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Das wohl größte Foto der Welt lässt sich hier bestaunen, es zeigt die Christus-Passion von Gaudenzio Ferrari aus dem Jahre 1513 in der italienischen Kirche Santa Maria delle Grazie in Varallo Sesia.
Dieses für mich beeindruckende Foto hat eine Auflösung von 8,6 Milliarden Pixel (!!!) und es lässt sich wirklich jedes noch so kleinste Detail erkennen. Einfach Wahnsinn.
Schaut einfach mal dort vorbei, es lohnt sich.

(gefunden in der weblog-pixelgalerie)

Das dürfte wohl das schnellste Aus einer Fernsehsendung gewesen sein. Neun Monate bevor überhaupt die erste Talk-Show mit Günter Jauch in der ARD auf Sendung gehen sollte, ist die ARD ihren Moderator schon wieder los und damit ist vorerst auch die Nachfolgeshow für Sabine Christiansen gescheitert. Dumm gelaufen kann man da nur sagen. (siehe Süddeutsche Zeitung)

Nachtrag: Manchmal da könnte ich mich echt Ohrfeigen, da schaue ich mir gerade mein Blog an und wundere mich, dass da nur zwei neue Einträge stehen, obwohl ich mir sicher war, dass ich drei geschrieben habe. Da war der hier die ganze Zeit als privat deklariert. Dem Wetter schiebe ich dieses Mal nicht die Schuld in die Schuhe, morgen habe ich bestimmt eine Erklärung gefunden.

Weihnachten ist zwar nun vorbei, aber vielleicht hat ja der ein oder andere von euch einen Büchergutschein bekommen.
Dann empfehle ich einfach mal “Imperium” von Robert Harris, erschienen bei Heyne.

Also das Buch hat mich echt überrascht, eigentlich lese ich ja nicht so gerne Historienromane die in der Antike spielen. Aber irgendwie hatte ich hier schon von Anfang an das Gefühl, dass musst du lesen.
Das faszinierende an diesem Buch ist, dass es trotz des geschichtlichen Hintergrundes so brandaktuell ist.
Man lernt das Leben von Cicero kennen und den Aufstieg und Fall Roms.

Faszinierend und beängstigend zugleich, sind die Parallelen zu heute. Die Politik war auch damals schon ein schmutziges Geschäft, skrupellose Politiker, welche die Menschen ausbeuten und einige wenige, die dagegen einen hoffnungslosen Kampf führen. Doch dabei bleibt es nicht.
Rom wird von ein paar Piraten bedroht, diese Bedrohung wird ausgenutzt um die alten Freiheitsrechte abzubauen und um eine Weltmacht aufzubauen. “Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.” Kommt uns irgendwie bekannt vor, oder?

Ein sehr aktuelles Buch.
Welches sich auch noch sehr gut lesen lässt, der Erzählstil ist wirklich hervorragend, überhaupt nicht langatmig, aber dafür sehr bildhaft. Es ist, als ob man mit Cicero durch die Straßen Roms spaziert.

Wer zu Weihnachten gerne Bücher verschenkt, für den habe ich jetzt noch einen Geschenktipp, für alle anderen ist es eine Buchempfehlung.

Was passiert, wenn einen die Identität geklaut wird? Sprich jemand lebt mit deinen Namen in Saus und Braus und begeht sogar Straftaten.
Tja, dass kann Böse enden.
Um genau so einen Fall geht es in “Talk Talk” von T.C. Boyle, erschienen im Hanser-Verlag. Einer jungen Frau wird die Identität gestohlen, ein Betrüger stellt Schecks in ihren Namen aus, kauft sich Autos und Häuser und ehe sich die Frau versah, landete sie ihm Gefängnis und wurde mit diesen Fällen und mehreren Straftaten konfrontiert.
Sie muss nun ihre Unschuld beweisen, dass sie nicht dafür verantwortlich ist, dass stellt sich schnell heraus, aber dann wird sie von Polizei und Justiz alleine gelassen. Die Gläubiger stehen vor der Tür und der Betrüger befindet sich auf freien Fuß. Also muss sie dafür Sorgen, dass er hinter Gitter landet. Das die junge Frau auch noch gehörlos ist, macht es für sie nur noch schwieriger. Ohne ihren Freund, wäre sie auf sich alleine gestellt.  Beide machen sich auf die Suche nach den Betrüger, die Suche entwickelt sich sehr schnell zu einem Katz- und Mausspiel.
Nun konntet ihr Euch einen kleinen Eindruck von der wirklich packenden Geschichte verschaffen. Dazu kommt dann noch ein wirklich wunderschöner Erzählstil von T.C. Boyle.
Nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam und trotz der wirklichen Detailverliebtheit, überhaupt nicht langatmig. Ganz im Gegenteil, es hilft wunderbar bei der bildlichen Vorstellung. Bei manchen überlese ich solche Dinge manchmal recht gern, aber hier nicht. Zumal die kleinen Details mitunter recht lustig sind.

Ich kann nur sagen, dass Buch müsst Ihr einfach gelesen haben.

Die Abende werden länger, es ist dunkel, nass und kalt, draußen weht ein eisiger Wind, ein richtiges Schmuddelwetter ist das. Also ideal um sich drinnen warm einzukuscheln und ein Buch zu lesen. (ich bitte um etwas Phantasie, ja)

Deshalb gibt es heute mal wieder einen Buchtipp von mir, der passt auch direkt zur bevorstehenden Stichwahl im Kongo, bei der die Menschen die Auswahl zwischen Teufel Nr. 1 und Teufel Nr. 2 haben.

In der “Geheimen Melodie” beschreibt John Le Carré den Ausverkauf des Kongos.
Unter dem Deckmantel einer humanitären Mission wird der Kongo verraten und verkauft. Jeder betrügt jeden und alle belügen andere und sich selbst. Nur der Protagonist Salvo und seine Freundin Hannah halten ihre Ideale aufrecht und versuchen eine Katastrophe zu verhindern, auch wenn ihr Leben dadurch in Gefahr ist.

In einem rassanten Tempo erzählt Carré von diesem Verrat, selten habe ich ein Buch so schnell durchgelesen, wie dieses.

Einfach spannend und faszinierend zugleich.
Ein Mensch gibt sein komplettes Leben auf und beginnt ein Leben in Ungewissheit und ständiger Gefahr, da ihm die humanistischen Werte und sein alte Heimat wichtiger sind, als alles Geld der Welt.
Dieses Buch sollte uns alle zum Nachdenken anregen und zwar zum Nachdenken über unsere Werte und Ideale.
Wer einmal erfahren möchte wie Politik in Ländern wie dem Kongo gemacht wird, dem sei das Buch ebenfalls empfohlen.

Die “Geheime Melodie” ist für mich eine wunderschöne Mischung aus Spionagethriller, Liebesroman (auch die Liebe kommt nicht zu kurz) und humanistischer Literatur und dazu ist das ganze auch noch wunderbar geschrieben.

Ich kramte bei mir so ein bisschen rum und da fiel mir ein kleines unscheinbares Büchlein in die Hände.
Das will ich euch einfach als kleinen Lesetipp ans Herz legen.

“Die Schule der Egoisten” von Eric-Emmanuel Schmitt, ist ein wirklich schön geschriebenes Buch, leicht zu lesen und für die Lesemuffel unter euch, es hat nur etwa 160 Seiten. Aber es regt auch zum Nachdenken an, zum Nachdenken über uns.
Kann es nicht sein, dass alles was wir erleben, nur bei uns im Kopf stattfindet? Das also alles nur eine Erfindung von mir oder von dir ist?
Genau um diese Frage geht in diesen Buch. Der Ich-Erzähler, ein Philosophiedoktorand, begibt auf die Spuren des französischen Philosophen Gaspard Languenhaert.
Languenhart war im 18 Jh. ein wahrhaft exentrischer Lehrer des radikalen Egoismus und er glaubte, dass er der Urheber der Welt sei und alles was geschieht, passiert nur in seinen Kopf.
Er gründete schließlich die Schule der Egoisten und fand mit seiner Egoismuslehre sogar Anhänger.

Wer sich nun auf die Suche nach der Antwort der Frage begeben möchte und wissen will ob nicht doch die Welt, so wie wir sie kennen, eine Erfindung von dir, oder von mir ist, den sei das Buch ans Herz gelegt.

Eric-Emmanuel Schmitt

“Die Schule der Egoisten”

Ammann Verlag & Co., Zürich,

ISBN 3-250-60061-X 

Denn dann brauch ich nicht weiterlesen und ihr könnt mir erzählen wie es ausgeht.

Ich hatte mir vor Weihnachten “Das zufällige Leben des Homer Idlewilde” gekauft. Es ist von Yann Apperry und im Aufbau-Verlag erschienen.
Das Buch soll eigentlich sehr gut sein, es hat ja überall ausgezeichnete Kritiken bekommen und der Klappentext ist auch sehr vielversprechend.

Aber jetzt wo ich erst 60 Seiten geschafft habe, habe ich eigentlich gar keine große Lust mehr weiterzulesen.
Nicht das es langweilig wäre, nein so ist es nicht, die Geschichte die erzählt wird, ist auch ganz gut und sogar lustig.
Aber sie ist einfach zu verwirrend geschrieben, ich weiß nie in welcher Zeit sich gerade die Handlung befindet. Zu oft springt der Ich-Erzähler hin und her. Mal ist er in der Gegenwart, dann erinnert er sich wieder zurück, um sich dabei noch weiter zurück zu erinnern. Das ganze findet dann in einen sprunghaften Wechsel statt, so das ich selber gar nicht mehr hinterher komme.
Irgendwie habe ich dabei das Gefühl, dass die Geschichte keinen Zentimeter vorran kommt. Dabei ist von einer Odyssee die Rede, doch irgendwann muss die doch mal beginnen.