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Ach, mit einmal ist es nicht fair

Seit Monaten fühlt sich die Bundesregierung als Vorreiterin in Sachen Klimapolitik. Eine Regierung nach der anderen wurde an den Pranger gestellt und ein radikales umdenken in der Umweltpolitik gefordert. Was durchaus richtig ist, aber wenn dann sollte doch wohl gleiches Recht für alle gelten, oder. Denn kaum fordert die EU auch von Deutschlands Industrie einen Beitrag zum Umweltschutz, wird dies als unfair bezeichnet. Man möchte weiterhin umweltschädliche Autos bauen. Die geplanten Strafen für zuviel CO²-Ausstoß, werden als Wettbewerbsverzerrung angesehen.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) beklagt sich sogar darüber, dass bei 50% der französischen Autos nichts gemacht werden müsse, aber bei 98% der deutschen. Da hat er ja recht, die EU hätte eine andere Grenzlegung beim CO²-Ausstoß festlegen müssen, so dass auch die etwas machen müssen, die schon etwas weniger ausstoßen, dann gibt es ja einen Anreiz für alle, noch mehr zu tun. Aber so etwas fordert Gabriel nicht, er will eine höhere Grenze für die deutschen Hersteller, damit sie nichts machen müssen, aber dafür, die anderen. (siehe tagesschau)
Ob man so zum Vorreiter in der Umweltpolitik wird, ist wirklich fraglich.

4 Kommentare

  • 1. Psy Chotic schrieb am 20th December 2007 um 16:02 :

    Hi doerfler!
    Um mal ganz ehrlich zu sein, halte ich von den neuen und über´s Knie gebrochenen Grenzwerten auch nicht viel!
    Ich fahre einen 20 Jahre alten Diesel, der auf einmal als die Umweltsau der Nation gilt. Dieser kleine Dieselmotor (im übrigen ein Franzose) verschlingt mittlerweile 620,00 € an Steuern!
    Bevir Du jetzt sagst “Kauf Dir doch ´nen neueren”, lass Dir gesagt sein, dass ich mir eine Neuanschaffung schlichtweg nicht leisten kann! Ich fahre den Kleinen NICHT, weil ich ihn so toll finde, sondern weil ich mir kein anderes leisten kann!
    Jetzt sagst Du bestimmt gleich “rüste doch um auf Kat und Rußfilter, dann wird er günstiger” - selten so gelacht! Es gibt für meinen Wagen weder Kat noch Rußpartikelfilter!
    Hast Du als belesener Zeitgenosse überhaupt eine Vorstellung dessen, zu wieviel Prozent gerade mal der PKW für unser Klima verantwortlich ist? Nein?
    Ich sag´s Dir: zwischen 4 und 10%!
    Willst Du auch noch wissen, wer die eigentlichen Umweltschweine sind? Guck mal in Deinen Haushalt - wieviel Geräte stehen da herum, welche elektrisch betrieben werden?

    Ich laufe in vielen Deiner Meinungen mit Dir konform, aber in diesem Artikel von Dir ist eine Menge Unüberlegtheit!

  • 2. doerfler schrieb am 20th December 2007 um 16:29 :

    @Psy Chotic: Der Anteil von PKWs an der Umweltverschmutzung mag vergleichsweise gering sein, aber ist dies ein Grund dort die Hände in den Schoss zu legen? Wenn auch nur zwei Prozent dort eingespart werden können, so sind dies zwei Prozent und wenn dies auch bei allen anderen Bereichen geschieht, dann ist schon viel getan, aber mit so einer Einstellung brauchen wir auch woanders nichts zu tun.
    Was die Umrüstung der älteren Fahrzeuge angeht, so ist diese soweit es technisch möglich ist, auch mit teilweise hohen Kosten verbunden und es ist mir durchaus bewusst, dass gerade Einkommensschwache dies dann nicht können, von einer Neuanschaffung ganz zu schweigen. Damit zumindest eine Umrüstung finanzierbar ist, ist die Politik gefragt. Sie muss so etwas dann fördern und natürlich auch etwas für Einkommensschwache Familien tun, sprich Mindestlohn einführen und natürlich Hartz-IV erhöhen.
    Was meinen Haushalt angeht, da stehen sicherlich zahlreiche elektrische Geräte rum, aber im Gegensatz zu vielen anderen weiß ich, wo sich am Fernseher die Ausschalttaste befindet und es gibt im Haushalt sehr viele Möglichkeiten um Strom zu sparen, dass nützt der Umwelt und würde auch den Geldbeutel entlasten, wenn die Stromkonzerne nicht andauernd die Preise erhöhen würden.
    Im übrigen bezieht sich mein Artikel auf alle Neufahrzeuge, denn dort wird es ab 2012 eine Veränderung der Vorschriften geben, was heißt, dass die Hersteller etwas tun müssen, allen voran die deutschen. Entweder sie entwickeln neue Techniken und Motoren und können so den CO²-Ausstoß senken oder sie müssen eine Strafe zahlen. Dies hätte nebenbei auch für den Geldbeutel einen großen Vorteil, wer dann ein neues Auto kauft, spart. Die Steuern sind niedriger und mit Sicherheit auch der Verbrauch und bitte jetzt nicht den Vergleich mit den alten Wagen und die Ungerechtigkeit. Es ist heute auch schon so, neue Autos verbrauchen in der Regel weniger und steuerlich sieht es auch besser aus, also da ändert sich nichts und das dort eine soziale Ungerechtigkeit herrscht, dass sollte uns nicht daran hindern, etwas für die Umwelt zu tun, im Gegenteil, die Regierungen haben zwei Hausaufgaben zu machen, die soziale Ungerechtigkeit beenden und den Umweltschutz vorantreiben.

  • 3. Psy Chotic schrieb am 20th December 2007 um 16:57 :

    Und was ist mit Familien, welche gerade mal 50 € über Hartz IV liegen?
    Da nutzt mir die Politik auch nichts.
    Es ist einfach ein Unding, Regeln und Grenzwerte festzusetzen, die FÜR ALLE PKW GLEICHZEITIG gelten!
    Ich werde vom Staat schon genug bestraft, was Treibstoff, Steuern und sonstigen Wegelagerern betrifft - jetzt aber auch noch eine Strafsteuer für “Stinker” zu erheben, ist Betrug am ehrlichen Arbeiter, der auf seinen PKW angewiesen ist.
    Selbst wenn ich das Geld für ein neues Auto hätte - warum soll ich einen Wagen mit erst 70TKM im TOP-Zustand verschrotten? Wegen dem Umweltschutz? Im Leben nicht!
    Ich habe nichts gegen neue Techniken und neue Abgasnormen FÜR NEUFAHRZEUGE, aber bitteschön FINGER WEG von den alten Youngtimern, welche so NIE eine Chance haben, mobiles Kulturgut (Oldtimer) zu werden.
    Ich habe noch einen alten Audi V8 herumzustehen, welcher lediglich per Kaltstartregler auf Euro 2 umgerüstet wurde - dieser hat 3,6L Hubraum und verbraucht mal eben 15L MEHR als mein kleiner Diesel, der gerade mal 1,6L Hubraum hat - der kostet mich über 400 € WENIGER an Steuern, obwohl der wesentlich mehr Schadstoffe herausbläst, wesentlich mehr die natürlichen Ressourcen belastet (nur mal so als Denkanstoss, warum ich den “Umweltsportsgeist” mancher Politiker in keinster Weise nachvollziehen kann).
    Wir können hier jetzt noch stundenlang über das Thema Umweltschutz diskutieren, ohne zum Ende zu kommen - als erstes sollten mal diese ganzen Umwelttickets ersatzlos gestrichen werden, welche sich die Industrie erkaufen kann, um weiterhin Ihren Dreck ungefiltert in die Luft zu blasen!
    Vorher sehe ich das Thema Umweltschutz lediglich als das, was es ist: ABZOCKE!
    Warum brüllt niemand über die ganzen Gifte, welche ein Kraftwerk in die Luft bläst? Warum werden hier keine Nägel mit Köpfen gemacht?
    Ganz einfach: Weil unser Land (und dazu zähle ich auch die ganzen ferngesteuerten Trittbrettler, welche unüberlegt jeden Scheiss nachträllern) verlogen ist…..

  • 4. Blimp, Böse Worte schrieb am 20th December 2007 um 17:27 :

    Ich habe neulich im TV gesehen, dass besonders die großen Rinderherden eine erhebliche Umweltbelastung darstellen. Diese elenden Pflanzenfresser erzeugen nämlich riesige Methanmengen, bevor sie von uns Fleischfressern vertilgt werden.

    Darum Frage ich:
    Was bitte tut Frau Merkel gegen den KUHPUPS???

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