Der Linksbote » 2007 » December

Ab und an hatte ich es ja in der Vergangenheit erwähnt, dass mein kleines Dörflein einen Bahnanschluss hat, es liegt direkt an der Bahnlinie Magdeburg-Haldensleben-Oebisfelde und von dort geht es weiter nach Wolfsburg. Bis Mitte der 90er Jahre galt diese Strecke noch als Hauptverkehrsstrecke, es fuhren regelmäßig Interregios ins Ruhrgebiet und war die alternativ Verbindung zur Strecke Berlin-Magdeburg-Helmstedt und für den Güterverkehr sogar mit die wichtigste Strecke. Wenn man noch ein paar Jahre zurückblickt, so war diese Strecke sogar die zweitwichtigste im innerdeutschen Grenzverkehr. Jedenfalls fing mit der bevorstehenden Bahnprivatisierung ein umdenken in der Bahnzentrale statt, bereits seit Anfang der 90er scheint dort das Motto zu gelten weniger ist mehr und der Kunde soll bleiben wo der Pfeffer wächst. Dies galt natürlich auch für diese Strecke. Die Strecke wurde zwar erneuert, also den neuen Geschwindigkeiten der Züge angepasst, aber das Hauptproblem blieb, sie ist eingleisig und nicht elektrifiziert, also quasi ohne Zukunft. Mit etwas guten Willen wäre dies möglich gewesen, aber lieber wollte man große sinnlose Prestigeobjekte bauen. ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecken sollten die Städte Deutschlands verbinden und das obwohl der Großteil der Bahnfahrer die Pendler sind und nur Großstädte per ICE verbunden werden, die Fläche bleibt draußen.
Irgendwie hat man den Eindruck, als ob die Bahn nach und nach abgewickelt werden soll.
Immer mehr Strecken wurden stillgelegt, Zugverbindungen gestrichen, die Begründung war immer die gleiche, zu unrentabel seien die Strecken, kaum noch Kunden.  Nur wer an den Kunden vorbeifährt oder sie vergrault, der braucht sich nicht zu wundern, wenn sie wegbleiben.
Nachdem also die Strecke zu einer Nebenstrecke degradiert wurde, wurde die nächste Stufe gezündet, wie überall wurden die Bahnhöfe geschlossen, anfangs musste man die Fahrkarte noch im Zug kaufen, später dann an nichtfunktionierenden Automaten auf dem Bahnhof. Wie gesagt, die Automaten funktionierten nicht immer, was sich bis heute nicht geändert hat, aber damit die verbliebenen Bahnkunden abgeschreckt werden, wurde das wohl unfreundlichste Bahnpersonal auf dieser Strecke eingesetzt, was also hieß, es war eine Nachlösegebühr fällig, sie haben nicht geglaubt, dass die Automaten nicht gingen.

Nachdem dann also dadurch die Gelegenheitsfahrer abgeschreckt wurden, blieben nur noch die Pendler übrig. Seitdem die Bahntochter Elbe-Saale-Bahn den Betrieb übernommen hat, sind kaum noch Schaffner unterwegs, somit stellen die Automaten keinen Hinderungsgrund mehr da. Aber damit auch ja niemand auf die Idee kommt, mit der Bahn zu fahren gilt seit einem Jahr ein völlig katastrophaler Fahrplan, der in diesem Jahr noch schlimmer geworden ist, denn schließlich müssen ja auch die Pendler verschwinden. Früher einmal galt der Stundentakt. der gilt heute teilweise auch noch, nur leider wechselt er im Laufe des Tages mehrfach und das auch innerhalb der Woche. Während der Stundentakt früher für alle 7 Tage galt, muss man sich nun für das Wochenende auf andere Fahrzeiten einrichten. Es ist also nicht mehr möglich seine Uhr nach dem Zug zu stellen, da er immer anders fährt. Scheinbar hatte die Bahn damit seit dem  Fahrplanwechsel im letzten Jahr einen großen Erfolg, denn mit dem letzten Fahrplanwechsel wurden die Zugverbindungen für den Sonntag ausgedünnt. Am Vormittag fährt er nur noch im Zweistundentakt. Nun könnte man zwar sagen, da fährt ja eh kaum jemand, aber derjenige der fahren will, wird somit abgeschreckt und überlegt es sich, ob er überhaupt noch einmal mit der Bahn fahren soll und Werbung wird er auch nicht für sie machen. Nun könnte man ihm ja sagen, er kann doch vorher in den Fahrplan schauen, er würde ja gerne, wenn denn einer erhältlich wäre. Denn außer der Vorveröffentlichung im Internet gibt es keinen. Während in den Jahren vorher, die Zeitung immer noch einen veröffentlicht hatte, war in diesem Jahr dort nichts zu finden. Der Bahnhof in der Kreisstadt hatte selbst nach einer Woche immer noch keinen zum mitnehmen. Was also heißt, jemand der ohne Internetanschluss ist und mit der Bahn fahren will, der muss also erst einmal zum Bahnhof und sich am Aushang den passenden Zug raussuchen. Aber dies geht auch nur, wenn er großes Glück hat und dieser lesbar ist. Er könnte natürlich auch morgens zum Bahnhof gehen und dann einfach auf den Zug warten, irgendwann wird schon einer kommen oder auch nicht, denn wenn die Bahn mit dieser Taktik Erfolg hat, dann wird in spätestens 5 Jahren hier der Personenverkehr eingestellt, denn es fährt ja niemand mehr mit.

Das letzte Wochenendbild ist glaube auch schon wieder eine Weile her und heute gibt es eines aus Quedlinburg, dort war ich letztes Wochenende und habe den “Advent in den Höfen” besucht. Wenn ich mal das kurze notgedrungene besuchen des Magdeburger Weihnachtsmarktes beiseite lasse, denn den musste ich überqueren, da ich in der Nähe geparkt hatte und es geregnet hat und so der Weg zum Auto kürzer war, war dies mein bisher einziger Weihnachtsmarktbesuch in diesem Jahr. Überhaupt kein Vergleich zum letzten Jahr, na ja mal schauen, vielleicht kommt ja morgen noch einer dran.

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Da niemand sagen soll, dass ich nicht auf die Wünsche meiner Leser eingehe, mache ich einfach mal eine kleine Leserbefragung zum neuen Aussehen des Linksboten.
Ihr braucht mir nur eure Meinung dazu zu sagen, also ob ihr es schick oder weniger schick findet, ob alles genauso übersichtlich und gut lesbar ist, wie vorher oder halt nicht und dann natürlich ob ich alles so lassen soll, oder wieder zum alten zurückkehren sollte.

Das die Zustände in deutschen Alten- und Pflegeheimen nicht immer die besten sind, dass ist lange bekannt und in Sachsen-Anhalt hat endlich einmal das zuständige Landesverwaltungsamt durchgegriffen und die Schließung eines städtischen Pflegeheimes im Magdeburg zum Jahresende verfügt. Den ganzen Beitrag lesen…

Gestern habe ich schon einmal angefangen Weihnachtsgeschenke zu verpacken. Also ich frage mich da, warum es nicht möglich ist faltbares Geschenkpapier herzustellen, also etwas was schön leicht zu falten ist und auch nicht sofort kaputt geht, aber nicht so ein störrisches Zeug, was nur zu einem Nervenzusammenbruch führt.

Es wurde immer geleugnet, doch seit gestern kann es jeder schwarz auf weiss lesen, Hartz-IV bedeutet wie einer der Slogans der Linkspartei es sagt, “Armut per Gesetz”.

Eine Studie des DIW belegt, dass zwei Drittel der Leistungsempfänger unterhalb der Armutsgrenze leben, vor der Reform war es noch die Hälfte. Besonders betroffen sind die Ostdeutschen, hier ist die Armutsquote sehr hoch. Standen vor der Hartz-IV Reform einer Person in Ostdeutschland noch 10.390 Euro pro Jahr zu, so waren es nach der Reform, nur noch 8.840 Euro.
Ebenfalls stark betroffen sind die ehemaligen Sozialhilfeempfänger, sie wurden nicht wie vorher immer behauptet, besser gestellt, im Durchschnitt ist ihr Einkommen von 9.240 Euro auf 7.170 Euro gesunken. (siehe taz)
Man kann also sagen, durch Hartz-IV hat die große Mehrheit rund 2000 Euro weniger im Jahr zur Verfügung.

Doch trotz aller Kritik an diesen Gesetz, haben Gerhard Schröder, Franz Müntefering und Wolfgang Clement (alle SPD) und die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) immer bestritten, dass es den Menschen schlechter geht, sie leugnen bis heute das sie unterhalb der Armutsgrenze leben müssen. Schlimmer noch die heute Bundesregierung, bestehend aus Union und SPD verschlimmert mit jeden Tag die Situation dieser Menschen, sie hat ihnen die Menschenwürde genommen und kürzt immer weiter, anstatt wie versprochen die Regelsätze zu erhöhen. Aber damit niemand mitbekommt wie unsozial Union und SPD sind, wird nun über die hohen Managergehälter diskutiert. Denn wenn es dort wirklich gelingt eine Obergrenze festzulegen, dann kann ja gesagt werden, dass die dort oben zum Verzicht bereit sind, also müssen es die da unten erst recht sein und auf weitere Euro verzichten. Nur es ist ein Unterschied, ob jemand statt 10 Millionen 5 Millionen im Jahr hat, oder ob einer statt 10.000 Euro am Ende nur noch 8000 Euro oder noch weniger hat.
Anstatt jetzt über die hohen Gehälter der Topmanager zu diskutieren, sollten wir endlich nach unten schauen. Dort ist Handlungsbedarf und danach kann meinetwegen nach oben geschaut werden.

Wenn es wirklich so wäre, dass die Einführung des Mindestlohnes zu einem drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit führen würde, dann müsste die EU und ihre Nachbarn von Massenarbeitslosigkeit ohne gleichen heimgesucht werden. In fast allen europäischen Staaten gilt ein Mindestlohn, nur in Deutschland nicht und es wird sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt.

So hat sich auch mal wieder der Chef des ifo-Institutes, Hans-Werner Sinn, zu Wort gemeldet. (siehe Süddeutsche Zeitung) Er sieht bei einer Einführung eines Mindestlohnes 1,9 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr. Das mag ja vielleicht sogar stimmen, aber als Grundlage nimmt er den Mindestlohn für die Postbranche. Doch von 9,80 Euro als Mindestlohn für alle Branchen war nie die Rede. Die einen fordern 7 Euro und die anderen 8 Euro, aber nie mehr. Das für die Briefträger nun 9,80 Euro gelten liegt doch daran, dass sich die Post auf einen entsprechenden Tarifvertrag mit verdi geeinigt hatte. Über die Gründe der Höhe des Mindestlohnes kann man glaube sehr lange diskutieren, nahe liegt schon der Schutz der Post.
Aber man sollte dabei nicht außer acht lassen, wie schwer die Arbeit eines Briefträger ist, bei Wind und Wetter müssen sie draußen die Briefe austragen und dürfen sich keine Fehler leisten und sie tragen dabei teilweise große Wertsachen durch die Gegend. Ihre Arbeit ist schon eine sehr verantwortungsvolle Arbeit und ohne die Briefträger würde hier einiges zusammenbrechen, insofern sollten sie wie auch die Lokführer eine entsprechende Entlohnung bekommen, denn sie leisten etwas und halten keine großen Reden, die keinerlei Nutzen haben. Dies gilt eigentlich für alle die wirklich Werte schaffen, denn ohne die Menschen die täglich zur Arbeit fahren, wäre Deutschland arm dran und das sollte endlich honoriert werden. Doch lieber werden Horrorszenarien an die Wand gemalt, damit noch mehr Menschen ausgebeutet werden können. Aber wenn Hans-Werner Sinn endlich mal seine Hausaufgaben machen würde, dann würde er die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen, denn ohne eine anständige Entlohnung, geht über kurz oder lang hier alles den Bach hinunter. In jedem Land wo die Löhne gestiegen sind, gab es auch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Doch wie sieht es in Deutschland aus? Hier sinken seit Jahren die Realeinkommen und der Aufschwung ist auch nur auf dem Papier vorhanden, angekommen ist er bisher bei niemanden und selbst der auf dem Papier wird immer kleiner.

In 20 von 27 EU-Mitgliedsstaaten gibt es einen Mindestlohn und dieser ist laut Hans-Böckler Stiftung alleine zum 1. Januar 2007 drastisch angestiegen. Er wird immer wieder den Lebensverhältnissen angepasst. In den mit Deutschland vergleichbaren Ländern liegt er zwischen 7 und knapp 9 Euro. Darunter sind auch Länder auf die gerne verwiesen wird, wenn es um Reformen geht. Sie haben Arbeitsmarktreformen durchgeführt, ohne Frage, teilweise auch so drastisch wie in Deutschland, aber auf der anderen Seite wurde dafür gesorgt, dass jeder der Arbeit hat, auch davon leben kann und das auch wirklich Arbeit vorhanden ist. Länder wie Irland sind mit dieser Politik mittlerweile so erfolgreich, dass sie auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sind.
Nun könnte man zwar auf die Idee kommen und sagen, aber in Schweden und Finnland gilt kein Mindestlohn. Aber dort wird auch überdurchschnittlich gut bezahlt, kein Vergleich zu Deutschland, da brauchte der Gesetzgeber keinen Mindestlohn einführen, da er quasi auf freiwilliger Basis vorhanden ist.

Mir dreht sich wirklich der Magen um, da steht die Rechtsexpertin der bayrischen Grünen, Christine Stahl nicht alleine da, denn die bayrische Polizei arbeitet anscheinend Hand in Hand mit der rechten Szene, wenn es um Ermittlungen gegen Linke geht. Es ist die gängige Praxis, so die Auskunft des Nürnberger Polizeipräsidiums, dass man sich zur Täterermittlung auch illegal erstellter Fotos bediene, die sich auf einer rechtsextremen Internetseite befinden. Diese Seite sammelt Fotos und Daten von Linken, aber auch von Menschen die sich gegen den wachsenden Rechtsextremismus wehren.
Für das bayrische Innenministerium ist dies aber völlig in Ordnung und wird somit zum Unterstützer der rechten Szene, die sich nun selber feiern kann.
Einfach beschämend ist so etwas.
(siehe Süddeutsche Zeitung)

Dieser Meinung ist Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), für ihm verdienen die Spitzenpolitiker in Deutschland zu wenig. (siehe Frankfurter Rundschau)

Ob er sich da in gerade jetzt wo alles über die hohen Managergehälter schimpft viel Freude macht, dass will ich doch stark bezweifeln. Er wendet sich auch gegen eine Vermögenssteuer, sie würde den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährden, obwohl gerade sie das einzige Mittel wäre, um nach oben hin etwas Gerechtigkeit zu schaffen, denn dann hätte der Staat mehr einnahmen, die er in die Bekämpfung der Armut stecken kann. Einfach nur eine Begrenzung würde überhaupt nichts bringen, im Gegenteil.
Für Roland Koch verdienen jedenfalls die Manager nicht zu viel, sondern Politiker wie er, viel zu wenig, aber vielleicht ist dies ja auch als Vorstoß Richtung Mindestlohn zu sehen, was ich aber bezweifel.

Dabei heißt es immer man soll schön in Ruhe essen und oft kauen und nicht so schlingen, doch wer dies in einigen Filialen von McDonalds in England tut, der hat ein Problem, denn dort gibt es in 40 Prozent der Filialen ein Zeitlimit. Zum aufessen hat jeder Gast der mit dem Auto dort ist, genau 45 Minuten Zeit, danach gibt es einen Strafzettel. Dies ist zum Beispiel Jamie Thomson passiert, der soll nun umgerechnet 175 Euro Strafe zahlen, da er 15 Minuten zu langsam war. McDonalds begründet diese Praxis damit, dass viele Kunden die Flächen missbraucht hätten.
Einfach nur verrückt kann ich da nur sagen.
(Quelle: Die Zeit)