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Das versteht der Chef der Jungen Union unter der Bekämpfung von Kinderarmut

Die Kinderarmut in Deutschland ist längst zu einem Problem geworden. Sie steigt immer weiter an, seit Einführung Hartz-IV sogar explosionsartig.
Mittlerweile hat das Thema auch die CDU erreicht, denn leugnen lässt sich die Armut unter Kindern nicht mehr.

Zur Bekämpfung dieser Armut gab es nun einen Vorschlag des Chefs der Jungen Union, Philipp Mißfelder, Eltern sollen künftig mehr kontrolliert werden, dass Hauptaugenmerk soll dabei auf die Hartz-IV-Empfängern liegen. Diese verwenden laut Mißfelder das Geld für sich, anstatt es den Kindern zu geben.

Ich weiß ja nicht in was für einer Welt Mißfelder lebt. Ob ein ALG-II-Empfänger Kindergeld erhält oder nicht, dass spielt überhaupt keine Rolle, denn durch das Kindergeld hat er keinen Cent mehr in der Tasche, denn dieses wird bei dem Bedarf des Kindes abgezogen.
Dann sollte das Kindergeld auch nicht als Taschengeld gedacht sein, sondern zur Versorgung des Kindes. Doch Mißfelder glaubt die Eltern versorgen mit dem Geld lieber sich als ihre Kinder.
Er unterstellt Eltern mit geringen Einkommen, dass sie ihre Kinder verwahrlosen lassen. Es kommt ihm überhaupt nicht in den Sinn, dass diese Eltern ihre Kinder lieben könnten und ihr letztes Hemd für sie hergeben. Denn genau das tut der Großteil der Eltern und für die Kinder die wirklich vernachlässigt werden, ist das Jugendamt zuständig aber nicht die Kindergeldkasse, die dann das Kindergeld streicht.

Philipp Mißfelder glaubt, dass durch seinen Vorschlag die Sozialhilfe-Karriere vermieden werden kann.

Diese Karriere kann nur vermieden werden, wenn wir den Kindern eine Perspektive geben und wenn wir die Kinder aus ihre Armut herausholen. Aber dazu müsste Hartz-IV abgeschafft werden und das will die CDU nicht. Die CDU will Hartz-IV verschärfen, die CDU will den Langzeitarbeitslosen und ihren Kindern jegliche Lebensgrundlage nehmen, vielleicht wäre da die Kritik angebrachter. Aber es ist ja einfacher gegen die Sozialschwachen im Land zu hetzen.

[Quelle: Netzeitung, Linkszeitung]

16 Kommentare

  • 1. Wolf schrieb am 30th August 2006 um 15:20 :

    Ich hätte ein viel besseren Vorschlag…..
    Jeder der ALG2 beantragt bekommt einen Termin beim Urologen zwecks Zwangssterilisation und die schon vorhanden Kinder werden in Heime zusammengefasst. Denn wenn die Leute, die ALG2 bekommen, erstmal zu Zwangsarbeiten herangezogen werden, haben sie ja eh keine Zeit mehr um sich um ihre Kinder zu kümmern.

  • 2. doerfler schrieb am 30th August 2006 um 15:46 :

    @Wolf: Lass das bloß keinen lesen, Du bringst die nur auf dumme Gedanken und dann machen die das noch.

  • 3. Wolf schrieb am 30th August 2006 um 16:04 :

    Man braucht doch nur ein wenig in den Geschichtbüchern lesen…Alles schon mal da gewesen. Allerdings weiß ich nicht, ob sie die Nachahmerei so weit ausdehnen, das die Bartmode von damals auch wieder in Mode kommt.

  • 4. njus schrieb am 30th August 2006 um 16:17 :

    Stroessner & Kollegen haben sowas noch vor wenigen Jahren in Paraguay gemacht, in Tschechien und Bulgarien gab es deshalb erst in den letzten zwei Jahren riesigen Aufruhr. Da hat man Roma-Frauen bei ihrem Zwangsaufenthalt gleich mal mit sterilisiert in der Vollnarkose. Anscheindend haben sich einige über die seltsame Narbe gewundert und so flog das auf…. Traurig aber leider wahr!

  • 5. doerfler schrieb am 30th August 2006 um 16:41 :

    Wollen wir mal hoffen, dass es hier nicht so kommt.

  • 6. somlu schrieb am 30th August 2006 um 18:03 :

    Puh, heute hast Du ja heftige Themen drauf, ich glaub ich nehm jetzt gleich die ertauschte Trilogie und verzieh mich mit nem Tee und Keksen ins Bett. Manchmal halte ich das alles kaum aus.

  • 7. doerfler schrieb am 30th August 2006 um 18:26 :

    @somlu: Da kann ich aber nix für, manchmal da ist es wie verhext, entweder ich habe nix zum schreiben oder es häuft sich.
    Die Idee mit dem Tee und den Keksen, die ist keine so schlechte. Mitunter kann man es wirklich kaum noch aushalten, was so passiert.

  • 8. Stefanie schrieb am 30th August 2006 um 19:41 :

    also ich glaube, dass es wirklich nur ein Minimaler Anteil von Eltern gibt, die das Geld “versaufen” die meisten lieben ihre Kinder.Als ich damals noch alleine Lebte und vom Sozial Amt für ein halbes Jahr angewiesen war, habe ich mir “ein Bein” ausgerissen, damit mein Kind alles bekam, was es benötigte.

  • 9. doerfler schrieb am 30th August 2006 um 20:09 :

    @Stefanie: Die wenigsten versaufen es und selbst dann ist den Kindern doch nicht geholfen, wenn möglicherweise das Geld gekürzt wird.
    Mißfelder sollte sich vielleicht einmal Gedanken darüber machen, wie es möglich ist mit etwas mehr wie 50 Euro ein Kind im Monat zu versorgen. Denn das ist die Summe die dem Hartz-IV-Empfänger für sein Kind vom Kindergeld übrigbleibt, nachdem es mit dem ALG-II verrechnet wurde.
    Mehr steht dem Kind nicht zur Verfügung und das bedeutet für jedem Langzeitarbeitslosen, dass sie einen sehr harten Kampf führen müssen um ihren Kind eine schöne Kindheit geben zu können und ich glaube 99 Prozent alle Arbeitslosen führen diesen Kampf auch, weil sie ihre Kinder lieben und nicht vernachlässigen, lieber sparen sie bei sich um ihren Kindern noch eine Freude machen zu können.

  • 10. srbBLOGger schrieb am 31st August 2006 um 01:28 :

    Weiteres Problem bei dieser ganzen Geschichte ist doch, dass man momentan (selbst, wenn man wollte) nichts mehr für die Ausbildung der eigenen Kinder an die Seite legen kann!

    Diese ganze Reform-Verarschung ist doch nur, um erstmal irgendwie aus der jetzigen Situation heraus zukommen! Was aber in 10 Jahren ist, interessiert heute noch niemanden bzw. wird billigend in Kauf genommen!

    Ich suche momentan NICHT mehr in Deutschland nach einem Arbeitsplatz, den selbst wenn die Politik einlenken würde, ist der deutsche Unternehmer dazu nicht bereit!

    Ich sehe als 30er mit meiner Familie in Deutschland weder jetzt, noch in 30 Jahren eine Zukunft.

  • 11. doerfler schrieb am 31st August 2006 um 08:21 :

    @srbBLOGger: Es ist ja nicht mehr nur die Ausbildung, dass fängt doch schon bei der Schule an. Der Gymnasiumsbesuch bleibt den meisten verwehrt, dass können sich die Familien kaum leisten.
    Ein Großteil der Kinder die in sozialen Problemgebieten leben, besuchen die Hauptschule und damit kommen sie gar nicht erst ins Berufsleben rein. Das ja die traurige Wahrheit.
    Bei den Realschulen sieht es auch nicht viel besser aus. Der Personalchef schaut doch zuerst welche Schule der künftige Auszubildene besucht hat. Ist es eine Problemschule, Ablehnung.
    Da kann das Zeugnis noch so gut sein.
    Für Eltern wie Großeltern ist das sehr schmerzhaft, sie wissen nicht was aus ihren Kindern werden soll, sie wissen nicht ob es ihnen einmal gut gehen wird.

  • 12. Wolf schrieb am 31st August 2006 um 08:59 :

    Das ist ja das, was ich immer sage…..
    Es ist wieder wie früher, “falsche Klasse ==> Pech gehabt”. Das gilt für die Schüler und jungen Leute genauso wie für die Älteren. Bei denn gilt dann allerdings “soooooo alt schon ==> Abstellgleis”.

  • 13. doerfler schrieb am 31st August 2006 um 09:06 :

    @Wolf: Und heute gilt das gleich für die Schule oder den Wohnort.

  • 14. njus schrieb am 31st August 2006 um 09:15 :

    @srbBLOGger: Ich würde auch kein Geld z.b. für deutsche Unis ausgeben, die Motivation der Profs ist dort derartig niedrig und die Organisation völlig chaotisch.
    Es wundert ja auch nicht, weil die Schulen häufig nur noch Minimalproramm machen. Teilweise können 80% der Erstsemester gar nicht oder kaum Bruchrechnen, Dreisatz etc. Ich denke es wäre dringend an der Zeit da was zu ändern. Es muss da einfach einen objektiven Mindeststandard für Bildungsaubschlüsse geben (z.b. Weniger als X Fehler im einstündigen Diktat etc.)

  • 15. srbBLOGger schrieb am 31st August 2006 um 09:18 :

    Ich habe auf jeden Fall vollstes Verständnis für die jungen Leute, welche aus Deutschland “flüchten” und sich Ihre Existenz/Zukunft im Ausland sichern!

    Wenn es nicht so verdammt schwierig wäre, das selbe als Familie durchzuziehen, wäre ich wahrscheinlich auch schon längst weg!

    Ich habe selbst einen Sohn im Alter von 4 Jahren - etwas an die Seite legen für später geht inzwischen nicht mehr, und das stimmt mich nachdenklich!
    Selbst wenn ich jetzt auf der Stelle in Deutschland einen Job bekommen würde, hätte ich nicht mehr als jetzt, und das kann es doch irgendwie nicht sein, dass ich indirekt für´s “Nichtstun” besser stehe! In diesem Punkt zumindest gebe ich der Regierung recht!
    Im gleichen Atemzug aber Hartz-IV noch weiter drücken zu wollen ist der falsche Weg. Vielmehr sollte ENDLICH der gesetzliche Mindestlohn beschlossen werden, welcher FÜR JEDEN BINDEND ist!

    Nur so kann man dieses Land vielleicht noch retten…..

  • 16. srbBLOGger schrieb am 31st August 2006 um 09:29 :

    @njus:

    Die Situation des deutschen Bildungssystems ist ein Thema für sich!
    Da würde ich sogar mal behaupten wollen, dass die Verantwortung nicht so ohne weiteres klar aufgeteilt werden kann.

    Was auf jeden Fall total unglücklich ist, ist die Tatsache, dass Millionen Deutsche Dank Rechtschreibreform zu “Hirnis” abgestempelt wurde, welche vor 1995 die Schulbank verlassen haben.

    Was die Studiumsache betrifft, kann ich leider nicht mitreden (bin NUR ein ehemaliger Realschüler mit einem EINFACHEN Berufsabschluß) und möchte auch kein Urteil darüber erlauben.

    Was mich auf jeden Fall stört, ist die Tatsache dass Lehrkräfte in diesem Lande (genau wie Eltern) zwar in der Bildungspflicht stehen, dabei aber keinerlei erzieherischen Rechte mehr haben!
    Zu meiner Zeit hatte man noch Respekt vor dem Menschen an de Tafel!
    Für meinen Geschmack wird die deutsche Tradition an deutschen Schulen zu sehr vernachlässigt - Gehorsam war mal eine deutsche Tugend!

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