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Zweites Vietnam
Der Irak-Krieg ist für die USA das befürchtete Desaster geworden.
Gewinnen konnten sie diesen Krieg von anfang an nicht, dass stand vor Kriegsbeginn bereits fest, aber die US-Regierung hätte viele Menschenleben retten können. Doch das hat sie nicht getan.
Heute wirft US-George W.Bush den Demokraten vor, dass sie keine Irak-Strategie hätten, da frage ich mich doch, ob er überhaupt eine hat. Ich möchte es bezweifeln, es gab von anfang an keine Strategie. (siehe Zeit)
Bush ist dafür verantwortlich, dass bis heute 2800 US-Soldaten im Irak gestorben sind, zehntausende wurden verwundet. Er ist dafür verantwortlich, dass wahrscheinlich über 100.000 Iraker seit Beginn des Irak-Krieges getötet wurden. Diese Toten hat George W. Bush zu verantworten.
Doch anstatt über Fehler nachzudenken, die gemacht wurden und darüber nachzudenken, wie man aus dieser Katastrophe wieder herausfindet, schickt die US-Regierung neue Soldaten in den Irak, die nicht einmal wissen, dass sie überhaupt dorthin geschickt werden und was sie erwartet. (siehe Deutsche Welle)
In was für ein Land werden sie geschickt? In ein Land wo Anarchie herrscht, ein Land wo jeder Tag der Letzte sein kann.
Täglich werden tote Iraker aufgefunden, sie wurden vorher entführt und dann ermordet. Der Irak versinkt immer weiter im Bürgerkrieg, während die US-Regierung davon redet, einen solchen verhindern zu wollen.
103 US-Soldaten wurden im Oktober getötet, niemand weiß wieviele es im November sein werden, aber die Zahl wird wahrscheinlich ähnlich hoch sein. (siehe Süddeutsche Zeitung)
All diese Toten hätten vermieden werden können. Doch in ihrer Kriegsgeilheit, war die Regierung blind vor der Realität. Das Saddam Hussein weg musste, daran bestand überhaupt kein Zweifel, da waren sich alle einig.
Doch das Wie und der Zeitraum, waren das Problem. Jeder wusste wenn Saddam weg ist, gibt es ein Machtvakuum und der Irak zerfällt in Anarchie, die Kriegsbefürworter wurden vor genau diesem Szenario gewarnt, doch die Warnungen wurden in den Wind geschlagen. Wäre es nicht besser gewesen, eine wirkliche irakische Opposition aufzubauen und diese natürlich auch zu schützen und dann Hussein zu entmachten (aber ohne Krieg) und den Irak in die Hände des irakischen Volkes zu übergeben. Das hätte zwar bedeutet, dass der Einfluß der USA im Irak geringer gewesen wäre und die Ölquellen würden heute dem Irak gehören. Aber wäre es für die Menschen in der Region und für die US-Soldaten nicht der bessere Weg gewesen?
Leben zu schützen sollte eigentlich oberste Priorität haben, doch die USA und ihre Verbündeten haben den falschen Weg gewählt und nun sitzen sie da.
Egal wer dort unten stirbt, egal für wem wer gekämpft hat oder Zivilist ist, jeder hat eine Familie die um ihn oder um ihr trauert. Jeder Mensch der stirbt, ist einer zu viel und es ist ein unnötiger Tod. Denn für was sterben sie eigentlich?
Bei einem Bombenanschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft wurden gestern 23 Menschen getötet, darunter 19 Kinder im Alter zwischen 4 Monate und 10 Jahre. (siehe Tagesspiegel)


2 Kommentare
1. njus schrieb am 1st November 2006 um 12:03 :
Das mit den 103 Soldaten ist vermutlich deutlich zu niedrig
Vermutlich sind alleine bei der Explosions des Munitionslagers “Falcon Base” (10. Oktober) 300 US-Soldaten getötet worden:
http://www.blah3.com/article.php?story=20061021204323559
zumindest sehr unwahrscheinlich, dass ein komplettes Lager in die Luft fliegt und es dabei “no casualties” (keine Toten) so die offizielle Meldung des Pentagon gibt.
2. doerfler schrieb am 1st November 2006 um 12:19 :
@njus: Alle Zahlen sind immer nur die offiziellen, das betrifft auch die Zahl der toten. Hier wird davon ausgegangen, dass es eigentlich bis zu 200.000 sein könnten.
Aber egal, wie viele es nun wirklich, es bleibt so oder so schlimm genug.
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