Der Linksbote » 2007 » October

Ich wünsche allen, die genauso wie ich heute in den Genuss des Reformationstages kommen, einen schön, ruhigen und erholsamen Feiertag, der bei diesem wunderschönen Wetter sogar zu einem Spaziergang einlädt.

Jetzt sitze ich hier schon seit gut einer Stunde und will etwas schreiben und finde irgendwie keinen richtigen Anfang.

Aber vielleicht kann mir ja mal jemand einen Tipp geben, wie ich hier flash-Dateien einbinden kann, also in Form eines codes. Das scheint nicht zu klappen. Aber darüber wollte ich eigentlich nicht schreiben. Na ja, egal.

Ich hatte ja schon öfters über die teilweise doch recht menschenunwürdige Behandlung von Menschen durch die Behörden berichtet, die immer Montags bei uns in der Volksstimme vorgestellt werden.
Der heutige Fall zeigt einmal mehr, wie menschenunwürdig das von SPD, Grünen und Union verabschiedete Hartz-IV-Gesetz ist.
Es geht dabei um eine Familie die Hartz-IV beziehen muss und für den Sohn dieser Familie hatten die Großeltern eigentlich eine Überraschung geplant, doch dies haben sie ohne die Arge des Landkreises Börde gemacht. Vor einigen Jahren legten die Großeltern für ihren Enkel einen Sparbrief an, auf den Namen des Enkels, aber ohne davon der Familie etwas zu sagen, es sollte halt eine Überraschung zur Volljährigkeit sein. Doch dann kam Gerhard Schröder und mit ihm der mittlerweile wegen Untreue verurteilte Peter Hartz und beide erfanden Hartz-IV. Es dauerte nicht lange bis die Arge durch einen Datenabgleich mitbekommen hat, dass der Sohn der Familie ein bisschen zu viel Geld besitzt und damit über der Bedürftigkeit liegt und somit hat natürlich die Familie den Staat “betrogen” und muss nun das zuviel gezahlte Geld zurückzahlen.
Festzuhalten bleibt dabei, die Familie hat nie etwas von diesem Sparbrief gewusst, es liegt sogar eine eidesstaatliche Versicherung der Großmutter vor und wenn man den Sparbrief auf die gesamte Bedarfsgemeinschaft aufteilen würde, lägen sie nicht über den Freibetrag, aber dies sieht das Sozialgesetzbuch nicht vor.
Festzuhalten bleibt ebenfalls, Familien die Hartz-IV beziehen, leben unter der in der EU geltenden Armutsgrenze und nun wird dieser Familie noch mehr Geld abgezogen, obwohl sie genau genommen nicht einmal über den laut Gesetz zulässigen Freibetrag liegt. Trotz des Sparbriefes bleibt die Familie auch weiterhin bedürftig, es handelt sich also auch nicht um einen sehr großen Betrag.
Was sagt uns das? Man kann also wirklich nur Eltern oder Großeltern raten, wenn sie ihren Kindern oder Enkeln etwas Geld schenken wollen, macht es nur in bar und lasst es niemanden wissen. Dies gilt gerade jetzt, wo Weihnachten vor der Tür steht. Denn hier schauen die Ämter sehr genau hin, denn wer arm ist, darf auch nicht viel geschenkt bekommen und wehe ein Kind bekommt zuviel. Jedes Geschenk, gerade Geldgeschenke gelten als Einkommen und Vermögen und werden sofort wieder von Hartz-IV abgezogen, sobald es die zulässige Grenze überschreitet und damit auch ja kein Kind aus sozialschwachen Familien Gefahr läuft ein glückliches Weihnachten zu erleben, sind die Grenzen sehr niedrig angesetzt. Das ist Hartz-IV.

Zur Zeit bin ich richtig stolz, denn dieses Mal habe ich die große Ehre zu Hause die Viren als erster zu verteilen. no
Ich bitte also um eine kleine Runde Mitleid. sweat

Mit Ungerechtigkeit lebt es sich besser und die Manager verdienen auch nicht zu viel, dass sind die Kernaussagen die der Chef des Münchner Ifo-Institutes Hans-Werner Sinn, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gemacht hat.

Er wendet sich dort auch gegen Mindestlöhne und ist der Meinung, dass die Agenda 2010 das wohl sozialste Projekt überhaupt ist, denn schließlich hat es sehr viele Menschen in Lohn und Brot gebracht und ein neues Beschäftigungswunder ausgelöst. Nur noch 3,5 Millionen Arbeitslose, dass ist doch ein großer Erfolg. Aber nur, wenn man den Lügen die mit der Arbeitslosenstatistik verbreitet werden auch Glauben schenkt, denn die Wahrheit sieht anders aus. Denn Schröders Agenda-Politik hat Millionen Menschen in die Armut getrieben, darunter sehr viele Kinder und diese Politik will Sinn fortsetzen. Es sollen also noch mehr Kinder in Armut aufwachsen. Heute leben beinahe acht Millionen Menschen von Hartz-IV, darunter sind natürlich auch viele Erwerbstätige, aber sie sind auf Hartz-IV angewiesen weil die Geldgier der Unternehmer keine Grenzen mehr kennt und der Staat ein Teil der Gehälter zahlen muss. Doch genau dies ist nicht die Aufgabe des Staates, die Unternehmer müssen für gerechte Löhne sorgen, von denen jeder Leben kann und dies hat nichts mit einer Gleichmacherei zu tun, nach dem Motto ab sofort bekommt jeder das selbe. Und dann noch der Vergleich mit der DDR, um vor Mindestlöhnen zu warnen. Ich kann Hans-Werner Sinn nur raten sich wirklich einmal mit den Verhältnissen in der DDR auseinander zu setzen, dort gab es keine gleichen Löhne für alle, es gab auch dort eine Einkommensschere, die aber bei weitem nicht so groß war wie heute. Achso und einen Kühlschrank hatte auch jeder, was heute leider nicht mehr der Fall ist, denn Hartz-IV-Empfänger haben keinen Anspruch auf einen Kühlschrank, so ist die Rechtssprechung. Was also heißt, wenn der Kühlschrank kaputt geht und kein Geld zur Reparatur vorhanden ist, dann hat derjenige halt Pech gehabt. (siehe auch hier)

Er fordert auch eine Senkung der Löhne, vor allem im verarbeitenden Gewerbe. Dort sind die Lohnkosten zu hoch, woran die Gewerkschaften Schuld sind. Daraus ergibt sich dann nur eine logische Schlussfolgerung, Senkung der Löhne und der Staat muss noch mehr Hartz-IV zahlen. Denn eigentlich wurde ja für die zu hohen Lohnkosten immer der Staat verantwortlich gemacht, da die Abgaben zu hoch sind und nun sind sie gesunken, aber die Lohnkosten immer noch zu hoch, ergo die Arbeitnehmer verdienen zu viel, was aber nicht für die Manager gilt, denn wenn sie weniger bekommen würden, dann würden sie, so Sinn, auswandern und mit ihnen würden auch die Arbeitsplätze verschwinden.
Da kann ich nur sagen, dass wir in Zukunft bald noch viel weniger Arbeitsplätze haben werden und dies gilt vor allen für das verarbeitende Gewerbe, denn je weniger die Menschen verdienen werden, desto weniger werden sie kaufen und dies setzt einen nicht aufhaltbaren Kreislauf in Gang, der ja heute eigentlich schon im vollen Gang ist.

Die Unternehmen sollten endlich anfangen anständige Löhne zu bezahlen, die großen können es sich leisten und wenn wie von Hans-Werner Sinn gefordert der Staat sie vor ausländischen Investoren schützt und somit auch vor den “Heuschrecken”, dann brauchen sie auch keine Angst zu haben das sie aufgekauft werden, nur weil sie statt 40 Prozent Gewinnsteigerung “nur” eine 20prozentige haben. Selbst 5 Prozent würden immer noch ausreichen. Es wird von allen Bescheidenheit gefordert, dann sollte dies auch für die Unternehmen gelten. Wenn die Menschen genügend Geld in der Tasche haben, dann braucht der Staat nicht ihre Gehälter zu zahlen und hätte somit genügend Geld für andere Projekte zur Verfügung. Unser Land hat nur dann eine Zukunft, wenn wir auch einen gut ausgebildeten Nachwuchs haben und dies darf sich nicht nur auf einen kleinen privilegierten Teil der Bevölkerung begrenzen, es muss für alle die gleichen Chancen geben, doch dies kostet Geld, Geld was dann der Staat hätte. Darüber sollte sich Hans-Werner Sinn mal Gedanken machen, Schröders Agenda Politik führt über kurz oder lang in den Ausverkauf Deutschlands. Wer kann, wandert aus und zurück bleiben die, die nicht können und ein Staat der bankrott und nicht mehr handlungsfähig ist und für die großen Konzerne bedeutet das, dass auch sie hier dicht machen können.

Hungerlöhne, soziale Ungerechtigkeit und keine Zukunftschancen für Kinder, sind das Ende einer jeden Gesellschaft, wir sehen es in der dritten Welt, vor allen in Afrika. Wir sind auf dem besten Wege dorthin und wenn Hans-Werner Sinn die Augen aufmachen würde, dann würde er dies auch sehen und nicht solche Interviews geben und ein Weiterso fordern.

Erschreckend sind für mich auch die Aussagen über das Menschenbild, welches hier gefordert wird.

“Jeder Mensch in der Marktwirtschaft denkt doch zunächst einmal an sein eigenes Wohlergehen, trotzdem funktioniert die Marktwirtschaft. Sie braucht nicht den guten Menschen, sondern funktioniert mit Menschen, die ihren eigenen Vorteil maximieren wollen.”

Bei solchen Aussagen kann ich nur noch den Kopf schütteln, hier tritt für mich ein erschreckendes Menschenbild zu tage, welches anscheinend Hans-Werner Sinn hat.
Nur an sich selbst denken und Gewinn um jeden Preis erzielen, egal ob als Privatmensch oder als Unternehmer, sind ein denkbar falscher Weg. Wie schnell gerät man dabei in Versuchung weniger legale Mittel anzuwenden, um zum Erfolg zu kommen? Sehr schnell. Über die Folgen brauche ich wohl nichts mehr zu sagen.
Soll dies unser Ziel sein? Wenn ja, so kann ich nur noch sagen, gute Nacht Menschheit.

Heute bin ich etwas schreibfaul und deshalb gibt es nur ein Foto.

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Nun hat es auch mich erwischt und ich musste heute früh das erste mal Scheiben kratzen. no

Nun ist schon wieder Wochenende und dann auch gleich noch das vorletzte im Oktober und deshalb denke ich, es wird einfach mal wieder Zeit das ich euch ein Wochenendbild spendiere, ich glaube da musstet ihr schon echt sehr lange drauf warten.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und vielleicht habt ihr ja die gleiche Idee wie ich und schaut einfach mal in den Wald, im Herbst ist es dort wunderschön.

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Laut Herbstgutachten der Forschungsinstitute kommt der Aufschwung nun bei den Deutschen an, so sollen sie mehr Geld in der Tasche haben und die Arbeitslosenzahlen sinken und sinken (da müssen wir bald aufpassen, denn dann sind wir im Minus, so rasant wie das geht), kurz um alles läuft besten in diesem Land und die Bundesregierung soll an ihren Kurs festhalten.
Nur da frage ich mich, warum immer mehr Menschen, immer weniger Geld zur Verfügung haben und warum die Kaufkraft so niedrig wie schon seit Jahren nicht mehr ist und warum die Armutszahlen nahezu explodieren.
Sicher, wir haben auf dem Papier heute weniger arbeitslos gemeldete Menschen und es arbeiten sogar ein paar mehr als noch vor ein paar Jahren, aber dann sollten wir uns auch die Realität anschauen. Die meisten die mittlerweile Arbeit gefunden haben, arbeiten im Niedriglohnbereich, sprich das Geld reicht vorne und hinten nicht und die bis heute keine Arbeit gefunden haben, werden mit einigen windigen Tricks aus der Statistik gestrichen, betrifft vor allen ältere Arbeitslose, deshalb auch das Beschäftigungswunder bei den Alten. Sie erreichen bald das Rentenalter und werden somit nicht mehr vermittelt und aus der Statistik gestrichen (dies geschieht freiwillig).
Wir sollten dann auch mal schauen, ob die Lohnsteigerungen die kommenden Preissteigerungen ausgleichen werden, denn dies wird nicht so sein und so werden auch 2008 die Menschen noch weniger Geld zum Leben haben und das ist die Realität. Dies gilt natürlich nicht für die Wirtschaftsforscher, die regelmäßig die Gutachten erstellen, sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, haben aber dadurch jeden Bezug zur Realität verloren.

Ich verstehe einfach nicht warum die Bahnführung nicht bereit ist ihren Lokführern ein anständiges Gehalt zu zahlen, davon geht sie auch nicht gleich pleite. Das beweisen die Bahngesellschaften in den europäischen Nachbarländern. Die Deutschen Lokführer liegen weit hinten, erst recht wenn es keine verbeamteten Lokführer sind und das bei mehr als miserablen Arbeitszeiten.
Die Art und Weise, wie die Lokführer behandelt werden, wird am Ende dazu führen, dass der Bahn das Personal wegrennen wird und es betrifft ja längst nicht mehr nur die Lokführer, sondern auch die anderen Bahnangestellten, nur mit den einen Unterschied, dass ihre Gewerkschaften nicht für die Rechte ihrer Mitglieder kämpfen, sondern am Ende jede Kröte schlucken die ihnen serviert wird.
So kann man auch die Bahn kaputtmachen.

Der Bahnvorstand bräuchte doch nur das machen, was er auch für sich ganz problemlos gemacht hat, die Gehälter ihrer Angestellten anpassen und der GdL einen eigenen Tarifvertrag geben. Die Anpassung der Vorstandsgehälter (zuletzt wurden sie um 60 Prozent erhöht) ging innerhalb weniger Tage über die Bühne, als Begründung wurde die Anpassung an die europäischen Bahnunternehmen genannt. Alleine von 1999 bis 2005 waren die Bezüge um 300 Prozent gestiegen.
Es ist doch so einfach. Doch was bietet der Vorstand seinen Lokführern? Maximal 5,5 Prozent und bei Ausweitung der Arbeitszeit auf 41 Stunden. Die GdL wollte dagegen eine 39 Stunden-Woche, damit auch endlich wieder ein Familienleben für die Lokführer möglich ist und über die im Raum stehenden 31 Prozent wird sie mit sich reden lassen.