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Da wird jemand unbequem
Eine kleine bisher völlig bedeutungslose Gewerkschaft wird zum Politikum und zum vielleicht bisher stärksten Gegner der kommenden Teilprivatisierung der Deutschen Bahn. Die GdL gefährdet die Pläne von Bahn und Politik und wird langsam sehr unbequem. Wie unbequem sie bereits geworden ist, zeigen die Reaktionen von Union und SPD nach dem Zurückweisen des nur minimal verbesserten Tarifangebotes der Bahn. “Egoisten” sollen die Gewerkschafter sein, “die von Öffentlichkeit zur Räson gebracht werden müssen”, so der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, gegenüber der Netzeitung. Laurenz Meyer von der CDU glaubt das sich eine “Minderheit auf Kosten der Allgemeinheit austobt”.
Doch genau das tut die GdL nicht, sie will einfach nur die Rechte, die ihr als Gewerkschaft zustehen und sie ist im Gegensatz zum Konkurrenten Transnet nicht so handzahm und Bahnfreundlich und stimmt allen Privatisierungsplänen zu. Wenn sie jetzt einen eigenen Tarifvertrag bekommt, in dem auch eine vernünftige Bezahlung der Lokführer festgeschrieben ist, dann hat sie gezeigt das sie kämpfen kann und wenn dann nach der Teilprivatisierung die erste Entlassungs- und Kürzungswelle ansteht, dann wird sie kämpfen und das passt der Politik und dem Bahnvorstand überhaupt nicht.
Der Politik passt noch etwas anderes nicht, wenn so eine kleine unbedeutende Gruppe durch Beharrlichkeit etwas erreichen kann, so steckt darin eine große Gefahr, denn schließlich könnte so etwas ja ansteckend sein. Was die Lokführer können, dass können vielleicht auch andere.
Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt wird bei der Otto-Tochter HWS in Hamburg und Haldensleben für höhere Löhne gestreikt. Am gestrigen Montag wurde der Streik in Haldensleben nach 15 Tagen unterbrochen, da nun die Arbeitgeber zu neuen Verhandlungen bereit waren. Auch hier zeigt die Beharrlichkeit und Entschlossenheit eine erste Wirkung.
Mal schauen was die GdL in den bevorstehenden Verhandlungen erreichen wird, jedenfalls gibt sie nicht so schnell klein bei, wie es andere vor ihr getan haben.


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