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Neues Angebot an den Iran

Morgen soll dem Iran ein neues Angebot zur Beilegung des Aomstreites unterbreitet werden.
Und das was die Zeit darüber schreibt, klingt ja schon mal nicht schlecht.

Dem Iran wird eine technische und wirtschaftliche Kooperation versprochen und er darf auch weiterhin sein ziviles Atomprogramm fortsetzen. Wenn natürlich auch unter Beobachtung und nicht im vollen Umfang wie derzeit.
Falls der Iran ablehnt, sollen Sanktionen beschlossen werden, aber militärische werden ausgeschlossen.

Die Zeit mutmaßt, dass der Iran ablehnen wird, was ich auch für wahrscheinlich halte.
Falls das geschieht, soll im Juni weiterverhandelt werden.
Optimismus ist da und vielleicht ist ja der Krieg doch noch vermeidbar. Es liegt am Westen, der Iran will keinen Krieg, er will nur etwas Zeit schinden und einige Vorteile für sich aus den Verhandlungen herausholen. Aber einen Krieg möchte er nicht führen.
Zumal ja nun auch bekannt wurde, dass der achso böse und gefährliche Iran, gar keine Gefahr darstellt, ging völlig unter. Wenn überhaupt war die Aussage von IAEA-Chef ElBaradei, meistens nur eine kleine Randnotiz wert. Jedenfalls in den kriegsgeilen deutschen Medien, im Ausland wurde ELBaradeis Aussage, dass der Iran keinerlei Gefahr darstellt sehr wohl wahrgenommen. (siehe ORF)

4 Kommentare

  • 1. Wilhelm [Schoggo-TV] schrieb am 31st May 2006 um 16:20 :

    “Zumal ja nun auch bekannt wurde, dass der achso böse und
    gefährliche Iran, gar keine Gefahr darstellt, ging völlig unter.”

    Lese einmal das Interview mit dem “Herrn” Staatspräsidenten,
    speziell die Aussagen zum Holocaust sind (wieder einmal)
    sehr aufschlußreich;
    “Wir sind entschlossen”
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,418312,00.html

  • 2. doerfler schrieb am 31st May 2006 um 17:09 :

    @Wilhelm: Ja, ich habe es gelesen, deshalb ja auch diese Anspielung auf den völlig mißlungenen Spiegel-Titel. “Der Mann, vor dem sich die Welt fürchtet” Also ich fürchte mich vor ihm nicht, da von ihm wirklich keinerlei Gefahr ausgeht.
    Er ist ein bissel irre, ein Prahler und Angeber und ohne Frage ein kluger Kopf. Aber mehr auch nicht.
    Ihm wird ein Podium gegeben, welches völlig unnötig ist, er freut sich drüber.
    Nun lässt sich ein Interview mit Hintergedanken führen oder ohne.
    Und im Spiegelfall, war es natürlich eines mit Hintergedanken.
    Man will Ahmadinedschad als ganz gefährlichen Menschen hinstellen, der nur durch einen Krieg gestoppt werden. Der Spiegel gehört zu den Medien die wirklich unbedingt einen Krieg haben wollen.
    Sie haben zu denen gehört die den letzten Monaten die Hetze gegen Muslime betrieben haben, sie wurden zu den Verteidigern einer rechten dänischen Tageszeitung.
    Als Ahmadinedschad die Brieffreundschaft mit Bush begonnen hat, war der Spiegel eines der wenigen Medien, die in diesen Brief nur Böses und Gefährliches entdecken konnten. Der steckte ja voller Drohungen. Dabei stand da ganz was anderes drin.
    Im Interview spielen sie immer wieder auf die Holocaustleugnung an, Ahmadinedschad betont mehrfach, dass er ihn nicht leugnet.
    Er stellt ohne Frage, dass Existenzrechts Israels in Frage, dass ist problematisch, aber lässt sich auf diplomatischen Weg lösen.
    Hat bei Israels Nachbarn schließlich auch geklappt.
    Er ist sehr raffiniert, er fordert eine Verantwortung Deutschlands für den Holocaust und damit hat er sogar recht. Wir sind dieser Verantwortung schuldig geblieben.
    Und zum Rest des Interviews brauch ich nichts mehr sagen, es ist nur noch peinlich, damit meine ich die Fragen. Ahmadinedschad kann antworten was er will, der Iran wird als das gefährlichste Land der Welt hingestellt.
    Darauf zielt das Interview, man wollte diese Bestätigung haben. Doch bekommen hat der Spiegel sie nicht.

  • 3. bloggnjus schrieb am 31st May 2006 um 18:38 :

    Bush hat den Kampfeswillen der USA bis zum «vollständigen Sieg» über den Terrorismus bekräftigt (vgl. http://www.20min.ch/webicons/?key=Terrorismus&nsp=1)

    Ich fürchte mich vor Herrn A. im gleichen Masse wie vor Herrn Bush., vermutlich vor Bush mehr immerhin hat er das grösste Atomwaffenarsenal der Welt.
    Wenn A sagt er will Juden nach Deutschland umsiedeln ist das wohl Rhetorik, wie wenn B sagt er will 74 “Bunkerbuster” (also Atombomben) über dem Irak abwerfen. Tatsächlich wurden ein solcher Angriffsplan in er Washington Post veröffentlicht in dem das Pentagon von 500 Ziele im Iran 74 mit Atomwaffen bekämpfen will.

    => Danach sollten die USA allerdings dringen mehr Geld in die Klimaforschung stecken ;-)

  • 4. doerfler schrieb am 31st May 2006 um 20:21 :

    @bloggnjus: Vor Bush habe ich mehr Angst.Jemand der nur mit Krieg und Waffen droht und gezeigt, dass es ihm ernst ist, also vor dem habe ich schon Angst. Zumal ich Bush auch nicht für einen großen Strategen halte.
    Und der hellste ist er erst recht nicht.
    Das macht ihn schon sehr gefährlich, da er unberechenbar ist. Er glaubt sich auf seinen Kreuzzug gegen das Böse und meint er habe von Gott den Befehl dazu bekommen.
    Ahmadinedschad ist dagegen ein sehr intelligenter Mensch, er weiß was er sagt und was er tut. Er ist zwar auch in gewisser Weise unberechenbar, da er immer wieder für Überraschungen sorgt, aber diese lassen sich rational wenigstens noch erklären.
    Was er in der Tat ist, er ist ein großer Propagandist, also das hat er gelernt und er ist überhaupt kein Diplomat oder Politiker.
    Das macht es nicht gerade einfach, mit ihm auf diplomatischen Wege eine Lösung zu finden.
    Aber es ist immer noch einfacher, als nur die Waffen als Allheilmittel anzusehen.

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