Der Linksbote » 2006 » June

Irgendwie war das heute ein richtig langweiliger Tag.

Es ist kein Fußball, demzufolge passiert auch nix in Berlin, worüber ich mich aufregen müsste.
Das Wetter ist nicht zu heiß und nicht zu kalt, also wieder nix zum aufregen.
Mein PC stürzt heute erfreulicherweise kaum ab.

Tja, ein total langweiliger Tag.

Hab ich eigentlich schon erzählt das ich heute Erdberren kaufen wollte, aber es keine gab? (das gibt mir eigentlich zu denken, es ist Sommer und ich kann keine Erdberren kaufen und die Cafés machen auch zu)
Ich war wieder bei der Verkäuferin, die mir letzte Woche zu viel Wechselgeld zurückgeben wollte.
Weil so schon gelächelt hat, habe ich einen großen Beutel Tomaten gekauft, ich weiß nur noch nicht was ich damit anfangen soll.

Achso, heute konnte sie Gedanken lesen. Ohne zu sehen, wie ich bezahlen werde, hatte sie schon das passende Wechselgeld in der Hand. Auf den Cent genau!!!

Nun drückt mir mal alle schön die Daumen, dass das jetzt auch gut geht.
Als jemand der vom Lande kommt, stehe ich ja der ganzen mordenen modernen Technik skeptisch gegenüber.
Deshalb hatte ich mich seinerseits auch nur für einen T-DSL1000-Anschluß entschieden gehabt. Maximum war damals noch 2000 und ich wusste auch nicht ob das überhaupt bei uns geht und so ein schnellerer Anschluß war auch teurer.

Jedenfalls hatte ich gerade Besuch von Mitarbeitern des Rosakonzerns, die mir billigere Telefongebühren versprachen. Bei so etwas schalte ich auf vornherein auf Stur, denn zu verschenken hat niemand etwas. Aber als sie von meinen DSL-Anschluss erfuhren, fragten sie was ich für einen habe. Ich sagte es ihnen und sie fragten ob ich nicht erhöhen möchte, na ja gut, nach einigen hin und her, mit dem Versprechen das für mich nix teurer wird, habe mich zu einem Ja entschieden.

Nun bin ich ja mal gespannt, ob auch wirklich alles so geht wie sie es mir versprochen haben. Aus 1000 wird 2000 (ich weiß es geht schon viel schneller) und der Rest bleibt beim alten, nur das ich künftig sogar weniger bezahlen muss, da ja die T-Com ihre flatrate-Tarife gesenkt hat, aber dies nicht automatisch an den Kunden weitergibt. Schau mal einer an.

So langsam hält die Moderne auch bei mir Einzug.

Warum macht eigentlich ein Café mit Freifläche, im Sommer eine Sommerpause?

Ich bin heute an einem vorbeigegangen und da stand ein Schild, dass die ab 30.6. Sommerpause machen.

Spanien hat es doch tatsächlich erwischt, deshalb hatte ich ihre Fahne auch gehisst gehabt, denn ich wollte doch nicht das Frankreich verliert.
Drei Fahnen, drei Verlierer. Was für eine Serie.

Jetzt schwanke ich zwischen Italien oder Brasilien, deren Fahnen hier als nächstes flattern werden. Oder soll nicht doch einmal die deutsche ausprobieren? Schließlich heißt es doch, aller guten Dinge sind drei und diese Zahl ist erreicht.

Ich hatte Euch bereits am Wochenende Bilder gezeigt, wo Ihr sehen konntet wie schön es im Harz ist. Der Harz ist aber nicht nur wegen seiner einmaligen Naturlandschaft ein Ferien- und Ausflugsziel, Nein er bietet auch noch etwas anderes. Wer gerne einmal mit alten Dampfloks die Berge hinauffahren möchte, der kann es dort ebenfalls tun und diese Fahrten sind wirklich einmalig und von keiner anderen Bahn zu überbieten.

Damit künftig auch die Besucher der Weltkulturerbestadt Quedlinburg mit der Schmalspurbahn in den Harz fahren können, wurde am gestrigen Montag die Verlängerung der Selketalbahn von Gernrode nach Quedlinburg für die Öffentlichkeit freigegeben.
Nun rollen täglich 9 Züge von Quedlinburg aus Richtung Selketal, einmal am Tag wird es auch einen Dampflokzugbetrieb geben.
Es ist sogar möglich von Quedlinburg Richtung Brocken zu fahren. Die ganze Fahrt dauert dann Hin und Zurück elf Stunden. Beinhaltet aber eine Fahrt fast durch den ganzen Ostharz, einmal quer durch das Selketal und dann hinauf zum Brocken. (siehe Volksstimme)
Vielleicht tritt ja nun etwas die Selketalbahn aus den Schatten der Brockenbahn, denn die Selketallinie zählt für mich zu der reizvolleren Strecke und ist für mich wirklich eine der schönsten Bahnstrecken Deutschlands.

Eigentlich ist das doch nicht so schwer, man muss nur das Teil was zwischen den beiden Ohren sitzt einschalten.
Aber leider scheint bei einigen in Berlin der Schalter defekt zu sein.

EIn Beispiel dafür ist die Gesundheitsreform.

Da wird eine Reform beschlossen, die in keinster Weise finanzierbar ist. Schlimmer noch es wird den Menschen sogar noch vorgegaukelt, nach dieser Reform werde alles gut. Die Krankenkassenbeiträge werden doch schließlich sinken. Dass die Steuern dafür im Gegenzug steigen, wird nur ganz leise verkündet.

Nun muss man zwar sagen, dass ein staatlicher Dauerzuschuss für das Gesundheitssystems nötig geworden ist, anders lässt es sich nicht mehr finanzieren. Dieser Zuschuss wird natürlich immer aus Steuermitteln finanziert, dass ist klar. Doch warum bindet sich der Staat an eine Steuer, die in Zukunft immer weniger Einnahmen bringt?
In zwei, drei Jahren stehen wir wieder vor dem Problem, dass die Finanzmittel nicht ausreichen und dann wird erneut die Steuer erhöht.

Den Mut zu einer richtigen sinnvollen Reform, bringt niemand auf, dafür ist die Pharma- und Versicherungslobby, aber auch die Wirtschaft einfach zu stark.

Einkommenssteuer hoch, Unternehmenssteuer runter, dass ist eine Logik. Als ob davon zusätzliche Versicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen werden.

Wird denn nun eigentlich auch einmal die Pharmaindustrie mit ihren Milliardengewinnen herangezogen? Nein, die Großen in der Branche diktieren immer noch den Preis.

Bei den Krankenkassen soll nun etwas gespart werden, einige Kleine müssen sich vielleicht demnächst zusammenschließen.
Doch es bleiben immer noch viel zu viele über und die Senkung der Verwaltungskosten fällt minimal aus.

Wird denn bei der Gesundheitsreform auch endlich einmal die Bürokratie entschärft? Denn die ist ein gewaltiger Kostentreiber. Es kann doch nicht sein, dass ein Arzt am Ende mit dem Ausfüllen von Papier, doppelt so viel Zeit benötigt als er für die Behandlung des Patienten gebraucht hat. Das kostet unnötig Zeit und Geld.

Hier wäre eine Reform viel dringender und diese könnte einiges einsparen.

Warum werden eigentlich die privaten Krankenversicherung aus ihrer Verantwortung herausgenommen? Durch die Finanzierung der Kinderversicherung aus Steuermitteln, bekommen sie nun ein Geldgeschenk. Dafür sollen sie 3 Milliarden Euro als Ausgleichszahlung an den Staat überweisen. Aber diese Zahlung ist rein freiwillig. Ist doch super, damit können wir uns ausmalen, was die Privaten dann überweisen werden.

Jedenfalls werden wir nach dieser Reform, in zwei Jahren erneut über eine neue Gesundheitsreform diskutieren und irgendwann ist die Gesundheit bzw. Krankheit nur noch für die Reichen bezahlbar. Denn die Belastungen für Einkommensschwache Familien steigen langsam ins Unendliche.

Deshalb, streicht endlich die Zahl der Krankenkassen auf eine überschaubare Zahl zusammen, kehrt endlich zum Solidarprinzip zurück, bezieht bei der Finanzierung auch die Großen mit ein und stoppt diese Bürokratie.

Wenn ihr das machen würdet, dann würdet ihr merken, dass unser Gesundheitssystem sehr wohl finanzierbar ist. Wenn es uns dann gelingt,  wieder mehr Menschen in einen Versicherungspflichtigen Job zu bekommen, dann fällt auch der staatliche Zuschuss geringer aus.

[Quellen: Tagesschau, Netzeitung, Frankfurter Allgemeine]

Öhm, irgendwie scheine ich mit meinen Vorhersagen immer gewaltig daneben zu liegen.

Also, machts gut liebe Schweizer. Das große Eckige, mit dem Netz dazwischen, ist das Tor und da müsst ihr reintreffen, nur so als Tip fürs nächste Mal. ;)
So, wessen Fahne darf ich nun als nächstes bei mir hissen?

Oder soll ich es einfach mal mit der deutschen versuchen.

Da wird seit Wochen, ja seit Monaten über den Werteverfall bei den Jugendlichen diskutiert, die keinerlei Respekt und Anstand mehr besitzen sollen, doch unsere Regierung ist da nicht besser.

Die Süddeutsche Zeitung hat einmal den Verlauf der Sitzung des Koalitionsausschusses vom Sonntag zusammengefasst.

Also eine gute Kinderstube hat anscheinend niemand der dort anwesenden Politiker genossen.
Da wurde sich gezofft und mit Worten um sich geworfen, also das ist kaum zu glauben und sowas will für das Wohl der Menschen bei uns verantwortlich sein.

“Es stinkt mir” “Das ist mir scheißegal” usw.

Ich habe seit zwei Tagen gar nicht mehr über die Fußball-WM geschrieben.

Am gestrigen Sonntag fanden im Bördestädtchen Wanzleben bei Magdeburg, die Stichwahlen um das Bürgermeisteramt statt.

Und gewonnen hat Petra Hort von der Linkspartei und darüber freue ich mich richtig dolle.
Ich gratuliere Dir auch von dieser Stelle rechtherzlich und wünsche Dir viel Erfolg.