Der Linksbote » Lesestoff

Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei.PDS, Gregor Gysi spricht in einem Interview mit der taz über die Fußball-WM, Patriotismus, Fähnchen und die Jugend.

Er fordert auch von der Linken ein unverkrampftes Verhältnis zu Deutschland, aber zuviel Patriotismus wie den von der Bild-Zeitung geforderten, hält Gysi für verkehrt.

Länder die ständig und überall ihre Fahne heraushängen, haben meist ein Problem mit ihrer Identität, sie fühlen sich von den anderen nicht anerkannt. Was denken sie, warum in der DDR so viele Fahnen wehten.”

Klasse findet dagegen der Fraktionschef der Linkspartei, dass im Rahmen der Fußball-WM eine neue Generation heranwächst. Diese junge Generation hat ein völlig unverkrampftes Verhältnis zu Deutschland und sie zeigen auch das sie Deutsche sind, aber verfallen nicht in den Größenwahn ihrer Väter. Sie wollen einfach nur feiern und wenn andere Mannschaften besser sind, dann erkennen sie dieses auch an.
Gysi fordert die Jugend auf, die Verantwortung für die Geschichte Deutschlands nicht aus den Händen zu geben.

Lest Euch das Interview einfach durch, ich finde es sehr interessant.

Genau darum sollte es doch auch gehen, mitfiebern wenn Deutschland spielt, sich freuen wenn sie gewinnen und anerkennen, dass der Gegner besser war, wenn wir verlieren.

Nur eine Frage habe ich schon noch, warum sollte nun gerade unsere Nationalmannschaft besser Fußball spielen, wenn ich vorm Fernseher die Nationalhymne mitträllere und das Haus beflagge? Es dürfte doch reichen, wenn ich mitjubele und ihnen die Daumen drücke?

Wenn eine Nationalmannschaft gewinnt, ist es doch ganz normal, dass dann die Fans dieser Mannschaft mit der Fahne des Landes auf die Straßen rennen. Das hat es doch vorher auch schon gegeben. Genauso wie diese schönen Malsets, um sich sein Gesicht mit einem Fähnchen zu verschönern.
Und wenn dann die WM, EM oder was auch immer wieder vorbei war, kehrte der Alltag zurück.

Wie das völlig ohne Anstrengung geht, erfahrt ihr hier.

Ganz Großes Kino. Toll.

Das beides machbar ist, beweisen Frauenrechtlerinen wie Latifa Jbabdi.

In einem Interview spricht sie über die Schwierigkeiten des Feminismus im Islam.
Bis heute legen die Fundamentalisten den Frauen viele Steine in den Weg, dann gibt es aber auch zwei konkurrierende Gruppen.
Es gibt muslimische Feministen und den islamischen Feminismus. Beide Gruppen unterscheiden sich laut Jbabdi in ihren Ansichten und in ihrer Vorgehensweise
Absolut lesenswertes Interview auf Telepolis. Da lässt sich wieder vieles lernen. Denn das es dort so große Unterschiede gibt, dass habe ich vorher auch nicht gewusst.

Es ist kaum zu glauben, da gehen am Samstag 15.000 Menschen friedlich gegen den Sozialabbau demonstrieren und die Polizei prügelt immer wieder auf wehrlose Demonstranten ein.

Doch ist davon irgend etwas zu hören oder zu lesen?
Die Demo in Berlin wurde beinahe verschwiegen, erst recht der äußerst brutale Polizeieinsatz, der in keinster Weise gerechtfertigt war.

Nur üblich Verdächtigen haben darüber berichtet, aber sonst weiter keiner. So lässt sich der Widerstand gegen sozialen Raubbau auch totschweigen und es wird verhindert, dass er Anhänger findet.
Wer dennoch etwas von der Demo erfahren möchte, dem sei ein Bericht von Mary Ann Christen Meyer in der Linkszeitung ans Herz gelegt.

Die Kriegstrommeln werden lauter - Wann erfolgt der Angriff auf Iran?

Ein durchaus lesenswerter Artikel von Georg Schöfbänker auf Telepolis, schaut ruhig mal rein.

Beim Nahen und Mittleren Osten (nebenbei gesagt, sehr empfehlenswertes Blog), habe ich mir gerade einen Artikel, über einen Vortrag von Tariq Ramadan an der Berliner Humboldt-Universität durchgelesen.

Er hatte “unter dem Titel “Muslim Rennaissance through European Islam” seine Vorstellungen von der Entwicklung des Islam in Europa einerseits und in den islamischen Mehrheitsgesellschaften Afrikas und Asiens andererseits, dargelegt.”

Schaut dort vorbei und lest es Euch durch, es ist wirklich sehr lehrreich.

Vor allen der Aspekt der unterschiedlichen Kulturen und Identitäten die es im Islam gibt, ist sehr informativ.

“Der Islam hat, so Ramadan weiter, überall wo er sich ausgebreitet hat, Elemente der in den Ländern herrschenden jeweiligen Kultur in sich aufgenommen. So übernahmen Muslime im Senegal Elemente der senegalesischen Kultur oder iranische Muslime Elemente der iranischen Kultur. Beide Muslime haben die gleiche Religion aber eine andere Kultur. Ebenso werde der Islam in Europa in Zukunft verstärkt Elemente der europäischen Kulturen in sich aufnehmen. Muslime, die in Europa aufwachsen, werden im Kontext der europäischen Gesellschaften den Koran anders lesen als Muslime im Nahen Osten oder Nordafrika. Sie werden, so der 43-Jährige gestern weiter, andere Antworten auf ihre Fragen finden als ihre Glaubensbrüder in den islamischen Mehrheitsgesellschaften. Diese neuen Antworten werden im Zeitalter der neuen Medien auch ihren Weg in diese Länder finden und einen Diskussionsprozess anstoßen.”

Für Ramadan ist es wichtig, dass die Muslime, die in Europa leben, ihre Heimatkultur hinter sich lassen und die europäische Kultur aufnehmen. Doch um das zu können, müsse man die Prinzipien des Islams kennen.

“So müsse ein Muslim wissen, dass Zwangsheiraten und häusliche Gewalt Teil der türkischen Kultur, nicht aber Teil des Islam seien. Viel zu oft würden diese kulturellen Praktiken im Namen des Islam durchgeführt. Der Koranvers, der das Schlagen von Frauen erlaubt, sei im Kontext der 23-jährigen Offenbarung des Koran zu sehen, an deren Ende Gott schließlich erklärt habe zwischen Mann und Frau gebe es nichts als Liebe.”

Gerade auf diesen weniger schönen Teil der türkischen Kultur, wird ja immer gerne hingewiesen, um zu verdeutlichen wie unmenschlich doch die Muslime sind. Doch dabei ist wirklich leider ein Teil der Kultur dort und hat überhaupt nichts mit der Religion zu tun.
Aber und das wird auch gerne vergessen, die Zwangsheirat und Gewalt gegen Frauen, ist nicht nur Praxis in der Türkei, dass ist eigentlich leider Alltag im ganzen südlichen Raum gewesen.
Glücklicherweise gehört so etwas im gesamten Balkangebiet bald der Vergangenheit an.

Ich habe mal wieder einen kleinen Lesetipp für Euch.

Auf Telepolis wird über einen globalen Angriffsplan der USA spekuliert. Nämlich über Conplan 8022 und dieser Plan sieht auch den Einsatz von Nuklearwaffen vor.

Diese Planungen sollen sich zwar hauptsächlich auf die Gefahr durch den Terrorismus beziehen und zur Abschreckung gelten, aber auch der Iran wurde ausdrücklich als “Hauptfeind” der USA einbezogen.

Soviel zum Thema, die USA wollen nur Frieden und die Menschen im Iran “befreien”. Nein, ihnen geht es um die Zerstörung und Eroberung des Irans.

Durchaus lesenswert.

Der Islamwissenschaftler Michael Lüders, hat in einen Essay in der Frankfurter Rundschau vor einen Flächenbrand in der islamischen Welt gewarnt.

Und der Westen hat es in der Hand diesen Flächenbrand zu verhindern.

Doch leider tut er es nicht, zu dieser Einschätzung kommt Lüders.

Im Gegenteil mit seinen Verhalten beschwört er ja regelrecht die gewaltbereiten Islamisten hervor.

Der jüngste Aufschwung der Islamisten (nachdem sie Mitte der 90er Jahre wegen ihrer Repression und Gewaltbereitschaft weitgehend diskreditiert erschienen) ist entgegen der im Westen vorherrschenden Überzeugungen nicht das Ergebnis eines im Koran verankerten Drangs zur Weltherrschaft - “Der Islam ist eine fanatische Religion” - sondern eine Reaktion auf die unglückselige Allianz totalitärer Herrscher vor Ort mit einer opportunistischen, gewalttätigen und phantasielosen Machtpolitik des Westens.

Der Westen predigt auch immer wieder Demokratie, wenn es dann aber zu Wahlen kommt und die Falschen gewählt werden, so wird anschließend versucht das Wahlergebnis zu boykotieren.

Die radikalen Islamisten haben natürlich auch mitbekommen, was der Westen mit seine vielgerühmten Freiheit meint, nämlich die Vorherrschaft.
Das können sie ausnutzen und gewinnen dadurch viele Anhänger. Gleich gilt auch für die Terrororganisationen.

Lest es Euch einfach mal durch, sehr interessant und lehrreich.

Die Süddeutsche Zeitung hat Auszugsweise einige Protokolle der Verhöre von Gefangenen auf Guantanmo veröffentlicht.

Hui, als ich das durchgelesen hatte, da wurde es mir aber anders. Also es ist wirklich besser, dass die USA diese Leute dort eingesperrt haben. Das sind ja wahre Monster.

Der eine war Gärtner und baute Gemüse an, ein anderer wanderte mit seinen Kamel durch Afghanistan. Zwei Gefangene besaßen sogar eine Uhr.

Man mag sich gar nicht vorstellen was da alles hätte passieren können. Die hätten einen Anschlag planen können.

Da wären der Gärtner und der Kamelbesitzer mit einen Sack voller Mohrrüben losgerieten und hätten die USA angegriffen. Und die beiden Uhrenbesitzer die wären dann hinterhergerannt und hätten immer die Uhrzeit durchgegeben, damit die beiden wissen wann sie eine Möhre abwerfen müssen.
Ich will mir auch gar nicht ausmalen, was die dann noch mit den Kamel vorhatten.