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Wozu gibt es eigentlich noch Gesetze?

Man muss anscheinend nur genug Geld haben und schon gelten die Gesetze nicht mehr.

Dieser Eindruck entsteht bei mir wenn ich mir die Freisprüche im Mannesmann-Prozess anschaue.
Die Angeklagten um Ex-Mannesmann Chef Klaus Esser und Deutsche Bank Chef Josef Ackermann gelten nun als unschuldig.
Der Bundesgerichtshof der noch von einer Untreue der Angeklagten ausging, erhielt damit genauso eine Ohrfeige, wie Otto-Normalbürger.

Wenn ich mir überlege, mit welchen Methoden heute Hartz-IV-Empfänger drangsaliert und sie als Sozialschmarotzer beschimpft werden, Hartz-IV-Empfängern werden sogar die Rechte abgesprochen die Kriminelle besitzen, siehe Beweislastumkehr bei eheähnlichen Gemeinschaften.
Und dann so etwas, gegen eine läppische Geldzahlung werden die Angeklagten freigesprochen. Nur mal zum Vergleich ihnen wurde Untreue vorgeworfen, sie sollen zusammen 57 Millionen Euro kassiert haben und jetzt sie alle zusammen 5,8 Millionen Euro Strafe und sind frei.
Der Richter weist natürlich alle Mutmaßungen Richtung eines Freikaufes zurück, aber genau dieser Eindruck entsteht. Der Schaden der dadurch angerichtet wurde ist sehr groß.

Hast du Geld und gute Freunde, kannst du machen was du willst und es wird höchstens DuDu gesagt. Hast du kein Geld und gehörst zu den oberen zehntausend, tja dann hast du halt Pech gehabt.

[Quellen: Netzeitung, Süddeutsche Zeitung und Linkszeitung (kleiner Geheimtipp, einfach köstlich]

7 Kommentare

  • 1. njus schrieb am 29th November 2006 um 14:35 :

    Ach mönsch der arme Ackermann, der hatte doch sooooo eine schwere Kindheit. Wenn man den einfach mal in den Arm nimmt und feste drückt, dann wird aus ihm sicher auch wieder ein nützliches Mitglied der Gesellschaft.

  • 2. Wolf schrieb am 29th November 2006 um 14:37 :

    Ähm, es soll da mal einen alten Römer gegeben haben, der gesagt haben soll,

    “Je korrupter der Staat ist, desto mehr Gesetze braucht er”.

    Ich kann natürlich nicht sagen ob das stimmt, denn wie man sich denken kann, war ich nicht dabei. 8)

  • 3. Hubbe schrieb am 29th November 2006 um 14:43 :

    90% Gewinn - Ein gutes Geschäft für die Angeklagten. Recht hat der, der’s bezahlen kann, nicht wahr?

  • 4. herr axel schrieb am 29th November 2006 um 15:04 :

    es ist mehr als skandalös, was hier passiert ist. die herren ackermann und kollegen gehen nicht einmal vorbestraft aus dem prozeß. wirst du mit ein paar gramm hanf erwischt, bist du ohne wenn und aber vorbestraft. schiebst du millionen von euro dahin, wo du sie brauchst, bleibst du straffrei. alle menschen sind in diesem lande wieder einmal gleich - manche sind gleicher.

  • 5. doerfler schrieb am 29th November 2006 um 16:53 :

    Yepp, es kommt dann natürlich auch auf die Größe an, also je mehr Geld ich einsacke, umso besser und dann sollte auch aufgepasst werden vom wem ich das Geld.

  • 6. apollon schrieb am 29th November 2006 um 22:05 :

    Darüber kann man sich nur aufregen. Gestern Abend hat Wallraff hierzu bei “Maischberger” ein paar deutliche Sätze gesagt. Das entsprach zwar auch voll und ganz meiner Meinung aber natürlich kann man sich vorstellen, wie die andere “Seite” argumentiert hat.

    Was ich überhaupt nicht versteht ist, dass der Bundesgerichtshof das Verfahren an das zuständige OLG zurück verweist und die Staatsanwaltschaft nichts besseres zu bieten hat, als diesen faulen Vergleich anzunehmen. Eigentlich sollte man das Verfahren nun noch mal an den BGH zurück geben. Das aber passiert natürlich nicht, weil es dieses mal ja die Staatsanwalt war, die den “Vergleich” ermöglicht hat.

  • 7. doerfler schrieb am 29th November 2006 um 22:18 :

    @apollon: Aber genau da gehört es wieder hin.

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