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Kopfschüttel

Es kommt eigentlich ganz selten vor, dass ich auch mal Politiker der Linken kritisiere, aber heute kann ich echt nur noch den Kopf schütteln.

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei Die Linke, Katina Schubert hat Strafanzeige gegen die Wikipedia gestellt. Als Begründung gab sie das verwenden von verfassungsfeindlichen Symbolen an. Das Internetlexikon wird wegen seiner offenen Struktur zum Einfallstor rechtsextremer Ideologien, so Katina Schubert.
Sie fordert deshalb die Verantwortlichen auf, unter Beibehaltung der offenen Struktur, politische und ethische Standards einzuführen.

Dazu kann ich nur sagen, dass Katina Schubert und ihre Mitarbeiter sich vielleicht vorher mal die Wikipedia genauer hätten anschauen sollen, problematische Artikel werden eigentlich relativ schnell überprüft und editiert. Dies stellt auch noch einmal der Geschäftsführer vom Wikimedia-Verein Deutschland, Arne Klempert, gegenüber das taz klar. Ich kann ihm da auch nur recht geben, wenn man alles im Internet verhindern will, dann kann es eigentlich abgeschaltet werden.
Mit dieser Anzeige hat Katina Schubert ein klassisches Eigentor geschossen, sie hätte vielleicht besser mal mit den Verantwortlichen der Wiki gesprochen, wie noch schneller auf problematische Einträge reagiert werden kann. Aber mit dieser Strafanzeige hat Katina Schubert, diese Tür quasi schon selber zugeschlagen und das ihre Mitarbeiter nicht einmal in der Lage waren einen Ansprechpartner zu finden, ist schon ein Armutszeugnis, ein paar Mausklicks genügen und schon sind die entsprechenden Adressen auf dem Bildschirm
siehe: hier und hier

Es ist wichtig und richtig, dass verhindert wird, dass rechtes Gedankengut verteilt werden kann und hoffähig wird und dies ist die Aufgabe der gesamten Gesellschaft und dazu gehört auch die Wikipedia und ihre Nutzer, aber wenn ich sie schon im Vorfeld in eine Ecke mit den Nazi stelle, dann kann so etwas nur nach hinten los gehen.
Von daher wäre es wirklich besser, wenn sich Katina Schubert auf ihre eigentlichen Aufgaben beschränken würde und zu den Dingen schweigt, von denen sie keine Ahnung hat, wie sie es ja selber sogar noch in der taz zugibt. Sie muss nicht wissen, wie es möglich sein soll, in Zukunft bei einer offenen Struktur schon im Vorfeld Beiträge zu kontrollieren.
Natürlich besteht bei derart offenen Systemen und Strukturen immer die Gefahr, dass so etwas für Propagandazwecke missbraucht werden kann, egal in welche Richtung und dies muss nicht mal nur für politische Zwecke sein. Doch da hilft dann nur die Selbstkontrolle und die Aufforderung an alle Nutzer, immer wachsam zu sein und sofort einzugreifen. Das dies dann auch wirklich geschieht, ist wiederum die Aufgabe der Politik und unserer Gesellschaft, denn wenn in der Gesellschaft kein Platz für Nazis ist, dann ist für sie auch kein Platz mehr Internet.

3 Kommentare

  • 1. Wolf schrieb am 6th December 2007 um 16:35 :

    Über die Aktion brauchst Du Dich doch nicht aufzuregen. Politiker, egal welcher Partei, sind alle gleich. Erst “schießen” und dann fragen und außerdem haben sie keine Ahnung wie das Internet funktioniert, das haben ja schon verschiedene Politiker demonstriert.

  • 2. Verbindulix schrieb am 6th December 2007 um 18:12 :

    Das ist leider das Problem aller Parteien. Die richtig guten Leute lassen sie außen vor, und fallen dann letztlich immer auf die herein, die den größten Mund haben.Es ist nicht die Zeit für Querköpfe, ada die Klugen oft etwas ruhiger sind. Dies entspricht
    aber so gar nicht der heutigen Kultur. Klappern gehört eben zum Handwerk.Was Katharina Schubert betrifft, klären wir sie einfach
    auf, undgeben wir ihr Tipps ,z.B. über Seiten über Marx und Engels
    bei Wikipedia natürlich. ( ihre Altersversorgung hat sie trotzdem
    sicher)

  • 3. Blimp, Böse Worte schrieb am 7th December 2007 um 18:23 :

    Alle großen Ideen und Visionen sind an ihren kleingeistigen Mitläufern gescheitert.

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