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Wo lebt der nur?

Mit Ungerechtigkeit lebt es sich besser und die Manager verdienen auch nicht zu viel, dass sind die Kernaussagen die der Chef des Münchner Ifo-Institutes Hans-Werner Sinn, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gemacht hat.

Er wendet sich dort auch gegen Mindestlöhne und ist der Meinung, dass die Agenda 2010 das wohl sozialste Projekt überhaupt ist, denn schließlich hat es sehr viele Menschen in Lohn und Brot gebracht und ein neues Beschäftigungswunder ausgelöst. Nur noch 3,5 Millionen Arbeitslose, dass ist doch ein großer Erfolg. Aber nur, wenn man den Lügen die mit der Arbeitslosenstatistik verbreitet werden auch Glauben schenkt, denn die Wahrheit sieht anders aus. Denn Schröders Agenda-Politik hat Millionen Menschen in die Armut getrieben, darunter sehr viele Kinder und diese Politik will Sinn fortsetzen. Es sollen also noch mehr Kinder in Armut aufwachsen. Heute leben beinahe acht Millionen Menschen von Hartz-IV, darunter sind natürlich auch viele Erwerbstätige, aber sie sind auf Hartz-IV angewiesen weil die Geldgier der Unternehmer keine Grenzen mehr kennt und der Staat ein Teil der Gehälter zahlen muss. Doch genau dies ist nicht die Aufgabe des Staates, die Unternehmer müssen für gerechte Löhne sorgen, von denen jeder Leben kann und dies hat nichts mit einer Gleichmacherei zu tun, nach dem Motto ab sofort bekommt jeder das selbe. Und dann noch der Vergleich mit der DDR, um vor Mindestlöhnen zu warnen. Ich kann Hans-Werner Sinn nur raten sich wirklich einmal mit den Verhältnissen in der DDR auseinander zu setzen, dort gab es keine gleichen Löhne für alle, es gab auch dort eine Einkommensschere, die aber bei weitem nicht so groß war wie heute. Achso und einen Kühlschrank hatte auch jeder, was heute leider nicht mehr der Fall ist, denn Hartz-IV-Empfänger haben keinen Anspruch auf einen Kühlschrank, so ist die Rechtssprechung. Was also heißt, wenn der Kühlschrank kaputt geht und kein Geld zur Reparatur vorhanden ist, dann hat derjenige halt Pech gehabt. (siehe auch hier)

Er fordert auch eine Senkung der Löhne, vor allem im verarbeitenden Gewerbe. Dort sind die Lohnkosten zu hoch, woran die Gewerkschaften Schuld sind. Daraus ergibt sich dann nur eine logische Schlussfolgerung, Senkung der Löhne und der Staat muss noch mehr Hartz-IV zahlen. Denn eigentlich wurde ja für die zu hohen Lohnkosten immer der Staat verantwortlich gemacht, da die Abgaben zu hoch sind und nun sind sie gesunken, aber die Lohnkosten immer noch zu hoch, ergo die Arbeitnehmer verdienen zu viel, was aber nicht für die Manager gilt, denn wenn sie weniger bekommen würden, dann würden sie, so Sinn, auswandern und mit ihnen würden auch die Arbeitsplätze verschwinden.
Da kann ich nur sagen, dass wir in Zukunft bald noch viel weniger Arbeitsplätze haben werden und dies gilt vor allen für das verarbeitende Gewerbe, denn je weniger die Menschen verdienen werden, desto weniger werden sie kaufen und dies setzt einen nicht aufhaltbaren Kreislauf in Gang, der ja heute eigentlich schon im vollen Gang ist.

Die Unternehmen sollten endlich anfangen anständige Löhne zu bezahlen, die großen können es sich leisten und wenn wie von Hans-Werner Sinn gefordert der Staat sie vor ausländischen Investoren schützt und somit auch vor den “Heuschrecken”, dann brauchen sie auch keine Angst zu haben das sie aufgekauft werden, nur weil sie statt 40 Prozent Gewinnsteigerung “nur” eine 20prozentige haben. Selbst 5 Prozent würden immer noch ausreichen. Es wird von allen Bescheidenheit gefordert, dann sollte dies auch für die Unternehmen gelten. Wenn die Menschen genügend Geld in der Tasche haben, dann braucht der Staat nicht ihre Gehälter zu zahlen und hätte somit genügend Geld für andere Projekte zur Verfügung. Unser Land hat nur dann eine Zukunft, wenn wir auch einen gut ausgebildeten Nachwuchs haben und dies darf sich nicht nur auf einen kleinen privilegierten Teil der Bevölkerung begrenzen, es muss für alle die gleichen Chancen geben, doch dies kostet Geld, Geld was dann der Staat hätte. Darüber sollte sich Hans-Werner Sinn mal Gedanken machen, Schröders Agenda Politik führt über kurz oder lang in den Ausverkauf Deutschlands. Wer kann, wandert aus und zurück bleiben die, die nicht können und ein Staat der bankrott und nicht mehr handlungsfähig ist und für die großen Konzerne bedeutet das, dass auch sie hier dicht machen können.

Hungerlöhne, soziale Ungerechtigkeit und keine Zukunftschancen für Kinder, sind das Ende einer jeden Gesellschaft, wir sehen es in der dritten Welt, vor allen in Afrika. Wir sind auf dem besten Wege dorthin und wenn Hans-Werner Sinn die Augen aufmachen würde, dann würde er dies auch sehen und nicht solche Interviews geben und ein Weiterso fordern.

Erschreckend sind für mich auch die Aussagen über das Menschenbild, welches hier gefordert wird.

“Jeder Mensch in der Marktwirtschaft denkt doch zunächst einmal an sein eigenes Wohlergehen, trotzdem funktioniert die Marktwirtschaft. Sie braucht nicht den guten Menschen, sondern funktioniert mit Menschen, die ihren eigenen Vorteil maximieren wollen.”

Bei solchen Aussagen kann ich nur noch den Kopf schütteln, hier tritt für mich ein erschreckendes Menschenbild zu tage, welches anscheinend Hans-Werner Sinn hat.
Nur an sich selbst denken und Gewinn um jeden Preis erzielen, egal ob als Privatmensch oder als Unternehmer, sind ein denkbar falscher Weg. Wie schnell gerät man dabei in Versuchung weniger legale Mittel anzuwenden, um zum Erfolg zu kommen? Sehr schnell. Über die Folgen brauche ich wohl nichts mehr zu sagen.
Soll dies unser Ziel sein? Wenn ja, so kann ich nur noch sagen, gute Nacht Menschheit.

1 Kommentar

  • 1. Martina schrieb am 25th October 2007 um 00:24 :

    Ich hatte es heute mittag gelesen, aber dann hatte ich keine Zeit mehr, mich über diesen “Fachmann” auszulassen. Ich war mindestens genauso geschockt wie du über seine Worte. Gut, dass du es aufgegriffen hast.

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