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Schämt euch!

Ich hoffe Sachsen-Anhalts Landtagsabgeordnete sind stolz auf sich.
In Sachsen-Anhalt, einen Land ohne Geld, nur mit Schulden und einer erschreckend hohen Armutsquote, die nicht sinkt, sondern immer weiter ansteigt, gönnen sie sich einfach mal so eine Diätenerhöhung.
Die Diäten sollen in zwei Schritten um 310 Euro monatlich steigen, davon können Hartz-IV-Empfänger nur träumen und wir haben viele. Die Abgeordneten von CDU und SPD verteidigten die Erhöhung für maßvoll und nicht unanständig. Bravo, kann ich da nur sagen. Es zeigt deutlich, dass die Politiker in einer ganz anderen Welt leben.
Achso, gleichzeitig beschlossen sie einen Nachtragshaushalt, in diesem wurde eine Neuverschuldung von 292 Millionen Euro abgesegnet. (siehe MDR)
Ebenfalls eine super Leistung lieferten die Kreistagsabgeordneten des neuen Landkreises Börde ab.
Dieser Landkreis war im Zuge der Kreisgebietsreform am 1. Juli, aus den beiden Altkreisen Börde- und Ohrkreise entstanden. Die Landesregierung legte als neuen Namen den Namen Landkreis Börde fest. Im Ohrekreis wurde aber beschlossen, dass die Einwohner sich an der neuen Namensfindung beteiligen sollten und es wurde eine Jury eingerichtet, die diese Namensvorschläge auswertet, denn schließlich kann sich mit den Namen Börde kaum jemand im Ohrekreis identifizieren und Regionen mit diesen Namen gibt es viele. Aber das hatte die Landesregierung übersehen und sie glaubt immer noch, dass es nur eine Börde in Deutschland gibt, dass glauben übrigens auch sehr viele Kreistagsabgeordnete.
Jedenfalls gab es zahlreiche Vorschläge und die Jury kürte den “Ostfalenkreis” zu ihren Favoriten, der Aufschrei war groß, denn schließlich soll der neue Kreis Börde heißen, denn es geht ja gar nicht, das man der Landesregierung widerspricht.
Gestern war die erste Kreistagsitzung, es kam wie es kommen musste. Es gab noch zahlreiche weitere Anträge, die alle samt beide Kreise in den neuen Namen einbezogen haben, womit sich also jeder hätte anfreunden können, aber alle Kreistagsabgeordneten bewiesen eine super Kompetenz und keiner dieser Vorschläge bekam die erforderliche Zwei-Drittel Mehrheit. Damit haben sie eine Chance vergeben, dass sich wirklich alle Einwohner mit ihren neuen Kreis identifizieren können und sie haben auch die Chance vergeben, hier wirklich einen Grundstein für eine gemeinsame Zukunft zu legen. Wenn sie in Zukunft weiterhin so arbeiten, dann gute Nacht. Denn schließlich kann es doch noch nicht darum gehen, dass persönliche Eitelkeiten in den Vordergrund gestellt werden. Aber das müssen die Politiker von CDU, über SPD bis zur Linke anscheinend noch lernen. (siehe Volksstimme)

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