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Ein paar Gedanken zur Wahl in Hamburg

So langsam koche ich innerlich und ich denke auch, dass ich da nicht der einzige bin, den es so geht. Ich frage mich immer mehr ob es überhaupt schon in den Köpfen einiger angekommen ist, dass wir in einer Demokratie leben. Zu einer Demokratie gehört es nun einmal das Menschen in einer freien und geheimen Wahl eine Partei wählen und wenn diese Partei in einigen Bundesländern bei 30 Prozent liegt und seit Jahren ihre Regierungsfähigkeit bewiesen hat, so ist es einfach eine riesengroße Unverschämtheit gegenüber den Menschen, die diese Partei gewählt haben, sie dafür zu kritisieren, sie zu beschimpfen und sie auszugrenzen.
Ich spreche von der Linken und das was hier in den letzten Tagen losgelassen wurde, dass macht mich nur noch sprachlos. In den neuen Bundesländern gehört sie seit 18 Jahren zum Alltag, auf allen Ebenen wird mit ihr zusammengearbeitet, auf kommunaler Ebene kommt es sogar zu Bündnissen mit der CDU, sie hat 8 Jahre in Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit der SPD regiert, sie regiert bereits in der zweiten Legislaturperiode in Berlin, acht Jahre lang tolerierte sie die SPD in Sachsen-Anhalt, ist zweitstärkste Partei in den neuen Bundesländern und kaum kommt sie in den alten Bundesländern an, wird sie von allen Seiten verteufelt und zwar in einer Art und Weise, dass ich mich frage ob ich in einem falschen Land lebe.
Seit der Wiedervereinigung sind 18 Jahre vergangen, die SED ist seit 19 (!!!) Jahren Geschichte. Man sollte vielleicht mal langsam anfangen sich die Biografien der Mitglieder anzuschauen. Das jemand der heute so 30 bis 50 Jahre alt und in der DDR aufgewachsen ist und somit auch eine DDR-Vergangenheit hat, dürfte doch wohl einleuchtend sein, aber er hat nicht die Vergangenheit. die diejenigen hatten, die den ganzen Mist der damals geschehen ist, zu verantworten haben, dazu hat er gar nicht das Alter. Die DDR-Führung bestand aus Greisen, die meisten Verantwortlichen aus der SED sind gleich nach der Wende aus der PDS ausgetreten und wer drin geblieben ist, ist heute jenseits der 70, teilweise schon 80.
Jeder der hier aufgewachsen ist, hat eine DDR-Vergangenheit, auch unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sie. Auch ich habe sie, ich war wie fast jeder bei den Pionieren und ich wäre auch in der FDJ gelandet, wenn die Wende nicht schneller gewesen wäre und genau da frage ich mich mit einmal, was ist hier in diesem Land los. Hier werden Menschen verteufelt und ausgegrenzt, die einfach nur das gemacht haben, was ganz normal ist, sie haben gelebt.
Vor vier Jahren gab es in der SPD von Sachsen-Anhalt eine riesengroße Aufregung, ihr Landesvorsitzender Holger Hövelmann hatte als Jugendlicher ein Studium als Politoffizier an einer Offiziersschule der NVA begonnen und er war Mitglied der SED. Er ist einen Weg gegangen den viele gegangen sind oder gegangen wären und diejenigen die sich heute so selbstherrlich hinstellen und den Mitgliedern der Linken oder fast allen Ostlern dies vorwerfen, wären die ersten gewesen, die diesen Weg gegangen wären. Es ist so einfach etwas zu kritisieren, wenn man überhaupt keine Ahnung hat.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war Sekretärin in der FDJ, wird auch gerne verschwiegen.
Ob Angela Merkel oder Holger Hövelmann, beide haben sie eine DDR-Biografie, eine die die Mehrheit der Linksparteimitglieder ebenfalls hat und seit einer Woche ist es das allerschlimmste was man nur haben kann, etwas wofür man sich schämen muss. Wer die Linke wählt, oder sogar Mitglied ist, ist einfach nur noch pfui und wer mit ihnen zusammenarbeiten will, ist jemand der im Fegefeuer landen wird. Dabei sollte es doch nur einen Grundsatz geben, es kommt immer auf die Personen vor Ort an und ob ich mit denen zusammenarbeiten kann, damit ich eine vernünftige und gute Politik für Menschen machen kann.
Wenn in den alten Bundesländern mit einmal DKP-Leute bei der Linken dabei sind, so kann ich die Vorbehalte verstehen und da kann es auch nie eine stabile Zusammenarbeit geben, aber die Linke besteht doch nicht nur aus denen und Gregor Gysi hat es zum Glück auch bereits angekündigt, so etwas wird es in Zukunft nicht mehr geben.
Die Mehrheit der politisch aktiven sind doch keine Kommunisten, die sind ein so kleiner Prozentsatz, eigentlich völlig bedeutungslos, nur leider schaffen sie es immer wieder sich ins Gespräch zu bringen, aber bei der täglichen politischen Arbeit sind sie ohne Bedeutung.
So besteht die Linke im Westen aus Gewerkschaftlern und ehemaligen SPD-Mitgliedern, ein paar Grüne sind glaube auch dabei. Mit denen soll mit einmal keine Zusammenarbeit möglich sein? Es sind Leute die aus Frust und Resignation ihre Parteien verlassen haben, die sie verlassen haben, weil sie ihre Werte und ihre politische Einstellung nicht verraten wollten. Sie wollten keinen Sozialabbau mehr mitmachen, sie wollten sich nicht an völkerrechtswidrigen Kriegen beteiligen. Sie wären womöglich heute noch immer in der SPD, wenn die damalige SPD-Führung nicht ihr eigenes Parteibuch verraten hätte. Sie waren eine Minderheit und diese Minderheit wurde mundtot gemacht, einige haben gedacht, wir bleiben, es wird vielleicht mal anders werden und andere haben sich gesagt, ich will nicht mehr länger warten, ich will etwas verändern und sind gegangen und es waren viele die gegangen sind. Kurt Beck hat dies erkannt und will nun umschwenken und er weiß, er kann dies aber nur mit der Linken. Denn ohne Linke als Koalitionspartner verschwindet die SPD in der Bedeutungslosigkeit und es wird auf Dauer eine bürgerlich-konservative Regierung geben und die Grünen sind eigentlich nichts anderes wie die FDP, nur halt auf Öko-Tripp.
Die SPD muss sich nun entscheiden entweder sie will auf Dauer ein Juniorpartner der Union bleiben und von der Bildfläche verschwinden oder sie will wieder eine soziale Politik für die Menschen machen und das geht nur mit der Linken, aber dazu bedarf es einem Ende der Verteufelung. Was doch eigentlich gar nicht so schwer sein dürfte, denn wie gesagt, es sind 18 Jahre vergangen und auch in der SPD, in der CDU und in der FDP sitzen Menschen die eine Biografie aus der DDR haben.
Das Michael Naumann nicht das Wunschergebnis erreicht hat, lag doch nicht daran das Kurt Beck vor der Wahl über eine mögliche Zusammenarbeit mit der Linken spekuliert hat, sondern das lag doch daran, dass er überhaupt keine Chance gegen Ole von Beust hatte. Niemand aus der SPD hatte den Mut gehabt sich der Wahl zu stellen, weil von Anfang an klar war, dass diese Wahl nicht zu gewinnen ist, dann hat sich in Michael Naumann jemand gefunden, der das beste aus seinen Möglichkeiten gemacht hat. Er wurde von den Medien fast totgeschwiegen, hat es dann sogar noch geschafft seinen einzigen richtigen öffentlichen Wahlauftritt im Fernsehen zu verpatzen und holt dennoch 34 Prozent.
Kurt Beck, aber auch die SPD-Linken und die SPDler im Osten haben längst erkannt, dass es ohne Linkspartei nicht mehr geht und man muss sich mit ihr an einen Tisch setzen und dann ausloten was politisch machbar ist. Das es auf Bundesebene derzeit keine Koalition geben kann, dass dürfte jeden einleuchten, dazu sind die politischen Themen doch zu verschieden, eine Annäherung ist derzeit nicht absehbar, aber auf Landesebene wird es auch in den alten Bundesländern zu einer Zusammenarbeit kommen und vielleicht sollten die Kritiker innerhalb der SPD in die neuen Bundesländer reisen und sich dort einmal umschauen und dann die SPDler hier fragen, wie macht ihr das? Dort schließt die SPD keine Koalitionen mit der Linken aus, sie stellt zwar wie der thüringischen Spitzenkandidat Christoph Matschie eine Forderung, aber eine Koalition wird nicht ausgeschlossen. Die Bedingung für eine Koalition ist ganz einfach, es wird nur eine unter SPD-Führung geben. Ob dies so klug ist, bleibt abzuwarten, denn schließlich liegt die Linke im Osten deutlich vor der SPD, aber es zeigt doch ganz deutlich das die Politiker vor Ort wissen mit wem sie zusammenarbeiten können wenn sie etwas für die Menschen in ihrem Land erreichen wollen und eine soziale und gerechte Politik ist nur mit der Linken machbar.
Wenn die SPD meint, dies ist Teufelswerk, dann muss sie sich jetzt ganz klar positionieren und sagen, wir wollen eine neue CDU werden, aber dann braucht sie sich nicht zu wundern, wenn ihr noch mehr Mitglieder davon laufen.
Die SPD muss sich jetzt entscheiden, entweder sie will wieder eine Sozialdemokratische Volkspartei sein oder eine neoliberale konservative Partei, die nur ein Ziel hat, die Schwächsten in der Gesellschaft weiter auszubeuten.
Sie hat jetzt die Wahl welchen Weg sie einschlägt, Kurt Beck wie auch die SPD-Linke und auch sehr viele an der Basis haben dies erkannt und ihre Wahl getroffen, weil sie wissen, dass nur so die Sozialdemokratie zu retten ist.
Das diese Zusammenarbeit immer von den Personen abhängt, dass dürfte allen klar sein und deshalb geht es im Osten auch viel besser und es gibt keine Berührungsängste. Obwohl sie doch gerade hier am größten sein müssten, da ja hier die ganzen Bösen sitzen, die nur darauf warten wieder zuschlagen zu können und die DDR einführen wollen. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall.

Sobald die Linke im Westen ihren Fehler korrigiert hat, auch DKP-Mitglieder auf ihre Listen zu setzen, so wird es auch in den alten Bundesländern Bündnisse und Koalitionen geben, auf kommunaler Ebene gibt es da schon lange keine Berührungsängste mehr, dort beweist die Linke seit Jahren, dass sie durch aus etwas erreichen will und ein verlässlicher Partner ist.
Jetzt noch ein paar Worte zur Union, ich hatte mir gestern mal wieder die ARD-Talkshow Anne Will angeschaut, also da kam mir bald die Galle hoch. Das was Peter Hintze (CDU) und Erwin Huber (CSU) von sich gegeben haben, war nur noch unerträglich und an Peinlichkeit nicht mehr zu unterbieten. Vielleicht sollte den beiden Mal jemand sagen, dass der Kalte Krieg lange vorbei ist und vielleicht sollten auch sie einmal durch die neuen Bundesländer reisen. Sie sehen in der Linken Teufelswerk, mit der unter keinen Umständen zusammengearbeitet werden darf, die mit allen Mitteln bekämpft werden muss. Da kann ich nur sagen, bitte schön, sagt das der CDU hier im Osten und dann kommt mal hier her, wenn jegliche Zusammenarbeit beendet wird, denn dann fliegt ein Drittel aller Bürgermeister nämlich aus dem Amt, dann werden Kreistage unregierbar. Dann stehen auf Landesebene viele wichtige Projekte und Netzwerke vor dem Aus. Denn hier arbeitet die CDU mit der Linken erfolgreich zusammen. Es gibt auf kommunaler Ebene sogar Koalitionen und es werden gegenseitig Bürgermeister unterstützt und Bündnisse abgeschlossen.
Wer so ein dummes und blödes Propaganda-Geschwätz wie Huber und Hintze von sich gibt, der zeigt das er in der Gegenwart noch nicht angekommen ist und keinerlei Demokratieverständnis besitzt.
Wenn ihre Forderungen wirklich durchgeführt werden, dann sind die neuen Bundesländer unregierbar und irgendwann trifft es auch die alten Bundesländer. Wacht endlich auf, der Kalte Krieg ist vorbei, Deutschland ist in Europa angekommen, wir haben hier europäische Verhältnisse. Jetzt sind die Politiker aller Parteien gefordert sich zu beweisen und eine Politik für die Menschen zu machen. Die alten Zeiten sind vorbei. Wir leben in einer Demokratie und die Menschen hier sind mündig geworden und sie geben den beiden sogenannten Volksparteien nun die rote Karte, vorher fand das immer im Wechsel statt. Mal bekam sie die CDU, dann wieder die SPD, aber an der Politik hat sich nie etwas geändert. Musste es ja auch nicht, die Machtverhältnisse waren klar; zwei große Parteien und zwei kleine und somit konnte über Jahre hinweg ein neoliberaler Kurs gefahren werden. Doch das geht nicht mehr. Die SPD sollte dies als Chance ansehen, endlich kann sie beweisen dass sie eine sozialdemokratische Partei ist, sie kann zurück zu ihren Wurzeln finden.
Für die Linke heißt dies aber auch, dass sie diese Chance ergreifen muss und sich jetzt beweisen muss, sie muss zeigen das sie auch im Westen regierungsfähig ist. Mit der DKP in ihren eigenen Reihen wird es schwer werden, aber sie wird aus diesen Fehlern lernen. Im Osten hat sie gelernt und seit 1994 bewiesen das sie ein verlässlicher Partner ist, mit dem auch wirklich vieles erreicht werden kann. Vor 14 Jahren entstand das Magdeburger Modell, zwei Jahre später dann die erste Regierungskoalition in Mecklenburg-Vorpommern und die hat acht Jahre gehalten und in Berlin hält sie nun auch schon 6 Jahre. Solche Koalitionen sind Alltag in Deutschland, dass muss endlich mal in den Köpfen der Menschen ankommen. Ich frage mich wirklich ob ich in einem falschen Land lebe. Aber vielleicht ist die ganze Hysterie vor den Roten Horden die nun Deutschland überrennen werden auch nur Angst vor dem was derzeit in Deutschland passiert. Deutschland steht vor dem größten Skandal in seiner Geschichte, der sogar zu einer Staatskrise führen könnte.
Endlich macht die Steuerfahndung ernst und da geht die Angst um. Jahrzehntelang brauchten hier einige keine Steuern zu bezahlen, darunter möglicherweise sogar Politiker. Das ist nun vorbei.
Nicht ganz unschuldig daran ist die Linke, denn sie hat die Bundesregierung zu einer Gerechtigkeitsdebatte gezwungen. Nur leider hatte sie bei dem Wähler noch nicht so richtig gewirkt. Denn einfach nur die hohen Gehälter der Manager zu kritisieren und sie zu verteufeln, hilft den Menschen nicht weiter, davon haben die sozialschwachen auch nicht mehr im Portemonnaie, auch deshalb wird um einen Mindestlohn gekämpft.
Nun gibt es diesen Steuerskandal, der erst am entstehen ist, denn Liechtenstein ist nur der Anfang, die Schweiz und Österreich werden folgen und auf viele wartet eine unangenehme Überraschung. Schuld daran ist diese Gerechtigskeitsdebatte, ausgelöst durch die Linkspartei. Jetzt geht die Angst um. Was wird als nächsten Folgen? Werden mit einmal alle Steuerschlupflöcher geschlossen, wird vielleicht doch noch der Mindestlohn eingeführt? Es ist die nackte Angst mit einmal der Putzfrau zwei Euro mehr die Stunde zahlen zu müssen, die zu dieser ganzen Hysterie führt. Die Angst davor in Deutschland Steuern zahlen zu müssen, die Angst davor hier nicht mehr abkassieren zu können. Diese Angst geht nun um.

Wer aber mal sein Gehirn einschaltet, der wird bemerken dass die etablierten Parteien jahrzehntelang geschlafen haben. Sie haben dieses System begünstigt und er wird dann auch merken, dass Deutschland durchaus eine linke Kraft links der SPD braucht und sei es nur als Korrektiv. Wenn dann wirklich wieder eine vernünftige und sozial gerechte Politik gemacht wird und dadurch die Linke überflüssig wird, dann soll es halt so sein, dann hat sie aber ihr Ziel erreicht.
Und genau vor dieser Politik geht die Angst um, es ist nicht die Linke vor der man Angst hat, man hat Angst davor, dass man vielleicht einmal zwei oder drei Euro mehr zahlen könnte, egal ob als Privatmann oder als Unternehmer. Dabei sollte es doch völlig unerheblich sein, ob ich drei Millionen mein eigen nenne oder “nur” zweieinhalb Millionen, es ist immer noch viel Geld. Aber die Gier kennt ja keine Grenzen.
Einen kleinen Hinweis habe ich noch, der geht vor allen Richtung Bildzeitung. Nicht Lafontaine hat Deutschland „unregierbar“ gemacht. Wenn Deutschland denn wirklich unregierbar sein sollte, dann war es die Politik von Union und SPD, von ihr haben sich die Wähler abgewendet und sie haben ihr Recht genutzt und für eine andere Politik votiert, dies sieht unser Grundgesetz so vor.
Unregierbar ist Hessen auch nur durch die Dickköpfigkeit einiger Personen vor Ort geworden und dass es in Hamburg womöglich zu einer Schwarz-Grünen Koalition kommt, daran sind ebenfalls diese Eitelkeiten schuld, aber nicht die Linke.
Wenn Hessens Roland Koch sich nicht zu sehr an sein Amt klammern würde, dann wäre dort sofort der Weg für eine große Koalition frei. Wenn Hessens FDP sich nicht so dickköpfig zeigen würde, dann könnte auch sie mitregieren.
Wenn die Dickköpfigkeit einiger aus der SPD nicht sein würde, dann könnte Roland Koch sofort abgewählt werden, ja sogar Angela Merkel könnte abgewählt werden. Das ist Demokratie und Deutschland ist regierbar, man muss es nur wollen. Der Osten macht es vor und beweist das es geht und das sogar mit der Linken.

8 Kommentare

  • 1. bembelkandidat schrieb am 25th February 2008 um 13:45 :

    whow, da ist ist dir aber wirklich die galle übergekocht! wie ich zum gleichen thema schon bei der alten eule ähnlich gepostet habe, ist das gejammer und geplärre nur noch lächerlich, das sind eh nur krokodilstränen, denn ginge es den selbsternannten “demokraten” um die demokratie, würden die nicht ständig unsere verfassung angreifen, wie z.b. beim schnüffelgesetz der vorratsdatenspeicherung oder mit hartz 4 armut per gesetz verordnen oder krieg im ausland führen und das volk mal über die eu-verfassung abstimmen lassen! außerdem erinnert das geplärre sehr an die anfangszeit der grünen, als die das erste mal in die landtage gezogen sind und jetzt will sogar die cdu (!!!) mit den grünen ins koalitionsbett! und hessen, da ja KOCHt einem wirklich die galle zweimal über, denn da klammert sich der selbsternannte pseudo-wahlsieger ans amt obwohl er deutlich aus demselben von den wählerInnen gejagt wurde, toller demokrat!!!

  • 2. doerfler schrieb am 25th February 2008 um 14:29 :

    @bembelkandidat: Danach ging es mir auch besser. Diese Selbstherrlichkeit wie sich hier an die Macht geklammert wird ist einfach nur noch zum k…
    Demokratie und Pluralismus sieht für mich anders aus und wenn dann auch noch einer dummdreisten Art und Weise über eine großen Teil der Wählerschaft hergezogen wird, da erwacht dann auch wieder mein linkes Herz, denn irgendwann ist es einfach mal zuviel des Guten.

  • 3. Andreas schrieb am 25th February 2008 um 14:32 :

    Was der Panorams-Beitrag mit C. Wegner an reflexhaftem Verhaltem in der Medienlandschaft und Konsequenzen bewirkt hat, ist einer gesonderten Aufbereitung wert. Gestern Abend im Karl-Liebknecht-Haus gab Lothar Bisky ohne Wenn-und-Aber zu, dass es ihn freuen täte, wenn die FDP nicht in die Hamburger Bürgerschaft gewählt würde (das war so gegen 18:50 Uhr). Er begründete dies auch, indem er auf die von der FDP beantragte und im Bundestag abgehaltenen Aktuelle Stunde verwies, die, so Bisky, nichts anderes gewesen sei, als eine Wahlkampfmaßnahme gegen die Linkspartei.
    Recht hat er.
    Zur Erinnerung: Die “Aktuelle Stunde” (vgl. Geschäftsordnund des Deutschen Bundestags) ist ein Mittel der Opposition, um die Bundesregierung zu kontrollieren. Nachzulesen ist das in jedem Lehrbuch für Politologie und Staats-/Verfassungsrecht.
    Die FDP indes beantragt die “AS” bzgl. eines Vorgangs, der eine andere Oppositionspartei (Die Linke) betrifft, ein.

    Und noch etwas: Aus dem Führungskreis der Linkspartei habe ich dann noch so ganz nebenbei erfahren, dass man laut einer von der Linkspartei in Auftrag gegebenen Wählerumfrage bei 9 Prozent gelegen habe.
    Bis zu der “C.W.-Geschichte”.

    Aber vom Gegner geleistete Steilvorlagen gibt es sowohl im Fußball als auch in der Politik eher selten. Warten wir also ab, wie sich die Parteienlandschaft fortentwickelt und insbesondere die Kardinalfrage: Werden sich Grüne-Führung und Grüne-Basis schon bald voneinander entfernen? Wenn ja, mit welchen Konseuenzen?

  • 4. doerfler schrieb am 25th February 2008 um 15:36 :

    @Andreas: Ja, es stimmt bis zu der “C.W.-Geschichte” lag die Linke laut Umfragen bei 9 Prozent und das recht stabil.
    Ich persönlich halte es auch für einen Fehler, dass DKP-Leute auf der Liste der Linken kandidieren können. Sie sind Mitglied einer anderen Partei und in sofern dürften sie nur auf die Liste rauf, wenn sie nicht mehr Mitglied dieser Partei sind. Das soll sich in Zukunft auch ändern und vielleicht kann man dann so etwas auch besser kontrollieren.
    Man muss natürlich auch sagen, dass die Linke in den vier Parlamenten, wo sie nun neu eingezogen ist, noch einiges an Lehrgeld zahlen wird, die meisten sind keine Profis, sie werden noch viel lernen, aber es kann für die Demokratie nicht zum Schaden sein, die Grünen haben auch mal klein angefangen.
    Ja und dann gibt es immer noch den schönen Satz mit dem Glashaus und wenn ich mir so einige Politiker aus anderen Parteien anschaue und was sie so loslassen, also da wird es mir auch Angst und Bange, aber deswegen wurde noch nie eine aktuelle Stunde beantragt. Vielleicht sollte das die Linke nun nach den Äußerungen von Wolfgang Böhmer (CDU) tun, aber genau das wird sie nicht machen, denn eines wird sie nie machen, sie wird ihren politischen Gegner nicht bashen, wie es neudeutsch heute heißt. Es geht darum mit der täglichen politischen Arbeit die Menschen zu überzeugen, aber nicht damit nur auf die Fehler anderer hinzuweisen.

  • 5. Steffi schrieb am 25th February 2008 um 18:37 :

    Ich habe ja gestern die Wahl in HH verfolgt, zum einem , ich schrieb ja mal vor langer Zeit , mein Vater mischt da mit,zum anderen es ist immer meine Herzestadt, ja der Naumann hatte keine Chance, weil der Ole von Beust, Ole von Beust ist, da ist das Vertrauen in ihn da. Viele haben ihn wegen dem Menschen gewählt, das weis ich , da ich ja nun auch Bekannte und Familie in HH hab…. mal nebenbeibemerkt.
    Schwarz Grün ? gut vorstellbar
    Zu den Linken, ich habe mir das auch nebenbei alles angesehen / angehört, obwohl ich ja nun so wie es aussieht Deutschland verlasse… gestern habe ich im Ersten eine Polit Sendung dazu geseheen, wo der Ehemalige 1. Bürgermeister von HH v.Dohnani ..oder wie der mann geschrieben wird.. genau das in etwa erzählte was du beschreibst, mit der ehemaligen DDR und den Linken.
    Ich kenne die DDR so nicht, weil das als ich Kind war zu klein war das zu begreifen,und als die Grenze aufging, fing ich erst an das zu begreifen und konnte das nicht miterleben aus dem westen betrachtet oder durch besuche… Ich weis nicht, wie die Linken denken , habe mich damit erhlich gesagt auch nicht beschäftigt, ich sage mal aus meiner Sicht einer Ahungslosen,Nichtwissenden, und ich wette, da gibt es genug von der Sorte wie mir, ich dachte auch bis gestern die Linken ist das Gegenteil von den Rechten und sie sind in der Richtung “extrem” und da ich schon rechts nicht mag, dachte ich, Links ist auch blöde … Sorry, aber, ich vermute mal, dass viele sich mit dem Thema Politik nicht auskennen, ich auch nicht, und so denkt man dann, wie ich…..in mein Fall nur ne schande , ich gehe dafür auch gerne in die schämecke, weil ich im Grunde genommen ja das Jahrelang vorgelebt bekommen habe, was Politik ist, vieleicht, aber auch deswegen, weil ich “rebeliert” habe irgendwann……
    so das waren mal Gedanken von einem Politdummerchen *gg*

  • 6. doerfler schrieb am 25th February 2008 um 20:23 :

    @Steffi: Die Parteienlandschaft und ihre Positionen ist schon ein recht kompliziertes Feld und diese Dreiteilung der Parteienlandschaft ist eigentlich eine Fünfteilung. Sie wird in links, mitte und rechts unterteilt, aber dann gibt es noch jeweils der rechten und der linken Seite einen Außenrand und das sind die Extremisten, doch dazu gehört nicht die Linkspartei, denn es gibt in Deutschland noch einige die viel weiter links stehen. Die Linke besetzt heute die Position, die die SPD noch vor Jahrzehnten innehatte, denn die SPD war mal die Linke Kraft in Deutschland, sie ist aber zur Mitte gewandert und findet sich dort nun in Konkurrenz zur CDU und zur FDP. Rechts der Mitte steht die CSU, ihr Gegenpart ist somit die Linkspartei. Irgendwo zwischen der Mitte und der Linken Seite pendeln die Grünen.
    Was passiert wenn mit einmal beide großen Parteien sich in der Mitte wiederfinden, das haben wir in den 10 Jahren erleben dürfen. Die Folgen spüren wir heute alle. Auch deshalb ist es wichtig, dass es ein Korrektiv auf der Linken Seite gibt.
    Was die Personen die heute in der Linken drin sind angeht, so muss man einfach auch mal die Augen aufmachen und auf den Kalender schauen. Die von hier kommen heute so um die 40 bis 50 sind, haben damals ja gerade erst angefangen etwas aufzubauen. Sie waren 20 bis 30 Jahre alt, standen also ganz unten auf der Karriereleiter, falls sie überhaupt politisch aktiv waren, denn viele sind es erst nach der Wende geworden und genauso viele gingen da noch so wie ich, zur Schule. Der Rest die heute in der Linken tätig sind kam aus dem Westen und das nicht erst seit der Fusion mit der WASG. Der bekannteste von ihnen war damals Dieter Dehm, der 1998 aus der SPD austrat und zur PDS kam. Seit 1990 gab es zahlreiche Übertritte. Es gab sehr viele Prominente Unterstützer der PDS aus dem Osten, wie auch aus dem Westen, so zum Beispiel Heinrich Graf von Einsiedel, ein Ur-Enkel von Bismark, er saß vier Jahre für die PDS im Bundestag. Stefan Heym, jemand der in DDR wirklich hart zu kämpfen hatte und der Bürgerrechtsbewegung angehörte, stand mit einmal 1994 auf der offenen Liste der PDS zur Bundestagswahl und wurde in den Bundestag gewählt und war dort Alterspräsident. Die Liste der Unterstützer ist wirklich lang.
    All das wird heute gerne vergessen. Dabei sollte wirklich mal überlegt werden, warum sie Prominente und Intellektuelle der Linken zuwenden und sie unterstützen.
    Ein Klaus von Dohnanyi will über diese Gründe auch nicht nachdenken, den Eindruck habe ich gestern gehabt, er wollte nicht einmal etwas davon wissen, dass er seit Jahren mit führenden Linksparteimitgliedern zusammengearbeitet hat und das in einer von Gerhard Schröder eingerichteten Kommission, die auch von Linken beraten wurde.
    Jetzt besteht mit einmal die Gefahr, dass man vielleicht nicht mehr ganz so weitermachen kann wie bisher und einige Abgeordnete der SPD, aber der anderen Parteien ihre gutbezahlten Mandate verlieren könnten, dass erklärt dann diesen Beissreflex und den Rückfall in alte Zeiten.

  • 7. Steffi schrieb am 26th February 2008 um 13:42 :

    Danke für die Tolle Erklärung Doerfler ) ich sach ja Politik ist immer sehr kompliziert darum würde ich glaube immer den jenigen wählen, der Sympatisch ist , und zudem noch sich erhlich anhört , ob das dann die wahrheit hinter ist, muss man dan sehen *gg*

  • 8. Carola schrieb am 11th October 2010 um 06:31 :

    Und nun ist sowieso alles hinfällig, weil der schöne Ole sich lieber um seinen 30(?) jüngeren Freund kümmern möchte. So schön kann Liebe sein.

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