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Forderung nach generellen Grundeinkommen für jeden

Der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), Thomas Straubhaar, fordert in der Zeit ein Grundeinkommen für jeden und bedingslos.

Im Gegenzug könnten damit alle weiteren Sozialleistungen wegfallen und der gesamte Verwaltungsapparat des Sozialsystems wäre somit überflüssig und dadurch würden natürlich einige Geldmittel freigesetzt werden.
Finanziert werden soll das ganze durch die Anhebung der Mehrwertsteuer auf 25 bis 30 Prozent.
Das hört sich natürlich erst einmal viel an, aber durch das Modell des HWWI würden die Lohnnebenkosten wegfallen und auch die Löhne selber steigen und somit hätten die, die Arbeit haben mehr Geld in der Tasche und die, die keine haben, wären aber durch den Staat abgesichert und bräuchten keine Angst haben, in die Armutsfalle zu geraten.

Nun werden natürlich auch wieder die Kritiker losschimpfen und sagen, dann braucht doch niemand mehr zu arbeiten. Ganz im Gegenteil, das Grundeinkommen (egal wer es fordert) liegt doch nun wirklich an der Grenze des Existenzminimums, also große Sprünge sind damit auch nicht möglich. Aber es ermöglicht ein Leben in Würde, was ja heute bei Hartz-IV und den Minilöhnen nicht der Fall ist.
Wer dann mehr möchte und wer will das nicht, der wird dann auch arbeiten wollen und wenn die Menschen wieder mehr Geld in der Tasche haben, dann können sie sich auch mehr leisten und die Wirtschaft springt somit auch an.

Die Zeit mutmaßt aber zu recht, dieses Modell wird genauso wie die ganzen Forderungen nach einem Grundeinkommen in der Versenkung verschwinden.

Denn in einer Zeit wo die Gier der Konzerne und Unternehmen alles Leben bestimmt, ist kein Platz für ein Grundeinkommen oder einen Mindestlohn, denn dann wären die Menschen ja nicht mehr erpressbar, was sie heute sind.
Sowas kann natürlich nicht im Sinne der Wirtschaft sein, also schaufelt sie sich lieber ihr eigenes Grab, denn was interessiert den Managern die Welt von morgen.

7 Kommentare

  • 1. njus schrieb am 27th September 2006 um 11:22 :

    Na ja wenn der Staat gleichzeitig größter Arbeitgeber ist darf man sich ja nicht wundern wenn er fleißig die Löhne nach unten drückt.

    Die “Gemeinnützigkeits”-Klausel soll ja ohnehin bald gestrichen werden, damit könnte man dann praktisch jeden entlassen und kurz darauf als EE-Jobber wieder einstellen. Wichtig ist natürlich nach der Salami-Taktik vorzugehen und die jeweils Betroffenen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu diffamieren. Doof nur, dass ich mittlerweile mit Deutschland kein Mitleid mehr empfinden kann, denn diese Politik wurde ja bereits mehrfach von einer breiten Masse unterstützt. Im Prinzip muss man es sogar unterstützen, dass genau diese Mehrheit jetzt als EE-Jobber endet, denn sie wollten es ja genauso so.

  • 2. doerfler schrieb am 27th September 2006 um 11:42 :

    Das wäre ja dann auch vorbei.
    Wobei es auch mit dem Modell eines Grundeinkommen nicht unumgänglich sein wird, dass auch der Bereich der gemeinnützigen Arbeit erhalten bleibt.
    Aber dann sollte es sich wirklich um diese handeln.
    So wäre es doch vorstellbar, dass im ländlichen Raum, ein Arbeitsloser die Dorfchronik schreibt. Oder der Bürgermeister eine etwas höhere Entschädigung als heute bekommt.
    Also das heutige Ehrenamt sollte bezahlt werden und es würden sich genügend Menschen finden, die diese übernehmen.
    Aber andere Arbeiten können von Unternehmen übernommen werden.
    Die Gartenarbeit der Gemeinde kann auch ein Gartenbaubetrieb übernehmen.
    Und im Wald brauchen wir auch keine 100 EE-Jobber die da lang rennen.

  • 3. Wolf schrieb am 27th September 2006 um 19:52 :

    Habe ich gestern gerade wieder im Fernsehen gesehen. In einer Diskussionsrunde bemerkte die Vertreterin der Linken, dass es fast günstiger wäre Grundeinkommen zu zahlen als jetzt mit dem bisschen hier und bisschen

  • 4. doerfler schrieb am 27th September 2006 um 19:53 :

    @Wolf: Es wird auf alle Fälle günstiger. Denn alles andere würde wegfallen und damit auch die unnötige Bürokratie, die Unsummen verschlingt.

  • 5. njus schrieb am 28th September 2006 um 12:43 :

    Tja nur der Staat ist eben die Bürokratie und weil sich der Staat nicht selber abschaffen kann (wäre ja unlogisch) wird auch weiterhin die Bürokratie ausgebaut. Man darf das nicht aus der Sicht des Steuerzahlers sehen, denn der ist ja nur die Kuh die gemolken wird. Das handelnde Subjekt ist der Staat der für unbedingt viel Bürokratie braucht um verdienten Parteifreunden ausreichend Ruheplätzchen bieten zu können.

  • 6. doerfler schrieb am 28th September 2006 um 13:15 :

    @njus: Aber warum funktioniert das so halbwegs bei anderen Staaten?

  • 7. Stefan schrieb am 12th October 2006 um 11:00 :

    Sei gegrüßt Markus, seid gegrüßt Interessierte eines “bedingungslosen Grundeinkommens”,

    verweisen möchte ich auf einen Artikel von mir aus dem Jahr 2005. In ihm finden sich alle Berechnungen, die für das Verständnis dieser Angelehgenheit nötig sind.
    Der Artikel findet sich auf der Webseite:
    www.berliner-landbote.de

    beste Grüße,
    Stefan

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