augenarztpraxiseröffnung in Ascherleben (Sachsen-Anhalt) berichtet habe, könnt ihr euch heute selber ein Bild davon machen, denn in der Volksstimme ist eines von der schon mehr als langen Schlange zu sehen. Die ersten standen bereits morgens um 5 Uhr vor der Praxis an um einen Termin zu ergattern. Um das Bild in groß sehen zu können, einfach auf das kleine klicken.

In ganz Sachsen-Anhalt sind mittlerweile 40 Facharztstellen unbesetzt, berichtet heute die Mitteldeutsche Zeitung und es kommen bald weitere hinzu, denn die Ärzte werden alle älter und finden keine Nachfolger. Denn wer heute hier Arzt werden möchte muss schon leicht sadomasochistisch veranlagt sein, denn sonst würde er es nicht einen Monat aushalten. Die Budgetierung sorgt dafür, dass kaum noch ein Arzt seine Patienten behandeln kann, nach einem Monat ist das Geld was für ein ganzes Quartal reichen muss weg und wer dann als Arzt seinem Eid nachkommt und die Patienten behandelt, steht mit einem Bein im Gefängnis, da er sein Budget überschritten hat und persönlich dafür haften muss. Was zuviel ausgegeben wurde, muss er zurückzahlen oder er arbeitet kostenlos und ist dann ebenfalls pleite. Bleibt ihm also nur eine Möglichkeit, er behandelt nur noch Privatpatienten und somit sehen Kassenpatienten alt aus. Nur wer Geld hat, wird in Zukunft hier medizinisch vernünftig versorgt werden.
Wie lange der Augenarzt in Aschersleben praktizieren wird, steht auch in den Sternen, er ist bereits 64 Jahre alt und befand sich schon im Ruhestand.

Man kann das alles kurz zusammen fassen, in Sachsen-Anhalt, aber auch in anderen Bundesländern, steht die medizinische Versorgung kurz vor dem Zusammenbruch und die Bundespolitik ignoriert dieses Problem, es wird einfach schön geredet.

Bald wird es noch öfters solche Bilder zu sehen geben, die ich grad beim MDR in der Sendung “Sachsen-Anhalt heute” sehen konnte.
Gestern hat in Aschersleben nach zwei Jahren der erste Augenarzt der auch Kassenpatienten behandelt, eine Praxis eröffnet. Es standen mehr Menschen vor seiner Tür, als bei einer Neueröffnung eines neuen Mediamarktes. Sie standen zu hunderten Schlange, bis draußen einmal um den Block.
Das waren Bilder die es so sonst eigentlich nur in einem dritte Welt Land gibt und doch waren es Aufnahmen mitten aus Deutschland im Jahre 2008 und dies ist erst der Anfang und die Schuldigen wollen es bis heute nicht sehen und verschlimmern durch ihre völlig idiotische Politik die Situation mit jedem Tag.
Im letzten Jahr ist die Gesundheitsreform in Kraft getreten, ein Jahr später stehen mehr Ärzte vor dem aus, als je zuvor, immer mehr Patienten werden nicht behandelt, immer mehr Menschen können zusehen wo sie bleiben und werden zu Opfern dieser Gesundheitspolitik. In den letzten Wochen habe ich leider schon öfters über diese Opfer berichten müssen und in Berlin tut die große Koalition aus Union und SPD so, als ob alles bestens läuft.
Das von CDU und CSU keine bessere Politik zu erwarten ist, dürfte wohl klar sein, doch wenn es der SPD ernst mit ihren Kurswechsel ist und er nicht nur eine weitere Wahllüge ist, dann sollte sie sich schleunigst für eine Änderung in der Gesundheitspolitik einsetzen.

Weil er sich gegen die Verteilung einer NPD-Schülerzeitung und der NPD-Schulhof-CD an seiner Schule mit Worten zur Wehr setzte, wurde im Januar ein 18jähriger Schüler von den Verteilern dieses braunen Mülls niedergeschlagen und verletzt. (siehe Mitteldeutsche Zeitung) Gegen die rechtsextremen Schläger der NPD gibt es nun Ermittlungen wegen Körperverletzung.
Dieser Fall zeigt ganz deutlich was von der NPD zu halten ist, sie gehört endlich verboten.
Zumal sie immer öfters versucht ihren Müll an Schulen zu verteilen, allein in Sachsen-Anhalt sind zum Jahresbeginn an sechs Schulen ihre Zeitschriften aufgetaucht und das obwohl es eine unmissverständliche Anordnung vom Kultusministerium gibt. Jeder Versuch die Zeitschriften zu verteilen, soll sofort von der Schulleitung unterbunden werden.

In Zeiten wo es immer mehr Hartz-IV-Empfänger gibt und die Zahl der in Armut lebenden Menschen rasant ansteigt, steigen natürlich auch die Kosten für die Landkreise, erst recht seit dem die steigenden Energiepreise und die Inflation keine Grenzen nach oben kennen. Deshalb muss sich auch jeder Landkreis fragen wie er dieser Entwicklung entgegen wirken kann. Anstatt zusammen mit Landes- und Bundespolitiker Druck auf die Konzerne auszuüben, damit diese ihre Preise senken, wird der Druck auf die Hartz-IV-Empfänger erhöht. Alles wird teuer, also müssen Hartz-IV-Empfänger weniger Geld im Monat bekommen, dass ist die neue Devise im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt). Der Landkreis hat seine Richtlinie zu den Kosten der Unterkunft (KdU) neu überarbeitet und im Endeffekt bedeutet dies weniger Leistungen für Bedürftige. Besonders betroffen sind die, die noch ein kleines Häuschen besitzen und dort wohnen. Bisher bekamen sie etwas mehr Geld, denn schließlich kann immer mal etwas kaputt gehen, doch damit ist es nun vorbei. Wenn die Heizung im Haus kaputt geht, oder die Elektrik, oder das Dach ein Loch hat, heißt von nun an der Hartz-IV-Empfänger hat selbst Hand an zu legen und erst wenn er den Schaden nicht selber beheben kann, darf er sich einen Handwerker besorgen, aber vorher muss er drei Kostenvoranschläge einholen und nur der billigste wird bewilligt und er sollte wenn möglich bei der Reparatur mithelfen um die Kosten noch weiter zu senken.
Diese neue Richtlinie hat für den Landkreis zwei große Vorteile, er spart auf Kosten der Armen viel Geld und er spart bald noch viel mehr Geld, denn die Zahl der Hartz-IV-Empfänger wird in Kürze rapide abnehmen, denn wer von ihnen ist schon gelernter Elektriker oder Dachdecker. Aber das scheint dem Landkreis Harz völlig egal zu sein, den Verantwortlichen dort, allen voran der Landrat ist es völlig egal das im Harz Menschen in Armut leben müssen und das sie von nun an auch noch in einer beschämenden Art und Weise vom Landkreis schikaniert werden. Ich kann den Verantwortlichen nur empfehlen mal einem Monat von dem Geld zu leben, was sie den Hartz-IV-Empfängern gnädigerweise im Monat gönnen. (Quelle: Volksstimme, Bericht nicht online)
Doch es sind nicht nur Eigenheimbesitzer betroffen, nein auch Mieter. Ich erwähnte ja auch schon die steigenden Energiepreise. Da war der Landkreis ebenfalls sehr findig, man kürzt einfach mal das Geld, was für die Warmwasserkosten vorgesehen ist. Schließlich reicht für einen Hartz-IV-Empfänger und seiner Familie auch kaltes Wasser zum waschen aus. Da kann ich nur sagen Bravo, Landkreis, dass habt ihr wirklich super gemacht und vielleicht macht dies ja sogar Schule und dann kann sich unser aller Bundeskanzlerin feiern lassen. Nach dem sie die Arbeitslosenzahlen fast in den Minusbereich gedrückt hat, geschieht dies nun auch mit den in Armut lebenden Menschen, auch sie sind bald von der Bildfläche verschwunden. Das ist Deutschland im Jahre 2008. Eines der reichsten Länder der Welt, hat kein Geld für die Menschen im Land.
Es ist eine Schande das Millionen Menschen hier in Armut leben müssen, weil angeblich kein Geld mehr da ist. Es ist eine noch viel größere Schande das gleichzeitig Politiker fordern, dass die Bundeswehr in ganz Afghanistan in Zukunft Kampfeinsätze durchführen soll. Dafür ist mit einmal genug Geld da. Milliarden werden für Kriege rausgeschmissen, Kriege die nur Leid über die Menschen dort bringen und genauso viel Leid über die Angehörigen der Soldaten, die durch den Größenwahnsinn einiger Politiker ihr Leben lassen müssen. Der gleiche Größenwahnsinn und die Realitätsferne dieser Politiker, sorgt dafür das wir bald zum Armenhaus in Europa werden und wir brauchen uns da nicht mehr zu wundern, dass Populisten und Rechtsextremisten so einen großen Zulauf finden.

Entweder hat ein Busfahrer bei mir gestern mitgelesen oder die Bahn sollte sich für die Zukunft überlegen ob sie weiterhin dieses Busunternehmen mit dem Schienenersatzverkehr beauftragen sollte.

Wie ich ja bereits gestern berichtet habe, finden dieses Wochenende Bauarbeiten auf unserer Bahnstrecke statt. Die Bahn hatte es dabei ganz nebenbei nicht für nötig gehalten mal eine Pressemitteilung an die Lokalzeitung zu schicken, erst heute erschien im Sonntagsblatt eine kleine Mitteilung. Aber damit nicht genug, seit gestern Mittag wird auch nicht mehr unser Bahnhof von den Bussen angefahren und das ist eigentlich schon ein starkes Stück. Gestern Vormittag fuhren sie schon recht konfus, also nicht immer nach dem im Internet veröffentlichten Fahrplan und dann fuhr gar keiner mehr. Sowas nenne ich Service. Es kann zwar sein, dass der Fahrer zu faul war um zum Bahnhof zu fahren und lieber im Dorf gehalten hat, so wie es schon beim Schienenersatzverkehr während des Streikes war, aber dann sollte die Bahn sich für die Zukunft überlegen ob sie nicht ein anderes Unternehmen beauftragt, außer sie will immer mehr Kunden verlieren.

Da sich da oben anscheinend jemand geirrt hat und uns hier zur Abwechslung mal schönes Wetter geschickt hat, habe ich das sofort ausgenutzt und das Elbufer in Magdeburg besucht. Zumal ich mir dort auch so die neue Fußgängerbrücke anschauen konnte und die Ausgrabung der Bastion Cleve in der Nähe des Domes. Die gleiche Idee hatten mit mir noch sehr viele andere Menschen, mehr als Magdeburg glaube Einwohner hat, den Eindruck hatte ich jedenfalls. Jeder wollte das schöne Wetter ausnutzen, Teile des alten Magdeburgs sehen und einmal die neue Fußgängerbrücke besuchen, die schließlich mehr als eine Million Euro gekostet hat, obwohl nur knapp 500 m entfernt bereits eine steht. Unter ihnen konnte ich auch unseren Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre entdecken, der mit seiner Frau dort einen Sonntagsspaziergang machte, aber das nur ganz nebenbei. Jedenfalls habe ich mir vorgenommen alles noch einmal zu besuchen wenn weniger Betrieb ist, denn dann kann ich auch ein bisschen mehr fotografieren, was heute doch recht schlecht ging, aber dennoch habe ich euch zwei Fotos mitgebracht.

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Das sind die Überreste der alten mittelalterlichen Bastion Cleve und des Wachturmes, der sich heute unter der Erde befindet.

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Das ist die Elbe und die historische Schiffmühle am Petriförder, bzw. der Nachbau einer solchen.

Mitten in der Nacht, also so gegen 6 Uhr, wurde ich von einem Erdbeben geweckt, eines was sich bis morgen Abend stündlich wiederholt.
Irgendwo auf der Bahnstrecke bei uns wird gebaut, hab ich auch eben erst nach einer längeren Suche im Internet erfahren und deshalb ist das ganze Wochenende über Schienenersatzverkehr. Nur das müssen auswärtige Busfahrer sein, die auch keine Brille aufhaben, denn sie übersehen regelmäßig das Verkehrsschild mit der Tempo 30-Zone und rauschen die eh schon enge Straße in einem Tempo hoch, dass das ganze Haus wackelt. Jedenfalls bin ich froh, dass sich der Schienenersatzverkehr scheinbar nicht an den Fahrplänen der Bahn hält und statt zwei Busse die Stunde, nur einer die Straße hochdonnert. Der nächste müsste gleich kommen und dann muss ich meinen neuen Fernseher gut festhalten damit er nicht umkippt. Der alte hat vor ein paar Tagen den Geist aufgegeben und ein neuer musste her und die gute alte Röhre ist kaum noch zu bekommen, also musste ich die letzten Tage etwas umbauen und bin stolzer Besitzer eines Flachbildfernsehers. Aber jetzt muss ich los, ich höre der Bus kömmt.

Dieser Fall ist so unglaublich, dass man ihn kaum für möglich hält. In Magdeburg sind zwei Patienten vor einer wichtigen OP wieder nach Hause geschickt wurden, da der kaufmännische Direktor des Krankenhauses befürchtet hat, dass es zu Abrechnungsschwierigkeiten kommen würde, sprich das Krankenhaus kein Geld für die OP bekommt.  Der Arzt der die Patienten ins Krankenhaus eingewiesen hatte, ist dort ein Belegarzt, sprich er operiert regelmäßig im Krankenhaus seine Patienten und mit einmal befürchtete der Direktor, dass er kein Geld bekommt und schickt Schwerkranke Patienten wieder nach Hause, sowas ist einfach unfassbar. Deshalb hat nun auch die AOK Strafanzeige gegen den Direktor wegen des Verdachts der Körperverletzung durch Unterlassen gestellt. (siehe Volksstimme)

Das deutsche Grundgesetz und die europäische Menschenrechtskonvention haben sich eigentlich recht unmissverständlich ausgedrückt und Sklaverei und Zwangsarbeit verboten, doch dies scheint bis heute nicht bei der Arge des Landkreises Börde (Sachsen-Anhalt) angekommen zu sein. Dort und mit Sicherheit auch bei anderen Argen im Land, ist es anscheinend übliche Praxis Arbeitslose ohne Mehraufwandsentschädigung (auf gut deutsch ohne 1 Euro die Stunde) arbeiten zu lassen, denn schließlich bekommen sie ja Hartz-IV als Leistung vom Amt und dafür müssen sie eine Gegenleistung erbringen.

Eine Hartz-IV-Empfängerin hat sich deshalb an den Leseranwalt in der Volksstimme gewandt und ihm um Hilfe gebeten, leider ohne Erfolg, denn für die Arge ist alles rechtens. Jeder Hartz-IV-Empfänger müsse für seine Sozialleistungen arbeiten, einen Berechnungssatz dafür hat sie auch parat, monatlicher Hartz-IV-Satz geteilt durch 5 ergibt die zu leistenden Stunden im Monat. Bei der Frau waren es 130 Stunden im Monat, die sie ohne jegliche Entschädigung arbeiten muss. Sie wollte aber gerne noch darüber hinaus arbeiten und sich ein paar Euro zuverdienen, doch da sagte die Arge nein, denn denn die Frau darf im Monat nur soviel Geld haben, wie sie bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 30 Stunden mit einem fiktiven Stundenlohn von 5 Euro die Stunde verdienen würde und da ihre Sozialleistungen über diesen Lohn liegen, muss sie ohne Entschädigung arbeiten. Sprich sie befindet sich in einer Schuldknechtschaft, die in Deutschland verboten ist aber durch die Hintertür wieder eingeführt wurde, denn diese Praxis ist wirklich so vom Gesetzgeber verordnet, die Arge hält sich an bestehende Gesetze und verordnet vom Gesetz gedeckt Zwangsarbeit. Das perfide an der Sache ist, die Frau möchte arbeiten, sie hat keinerlei Probleme damit für ihr Alg-II zu arbeiten, aber sie möchte sich gerne noch den ein oder anderen Euro hinzuverdienen und länger arbeiten, doch das ist nicht erlaubt. Im Klartext; Arbeit ohne Entlohnung ja, mit Entlohnung nein. Das hat auch mit gemeinnütziger Arbeit nichts mehr zu tun, dass ist Ausbeutung pur und kostet weitere Arbeitsplätze, denn mit einem Stundenlohn von Null Euro, kann kein Unternehmer mehr mithalten.

[Quelle: Volksstimme, Artikel leider nicht online]