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Wahnsinn

Hartz-IV Empfänger die in Köln leben, haben derzeit ein großes Problem. Seitdem Unternehmensberater Roland Berger in der Arge das Sagen hat und der Arbeitsablauf nach seinen Vorschlägen umgestellt wurde, steht die Arge Köln nach einem Bericht der “Kölnischen Rundschau” vor dem Kollaps.
Seit drei Wochen herrscht in der Arge Chaos und viele Bedürftige bekommen nicht einmal mehr Geld, sie stehen in Schlangen vor der Tür und drinnen Stapeln sich die Akten. Doch wer glaubt die Mitarbeiter sitzen einfach nur untätig rum, der irrt. Sie tun was sie können und riskieren dabei sogar ihre Gesundheit und werden zusätzlich von der Teamleitung und dem Chef der Arge (der im übrigen nicht mehr zu sprechen ist) unter Druck gesetzt. Laut Zeitungsbericht häufen sich die Krankmeldungen und es musste sogar schon der Rettungsdienst kommen. Dazu kommt das selbst die Toilettengänge der Mitarbeiter überwacht werden und die Überstunden stapeln sich mittlerweile so hoch wie Aktenberge. Die Mitarbeiter werden sogar zur freiwilligen Arbeit am Sonntag gezwungen und wer nicht will, dem wird mit Kündigung gedroht.
Da kann man nur noch ungläubig den Kopf schütteln, aber es zeigt auch, mit welchen Augen Unternehmensberater die Menschen sehen, sie sind für sie nur Geldbeschaffungsmaschinen und weiter nichts und wer nichts bringt, der wird halt auf den Müll geworfen. Man kann nur hoffen, dass so etwas nicht auch bei anderen Jobcentern Schule macht.

4 Kommentare

  • 1. somlu schrieb am 9th May 2007 um 16:07 :

    Na, das pfeifen doch in Köln die Spatzen von den Dächern und in anderen Städten ist es sicherlich nicht anders. Und neben allem was in diesem Beirag der Kölnischen Rundschau aufgezählt wurde, ist doch die Inkompetenz und miese Ausbildung der Sachbearbeiter in den ARGE Teil des Problems. In Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmung handeln sie aus dem “Gefühl” heraus und werden dann im Idealfall mich Widersprüchen und Klagen am Sozialgericht überschwemmt. Was ich in der Beratung/Begleitung erlebe spottet jeder Beschreibung.

    Manchmal sprechen MitarbeiterInnen mit uns üebr ihre Situation, echt, deren Job ist jenseits von witzig. Allerdings müssen die aufpassen, die werden da allen Ernstes überwacht, Kritik ist nicht erwünscht. Es geht halt nicht um Hilfe für Erwerbslose sondern um Disziplinierung.

    Das was mich wirklich wundert ist, oder auch nicht, warum die MitarbeiterInnen der ARGEn nicht auf die Barikaden gehen und sich weigern diese für sie und ihre Kunden würdelosen Bedingungen umzusetzen, wie es in anderen Ländern sehr wohl üblich ist. (Eine Erklärung findet sich z.B. bei alarmschrei: http://www.alarmschrei.de/?p=251)

    Ich bin ja mal gespannt, wie der Geschäftsführer der ARGE und die Sozialdezernentin auf den Artikel reagieren, erst am Montag hat sich die grüne Sozialdezernetin Marlis Bredehorst im Kölner Express für Denunanziation von ALG II EmpfängerInnen ausgesprochen und stolz verkündet dass Abschreckung und Kontrolle eine super Sache sind.

  • 2. doerfler schrieb am 10th May 2007 um 16:19 :

    Bei der Ausbildung ist die Frage ob es überhaupt gewollt ist, ich glaube nicht. Es geht wie Du sagst nicht um die Hilfe für Arbeitslose, denn gut ausgebildete Kräfte könnten ihnen helfen, doch das hat die Rot-Grün damals nicht gewollt und Schwarz-Rot will es auch nicht.
    Das erschreckende derzeit ist, dass zurzeit massiv getrickst wird um die Statistiken auf ein super Niveau zu drücken und somit natürlich jede Kritik an Hartz-IV und seinen Auswirkungen im Keim erstickt wird, denn schließlich ist doch alles super und perfekt und somit wird immer weniger kritisch darüber berichtet.

  • 3. somlu schrieb am 10th May 2007 um 16:58 :

    Heute stand die “Gegendarstellung” vom Chef der ARGE ud der Sozialdezernentin Bredehorst in der Rundschau, wobei der GEschäftsführer da ein bischen ausschert.

    Zusammengefasst, die wissen nicht wovon die Kölnische Rundschau schreibt. Teilweise echt dummdreist, “Schauen sie mal, wo sind denn die Schlangen von Menschen” und der Autor des Artikel verweist darauf, dass Mittwoch kein Auszahlungstag ist und dergleichen.

  • 4. Steffi schrieb am 11th May 2007 um 20:08 :

    *kopfschüttel*

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