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Buchtipp

Der Winter steht ja bekanntlich vor der Tür und das lädt natürlich dazu ein, abends mal wieder ein Buch zu lesen.
Ich will Euch einfach mal eine ganze Romanfolge an Herz legen.

Zwar handelt es sich dabei um die Fortune de France von Robert Merle, erschienen im Aufbau-Verlag, Berlin.
Derzeit umfasst die Reihe 12 Bände, der 13. und letzte erscheint im kommenden Jahr.

Worum geht es dort?

Robert Merle erzählt die Geschichte der Religionskriege in Frankreich und zwar über mehrere Generationen hinweg.

Über einen Zeitraum von gut 100 Jahren lässt er die kriegerischen Ausseinandersetzungen zwischen Hugenotten und Katholiken, lebendig werden.

Aber es gab nicht nur Konflikte zwischen diesen beiden Gruppen, nein es gab auch zahlreiche Konflikte untern den einzelnen Glaubensgemeinschaften selbst.
Katholische Fanatiker zettelten immer wieder Intrigen an und schreckten nicht einmal vor den Königsmord zurück.
Aber auch die Fanatiker unter den Protestanten waren nicht besser.
Was für Parallellen zur heutigen Zeit und genau deshalb möchte ich diese Reihe Euch empfehlen.

Selbst wer Geschichte nicht mag, wird es nicht bereuen, denn der Schreibstil von Robert Merle ist einfach beeindruckend. Überhaupt nicht trocken oder langatmig.

Er lässt den Erzähler der Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählen, wobei es sich um zwei Erzähler handelt. Vater und Sohn und beide erzählen ihr Leben in Form von Memoiren.
In den ersten Bänden der Vater und dann der Sohn.
Ab und zu werden sie aber durch eine Leserin unterbrochen, die Fragen stellt, die sie natürlich gewissenhaft beantworten oder auch nicht. ;)

Trotz des historischen Hintergrundes, ist dieses Werk auch ein Gesellschaftkritisches Werk.

Robert Merle zeigt mit den Finger auf Religionsfanatiker, die immer wieder viel Unheil über die Menschen bringen. Aber er sagt dabei auch, dass es immer zwei Seiten gibt. Und keine Seite ist besser als die andere.
Doch auch die Ausbeutung der Menschen durch habgierige Grundbesitzer kommt nicht zu kurz.
Seine Protagonisten handeln da ganz anders, sie beuten die Menschen nicht aus und dennoch geht es anders Grundbesitzer gut, wenn nicht sogar besser. Denn wer seine Leute gut behandelt, hat höhere Erträge und damit ein höheres Einkommen.

Und zu guter Letzt noch die Gier nach Reichtum und Macht, auch die kommt nicht zu kurz.
Viele Menschen töten und rauben aus reiner Habgier, oder sie zetteln Intrigen, wenn nicht gar Kriege an, um Macht zu erlangen.

Religionseifer, Mord, Intrigen, Eifersucht, Habgier und ein überhöhtes Geltungsbewusstsein spielen somit eine zentrale Rolle in der Fortune de France. Aber dennoch kommt das Menschliche nicht zu kurz.
Die Familie Siorac, um die dreht es sich in der Romanfolge, kann dem widerstehen, nur den weiblichen Reizen nicht, jeder hat halt so seine Schwächen.

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