Der Linksbote » 2007 » October

Ab und zu kommt es vor das ich einkaufen gehe, damit meine ich jetzt keinen Supermarkt, sondern Kaufhäuser und wenn ich dann dort so vor den Regalen stehe, dann ist es wie bei einer Jagd, man stellt alle möglichen Berechnungen über die zu erlegende Beute an, man schleicht sich an, schaut sie sich genau an, rechnet nach und legt alles wieder hin und widmet sich einen anderen Objekt und ich hasse es, wenn nach spätestens 10 Minuten sich dann jemand zu mir gesellt und ebenfalls anfängt so unschlüssig durch die Gegend zu rennen und mich dabei genau beobachtet. Das stört mich aber total in meiner Kaufentscheidung und ich kann nicht mehr genau rechnen und überlegen und ich kaufe etwas was ich gar nicht gebrauchen kann und viel zu teuer ist. Aber wenn ich dann auch noch bis zum Ausgang verfolgt werde, dann ist das nicht schön.

Eine kleine bisher völlig bedeutungslose Gewerkschaft wird zum Politikum und zum vielleicht bisher stärksten Gegner der kommenden Teilprivatisierung der Deutschen Bahn. Die GdL gefährdet die Pläne von Bahn und Politik und wird langsam sehr unbequem. Wie unbequem sie bereits geworden ist, zeigen die Reaktionen von Union und SPD nach dem Zurückweisen des nur minimal verbesserten Tarifangebotes der Bahn. “Egoisten” sollen die Gewerkschafter sein, “die von Öffentlichkeit zur Räson gebracht werden müssen”, so der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, gegenüber der Netzeitung. Laurenz Meyer von der CDU glaubt das sich eine “Minderheit auf Kosten der Allgemeinheit austobt”.
Doch genau das tut die GdL nicht, sie will einfach nur die Rechte, die ihr als Gewerkschaft zustehen und sie ist im Gegensatz zum Konkurrenten Transnet nicht so handzahm und Bahnfreundlich und stimmt allen Privatisierungsplänen zu. Wenn sie jetzt einen eigenen Tarifvertrag bekommt, in dem auch eine vernünftige Bezahlung der Lokführer festgeschrieben ist, dann hat sie gezeigt das sie kämpfen kann und wenn dann nach der Teilprivatisierung die erste Entlassungs- und Kürzungswelle ansteht, dann wird sie kämpfen und das passt der Politik und dem Bahnvorstand überhaupt nicht.

Der Politik passt noch etwas anderes nicht, wenn so eine kleine unbedeutende Gruppe durch Beharrlichkeit etwas erreichen kann, so steckt darin eine große Gefahr, denn schließlich könnte so etwas ja ansteckend sein. Was die Lokführer können, dass können vielleicht auch andere.
Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt wird bei der Otto-Tochter HWS in Hamburg und Haldensleben für höhere Löhne gestreikt. Am gestrigen Montag wurde der Streik in Haldensleben nach 15 Tagen unterbrochen, da nun die Arbeitgeber zu neuen Verhandlungen bereit waren. Auch hier zeigt die Beharrlichkeit und Entschlossenheit eine erste Wirkung.

Mal schauen was die GdL in den bevorstehenden Verhandlungen erreichen wird, jedenfalls gibt sie nicht so schnell klein bei, wie es andere vor ihr getan haben.

Für heute Vormittag hatte sich bei mir eine Versicherungsvertreterin angemeldet. Sie wollte sich mal vorstellen und mich kennenlernen, sie war eine neue Mitarbeiterin des für mich zuständigen Vertreters. Am Telefon ließ sie sich letzte Woche nicht abwimmeln, also musste ich sie heute dann begrüßen. Da ich aber keine Lust auf ein stundenlanges Versicherungsgespräch hatte, bei dem versucht werden sollte mir irgendwelche unnützen und viel zu teuren Versicherungen aufzuschwatzen hatte ich diesen Tag bereits im Vorfeld geplant. Ich wollte ein richtiges Ekel sein und ihr bereits bei der Begrüßung klar machen, dass sie nicht willkommen ist und ich mit ihr über keine neue Versicherung sprechen werde. All das wollte ich ihr sagen und noch vieles mehr. Um ihr den Besuch schon vor der Begrüßung zu vermiesen, parkte ich heute mal bei uns auf der Straße, in der Hoffnung das sich beim Nachbarn auch noch ein Auto hinstellt, damit sie dann etwas laufen kann. Ich hatte auch gehofft, dass sie sich wieder jeder Vertreter um mindestens 30 Minuten verspäten würde, denn dadurch kann man ja gleich zu Beginn auf die knappe Zeit hinweisen. Aber sie verspätete sich nicht, beim Nachbarn stand auch kein Auto und schlimmer noch, sie kam sogar vor der Zeit.

Damit war der erste Teil des Planes schief gelaufen. Nach der Begrüßung musste ich ihr erst einmal versichern, dass kein Hund auf unseren Hof auf sie wartet und ich musste sie auch etwas trösten, da sie die Einfahrt zum Dorf verpasst hat, somit konnte ich ihr nicht sagen, dass ich kein Versicherungsgespräch führen möchte. Sie war wirklich raffiniert.
Doch es kam noch schlimmer, sie stellte sich vor und erklärte mir das ich als Kunde für die Versicherung sehr wichtig bin, sowas hört man doch gerne, dass war also kein passender Zeitpunkt sie darauf hinzuweisen, dass ich nichts hören will und alles nur vergeudete Zeit ist. Raffiniert gemacht.
Aber damit nicht genug, dann wollte sie wissen wer ich bin, was ich so mache, auch in meiner Freizeit. Wir plauderten also fröhlich drauf los, die Zeit verging und ich konnte ihr nicht einmal sagen das ich davon nichts hören möchte, denn über Versicherungen haben wir nie geredet, nur einmal zum Schluss hat sie gefragt, welche Erwartungen ich eigentlich habe, falls mir mal etwas passiert. Und dann fuhr sie wieder los, hat sich aber noch einmal versichern lassen, dass kein Hund draußen auf sie wartet.
Dabei wollte ich heute mal ein richtiges Ekel sein, doch ich kann sowas nicht.

Der Energieriese Eon macht den Anfang und erhöht zusammen mit seinen sieben Regionalversorgern die Strom- und Gaspreise. Strom wird um bis zu 10 Prozent teurer und Gas um bis neun Prozent.
Als Grund werden die hohen Beschaffungskosten genannt. (siehe Financial Times Deutschland)
Es wird endlich Zeit das die Bundesregierung handelt und den Strom- und Gasversorgern das Netz weg nimmt, nur so werden die Preise wieder sinken. Aber darauf können wir lange warten, denn sonst ginge ja so mancher Nebenverdienst und neuer Job einigen Politiker flöten.

Als ich heute früh so beim Frühstück durch die Zeitung blätterte, ist es mir richtig anders geworden und es hat mir die Sprache verschlagen.

Wie jeden Montag versucht der Leseranwalt unserer Tageszeitung Hilfesuchenden zu helfen und heute ging es um einen Fall der mich sprachlos werden ließ, vor allen ein Vorschlag der AOK ließ mich sprachlos werden. (artikel online nicht verfügbar)
Es geht dabei um ein schwer krankes Kind, welches nicht mehr laufen kann und deshalb einen speziellen Buggy braucht. Das Kind leidet unter der schweren Stoffwechselkrankheit Mukopolysaccharidose und kann sich deshalb kaum noch bewegen. Zudem leidet der Junge auch noch unter Hyperaktivität.
Die Eltern haben deshalb bei der AOK diesen Buggy beantragt und die Kostenübernahme wurde abgelehnt da er noch laufen kann, so die AOK, was aber nicht stimmt. Doch diese Ablehnung hat mir noch nicht die Sprache verschlagen, sondern der Vorschlag der AOK was die Eltern wegen der Hyperaktivität tun sollen. Ihnen wurde vorgeschlagen das sie handelsübliche Mittel, wie ein Geschirr oder eine Leine verwenden sollen und ihren Sohn somit jederzeit unter Kontrolle haben. Also da ist er mir dann wirklich schlecht geworden.
Menschen die unter ein psychischen Erkrankung leiden und deshalb einer ständigen Betreuung bedürfen, sollen einfach mal so angeleint werden, dass kann doch irgendwie nicht wahr sein.
Zum Glück konnte die Volksstimme der Familie helfen und sie bekommt den Buggy bezahlt.
Aber ich frage mich wirklich wo wir eigentlich leben. Tag für Tag wird vom christlichen Glauben und den Wertevorstellungen geredet und das sie so wichtig sind und man möchte ihn sogar per Verfassung in Europa festschreiben. Doch wenn es darum geht nach diesen Werten zu leben, dann ist Geld wichtiger. Geld ist wichtiger als die Würde eines Menschen, dass ist die Realität in diesem Land.

Ich frage mich auch wie oft es eigentlich schon den Vorschlag mit der Leine gegeben hat.
Und ich frage mich wie viele Menschen sich auch weiterhin Hilfe bei den Anwälten und den Medien holen müssen, weil den Versicherungen der Profit wichtiger als alles andere ist, dies gilt auch für die Krankenversicherungen, nur hier wird es von der Politik so verordnet.

Sicherlich ist es für die Polizei keine leichte Situation, sie suchen einen bewaffneten Räuber, finden einen Mann der ihm ähnlich sieht und dann auch noch flieht. Doch warum wurde sofort geschossen und dann statt in die Luft zu schießen, direkt auf den Mann?
Besonders tragisch dabei ist, dass es sich auch noch um einen unschuldigen handelt, der von dem Polizeibeamten schwer verletzt wurde. Aber selbst wenn er der Täter gewesen wäre, hätte er nicht auf ihn schießen dürfen. (siehe Financial Times Deutschland)

Als ich so vor ein paar Minuten durchs Internet gesurft bin, da bin selbst ich als Nichtraucher fast vom Stuhl gefallen. Das kleine US-Städtchen Belmont in Kalifornien, will Rauchern per Gesetz das rauchen in der eigenen Wohnung verbieten. (siehe Spiegel oder Netzeitung)
Das ist schon heftig wie ich finde, anscheinend darf man nicht einmal mehr in den eigenen vier Wänden tun und lassen was man will, jedenfalls dor und wie so viele andere Sachen ist es ja nur eine Frage der Zeit, bis auch bei uns so etwas eingeführt werden könnte.

Wenn man sich dann aber mal die Originalmeldung anschaut, dann sieht die Welt schon etwas anders aus, nun ist zwar mein Englisch nicht das beste, aber ich meine das ich dort lese, dass man durchaus weiterrauchen darf, solange sich kein Nachbar beschwert. Und das Gesetz tritt auch erst in 14 Monaten in Kraft und vorher ist es möglich, mit den Nachbarn im Vorfeld eine Lösung zu finden, wo und wann in Zukunft geraucht werden kann und wenn die Nachbarn nichts dagegen haben, darf weiter geraucht werden. Ist halt wie beim Grillen oder zu lauter Musik, so lange es niemanden stört, ist alles OK.
Nur Raucher auf öffentlichen Plätzen haben es künftig schwerer, denn dort ist es in einem Monat verboten. Dann darf nur noch auf Straßen und Fußwegen geraucht werden, es muss aber ein kleiner Abstand zu Hauseingängen gehalten werden.

Das ist schon komisch, kaum bin ich wieder da, lässt der Spam nach.

Ab und zu fahre ich bei uns auf der B 189 entlang, sie verläuft von Magdeburg aus Richtung Norden, quer durch die Altmark und bietet eine gute Verbindung nach Schwerin und auch zur Ostsee.
Irgendwann kamen einige Politiker auf die Idee, dass dort eine Autobahn langführen müsse, da diese Straße sehr stark befahren ist und durch eine Autobahn die Region einen wirtschaftlichen Aufschwung erhalten würde. Kosten würden das den Steuerzahler einige Milliarden Euro. Den ganzen Beitrag lesen…

Seit einiger Zeit ist die Sportwelt in Magdeburg nicht mehr das was sie einmal war und immer mehr erhärtet sich bei mir der Verdacht das mit aller Macht versucht wird den Sport in Magdeburg kaputt zu machen. Wer daran Interesse hat keine Ahnung, aber für mich sieht es so aus.

Jahrelang galt Magdeburg als Hochburg des Leistungssport, im Handball sehr erfolgreich, erfolgreiche Leichtathleten, Schwimmer, Ruderer, Kanufahrer usw. Magdeburg ist Sitz eines Olympiastützpunktes und dies hat man wie eigentlich kaum eine weitere Stadt in Deutschland genutzt und aktiv eine gute Nachwuchsarbeit betrieben. Doch dann kam die dubiose Affäre um Leichtathletiktrainer Thomas Springstein, er wurde wegen Doping an Minderjährigen verurteilt, dies war ein harter Schlag für den Sport und den Olympiastützpunkt. Doch dabei blieb es nicht, im Frühjahr 2007 ging es weiter mit einmal stand der Macher des Ganzen in der Schusslinie. Der Leiter des Stützpunktes und Manager der Handballer, Bernd-Uwe Hildebrandt war mit einmal zum Buhmann für alle geworden. Ihm wurde Untreue, Steuerhinterziehung, Betrug, Bestechlichkeit, einfach alles mögliche vorgeworfen. Das Ende vom Lied kam ganz schnell, er trat von allen Posten zurück. Doch im Nachhinein stellte sich heraus, dass bis heute die Staatsanwaltschaft ihm nichts der ihm vorgeworfenen Taten nachweisen konnte und mit jeder nicht nachweisbaren Tat, wurde ihm etwas neues vorgeworfen. Ganz eifrig war dabei das neue Präsidium des SCM, seit einem Jahr im Amt und von Anfang auf Konfrontationskurs mit Hildebrandt. Zweites Ende vom Lied, kurz nach dem Hildebrandt weg war, begann der Ausverkauf des SCM, heute dümpelt man im Mittelfeld der Liga.
Aber nicht nur beim SCM stand er in der Schusslinie, denn schließlich war Hildebrandt auch noch Leiter des Olympiastützpunktes, also wurde auch dort frühzeitig nach Fehlern gesucht und es wurden auch sofort welche gefunden, die alle samt im Nachhinein haltlos waren. Auch deshalb war die Klage von Hildebrandt erfolgreich und die Kündigung seines Vertragsverhältnisses wurde vom Arbeitsgericht in der letzten Woche für nicht rechtens erklärt. Der Richter beanstandete sehr wohl die Praxis von Hildebrandt, die durchaus kritikwürdig ist, sah darin aber keinen Kündigungsgrund.

Ja und was muss ich heute früh in der Zeitung lesen? Schon hat man etwas neues gefunden was ihm vorgeworfen wird, vielleicht sogar mal etwas womit man Erfolg haben könnte, denn wer suchet der findet. Bernd-Uwe Hildebrandt hat in Magdeburg den Reitclub Herrenkrug e.V. aufgebaut und dorthin sind sehr hohe Summen an Fördermitteln geflossen und da wird es dann dubios, denn die Gemeinnützigkeit des Vereins wird in Frage gestellt, denn dieser wirbt für einen kommerziellen Zuchthof, der wie es der Zufall so wie, die gleich Adresse wie Hildebrandt hat. Dies beanstandet der Rechnungshof. (siehe Volksstimme)
Wo sich mir aber die Frage stellt, ob es Vereinen nicht mehr erlaubt ist nach Sponsoren zu suchen und in vielen Vereinen sind auch Unternehmer Mitglieder, die dann dort für sich werben, so auch auf Internetseiten. Dann wird auch ganz vergessen das ja irgendwo die Pferde herkommen müssen, denn ein Reitverein ohne Pferde ist kein Reitverein und wenn sie der Vorsitzende stellt und gleichzeitig damit Werbung für seine Zucht macht, so mag das zwar moralisch nicht ganz korrekt sein, aber es ist keine Straftat.
Jedenfalls ist es schon sehr merkwürdig welch Aktionismus hier betrieben wird, kaum scheitert man mit der einen Sache, schon wird etwas neues hervorgeholt, ich frage mich nur warum?