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Die Abzocke der Pharmaindustrie

Wie aus einem 25 Euro-Medikament ein 1500-Euro-Medikament wurde beschreibt die Süddeutsche Zeitung.
Im Jahre 2000 wurde durch einen Zufall entdeckt, dass das Krebsmedikament Avastin vom Hersteller Novartis, auch gegen eine Augenkrankheit hilft. Die Anwendung kostete 25 Euro.
Bei Novartis kam man schnell dahinter wie sich damit viel Geld verdienen lässt. So wurde für Avastin keine Zulassung als Augenheilmittel beantragt. Das Mittel wurde mininmal verändert, ob sich die Veränderung in der Wirksamkeit des Mittels überhaupt bemerkbar macht, steht in den Sternen. Anschließend bekam es einen neuen Namen und es wurde eine Zulassung als Augenmedikament beantragt. Nun kostet eine Einzeldosis 1500 Euro und 10 werden benötigt. An der Augenkrankheit sollen allein in Deutschland 450.000 Menschen erkrankt sein, dies würde für die Krankenkassen bei Übernahme der Behandlungskosten, zusätzliche Ausgaben in Höhe von bis zu sieben Milliarden Euro bedeuten, pro Jahr!!!

Die Süddeutsche Zeitung erklärt dann auch noch wie es zu so einen hohen Preis kommen kann, der leider in der Pharmaindustrie kein Einzelfall ist. Sie bringt es kurz und knapp auf den Punkt: Das Leiden bestimmt den Preis.
Je höher das Leiden, desto höher der Preis für ein Medikament. Wo leben wir nur, frage ich mich da.

3 Kommentare

  • 1. Martina schrieb am 20th November 2007 um 22:19 :

    Doerfler, das ist leider eine “alte” Geschichte. (

    Es geht um die Behandlung der Makuladeneration. Zufälligerweise entdeckten Augenärzte, dass das Avastin, in die Augen gespritzt, gegen die Makuladenegeration hilft. Nun hat dieses Medikament allein die Zulassung als Krebsmittel, und hier gegen den Darmkrebs.

    Die schweizer Sendung “10vo10″ berichtete darüber schon am 8. Februar 2007.

    http://www.martina-kausch.de/index.php?/archives/2092-Schwer-zu-verstehen.html

    (Da ich zur Zeit wieder mal massive DB-Probleme habe, ist der Text etwas “zerpflückt”. Dennoch sollte sich der Inhalt relativ gut lesen lassen.

  • 2. eule70 schrieb am 21st November 2007 um 00:49 :

    Wo wir leben? Im Kapitalismus, alias Freie Marktwirtschaft. Die Nachfrage bestimmt den Preis. Und das Sahnehäubchen kommt von unserem spezifisch deutschen Gesundheitssystem. Ich wette, ein paar Km von hier in Holland oder Belgien wird auch dieses Medikament nur die Hälfte kosten.

  • 3. doerfler schrieb am 21st November 2007 um 11:54 :

    @Martina: Sicherlich ist dies nicht gerade neu, aber es wird im Bericht der Süddeutschen Zeitung erschreckend deutlich das die Pharmamanager keinerlei Gewissen besitzen. Je höher das Leiden, umso höher der Preis.
    Ja und unser Gesundheitssystem begünstigt dies auch noch, indem die Pharmariesen tun und lassen können was sie wollen und somit die Hauptverursacher für die hohen Kosten im Gesundheitssystem sind. Doch jede Reform geht immer nur zu Lasten der Patienten und der Ärzte, gegen die wahren Verursacher wird nichts unternommen und darauf muss man immer wieder hinweisen.
    Schlimm ist hierbei auch, dass Novartis, oder zumindest Roche durchaus eine Zulassung als Augenmedikament hätten beantragen können, doch stattdessen, haben sie das Medikament verschlimmbessert und verkaufen es nun zu einem völlig überzogenen Preis. Denn das neue hilft laut Zeitungsbericht nicht mehr so gut wie das alte und muss öfters angewendet werden. Was möglicherweise auch so gewollt ist.

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