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Gesundheit künftig nur noch für Reiche?

Nun ist die Katze aus dem Sack und das nur drei Tage nach den Landtagswahlen.

CDU und SPD planen eine Verdopplung der Praxisgebühr und der Medikamentenzuzahlung.
Bereits zum 1. Januar 2007 soll die Praxisgebühr auf 20 Euro steigen. (siehe Focus)
Das dann die Einkommensschwachen noch weniger zum Arzt gehen können, dass interessiert die Große Koalition nicht. Bereits heute überlegen es sich die meisten zweimal, ob sie ihren Hausarzt besuchen sollen oder nicht.

Somit wird also ab 2007 noch stärker der eigene Geldbeutel über die Gesundheit, jedes einzelnen entscheiden.
Naja, so kann man auch das Problem der vielen Arbeitslosen und Rentner lösen.

Vielen Dank CDU/CSU und SPD, dass versteht ihr unter sozial ausgewogen. Ich erinnere mich auch noch daran, was der SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck am Sonntag in einen Interview gesagt hat. Er möchte nicht, dass künftig der Geldbeutel entscheiden soll, er möchte nicht das die Gesundheitsversorgung nur noch für die Reichen im Land möglich ist. Aha, so sieht das also dann aus.

13 Kommentare

  • 1. Wolf schrieb am 29th March 2006 um 11:59 :

    Nun, vielleicht sollte Herr Platzeck erstmal defenieren, was er unter reich versteht.
    Vielleicht sind die Bürger, die unter der Armutsgrenze leben, ja schon aus dem Blickfeld der “Volksvertreter” verschwunden?

  • 2. doerfler schrieb am 29th March 2006 um 12:23 :

    Das ist sehr wahrscheinlich. Für sie exestieren diese Menschen nicht mehr, aber nicht nur sie, auch die im Niedriglohnbereich gehören zu den Vergessenen.

  • 3. Wilhelm [Schoggo-TV] schrieb am 29th March 2006 um 13:25 :

    Das ist wie mit dem Kindergeld bzw. KiTa Plätzen:
    woher das Geld nehmen?
    Manchmal denke ich, daß wir mit dem Kopf noch im Überfluß der 70er Jahre (Est) stecken und nicht realisieren, daß da nichts mehr ist, das zu verteilen wäre. Wir müßen kürzer treten, die Ansprüche senken.
    … eine Besteuerung der Reichen wird daran scheitern, daß eine solche nicht gelingen wird, wenn sich diese Leute bei einem Finanzamt in der Schweiz eingeschrieben haben und zugleich Arbeitsplätze mitgenommen haben.

  • 4. doerfler schrieb am 29th March 2006 um 13:32 :

    @Wilhelm: Ja aber wie soll denn jemand kürzer treten, der es nicht mehr kann?
    Es geht einfach nicht mehr. Ich habe mir heute bereits einiges anhören müssen und morgen wirds noch schlimmer. Wer kein Geld mehr hat, der kann nichts mehr geben. Dabei meine ich nicht nur die Arbeitlosen und Rentner, nein ich meine auch die Geringverdiener und auch die eine Familie zu ernähren haben.
    Die Besteuerung der Reichen die ist machbar, man muss es nur wollen.
    Und wer keine Steuern zahlen will und lieber Deutschland verlässt, dann soll er halt gehen, aber seinen PA kann er an der Grenze abgeben und seine Immobilien gehören dann dem Staat. Wenn er dann mal Hilfe braucht aus Deutschland, dann bekommt er sie halt nicht mehr. Basta.

  • 5. bloggnjus schrieb am 29th March 2006 um 14:50 :

    Woher das Geld nehmen?? Ja woher soll ich das Geld nehmen? Ich war nicht einmal beim Arzt in 10 Jahren und dafür soll ich 14% meiner Einkünfte abtreten?
    Sollte ich jetzt tatsächlich mal krank werden dann muss ich erst noch zuzahlen…. Manchmal könnte man den Eindruck haben Ziel des Staates sei Hypochonder und Faulenzer heranzuzüchten.

  • 6. doerfler schrieb am 29th March 2006 um 14:59 :

    Wer redet denn hier von Faulenzer und Hypochonder? Niemand.
    Kannst Du mir mal verraten, wie eine Familie einen Einkommen von vielleicht 2000 Euro dafür noch das Geld hernehmen soll?
    Über die Hälfte des Geldes geht bereits für die Wohnung drauf, Miete, Strom, Wasser und so weiter. Von den Abwasser und Müllkosten ganz zu schweigen. Dann muss man auch noch von etwas leben und wenn die Familie Kinder hat, ja dann sieht sie ganz alt aus.
    Ein Hartz-IV-Empfänger brauch gar nicht erst zum Arzt gehen, dafür hat er eh kein Geld.
    Hast Du schon mal über die Folgen nachgedacht. Ein kleine harmlose Krankheit wird verschleppt und dann? Dann landet derjenige im Krankenhaus. Warum sind denn die Fachärzte zur Zeit total überlasstet? Sie müssen den Notstand der derzeit herrscht ausbaden. Warum stehen die Krankenhäuser vor dem Ruin? Unter anderen auch deshalb weil die schweren Erkrankungen immer mehr zu nehmen, die Kosten steigen aber das Geld von der Kasse und vom Staat aber nicht.

  • 7. Wilhelm [Schoggo-TV] schrieb am 29th March 2006 um 15:18 :

    Schön, daß wir uns darin einig sind, daß die Töpfe leer sind.
    Vielleicht sollten wir und auch jene, welche am Minimum existieren (auch ich möchte dies nicht als leben bezeichnen) unsere Präferenzen bzw. das, was man zur Definition von Lebensstandard heranzieht einmal überdenken und neu bewerten?
    Ist Gesundheit nicht wichtiger als z.B. ein DVD-Player (welcher auch mit Scheiben gefüttert sein will und eine TV benötigt), selbst wenn ich einen solchen für 19,95 im Ausverkauf bei Lidl bekomme?
    Was haben denn früher die armen Leute gemacht, als es noch keine Unterhaltungsmedien gegeben hat UND zudem die Gesundheitsversorgung schlecht gewesen ist?
    Wie oft mußte ich von früheren Klienten, also Sozialhilfeempfängern (denen es heute dank Hartz IV übrigens besser als damals geht) z.B. hören: “Herr E., könnten sie nicht schreiben, daß wir eine neuen Herd brauchen und wir das Geld so bekommen, damit wir einen Fernseher kaufen können?”
    Herr E. hat, im Gegensatz zu vielen Kollegen, solche Fragen immer mit Nein beantwortet. Aber er hat eine neue Kindermatratze notiert, wenn er, im Gegensatz zu den Eltern, einen solchen Bedarf gesehen hat.
    Also wie wär’s: neue Standards definieren und bewerten?

    @Bloggnjus: Wart ‘mal ab, auch Du wirst älter und gebrechlicher werden. ;-)

  • 8. doerfler schrieb am 29th March 2006 um 15:39 :

    @Wilhelm: Du hast ja recht. Aber was sollen die Menschen machen? Die haben jede Hoffnung verloren, die keine Perspektive mehr.
    Der Großteil sitzt den ganzen Tag nur zu Hause rum und was sollen sie mit ihren Leben anfangen? Also schauen sie fern.
    Das lenkt vom tristen Alltag ab.
    Es ist zwar traurig, aber ich kann es ihnen nicht mal übelnehmen.
    Wenn wir Arbeit geben würden, aber auch wo ihnen sagen, wir achten und respektieren euch, dann ist das viel besser. Aber das tun wir nicht.
    Das kann auch bei solchen Menschen eben wirklich Arbeit im ÖBS sein und sollte es vielleicht sogar.
    Wenn wir dabei ihnen das Gefühl, dass wir sie und ihre Arbeit achten, dann ist schon viel getan.
    Aber so haben sie das Gefühl sie sind Aussässige und wenn sie Arbeit bekommen, dann werden sie eh nur ausgebeutet.
    Für die Kinder von ihnen sehe ich schwarz, aber das alles ist ein anderes Thema.

  • 9. Wilhelm [Schoggo-TV] schrieb am 29th March 2006 um 16:33 :

    doerfler: “Der Großteil sitzt den ganzen Tag nur zu Hause rum und was sollen sie mit ihren Leben anfangen? Also schauen sie fern.”
    Ja, ich weiß und ich find’s auch zum Kotzen, wenn wertvolle Fähigkeiten verkümmern müßen. Der Mensch will gebraucht werden, seine Fähigkeiten unter Beweis stellen, will dabei gefordert werden und dabei wachsen. Wenn ihnen aber niemand Arbeit geben kann (weil einfach keine da ist und Stellenaufteilung zu teuer ist), sonstige Angebote nicht finanzierbar sind oder aber diese Menschen nie gelernt haben, wie man sich selbst beschäftigt bzw. unternimmt, wieso gibt es dann eigentliche keine freiwilligen Organistionen, welche sich deren Menschen annimmt, ihre Fähigkeiten aufgreift, einsetzt, lenkt und diesen Menschen Sinn zu finden helft? (Wie ich schon weiter oben schrieb: früher gab es keine Massenmedien, welche arme Menschen ablenkte.) Naheliegend ist natürlich politische Agitation und Mobilisierung. Aber dies meine ich nicht. Wieso nicht wohltätige Aufgaben und Zielsetzungen? Natürlich könnte man auch sagen, daß 1-Euro-Jobs einen Teil dessen bezwecken, was ich meine. Aber diese alleine sind es nicht. Kannst Du dennoch verstehen, was ich meine … ?

  • 10. doerfler schrieb am 29th March 2006 um 17:04 :

    @Wilhelm: Jo, eigentlich schon.
    Nur leider wollen/müssen Organisationen auch von etwas leben.
    Was die fehlenden Arbeitplätze angeht, dann könnte Vater Staat mit etwas Druck, aber auch mit ein paar Zugaben durchaus, die private Wirtschaft dazu bringen, ein paar zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.
    Denn wie wir ja sehen, entstehen ja keine neuen Arbeitplätze, ganz im Gegenteil es wird immer nur abgebaut. Eines der Hauptprobleme.
    Was die Ein-Euro-Jobs angeht, so ist das schlicht und einfach Ausbeutung. Ich habe nichts dagegen, wenn die Kommunen die Arbeitslosen beschäftigen und sie auch wirklich dafür bezahlen. Das kann ruhig zusätzlich zum Arbeitslosengeld sein. Aber dann sollten auch alle Kosten die dem Arbeitslosen entstehen erstattet werden. Doch das werden sie nicht, denn eigentlich soll ja der Arbeitslose nichts zu verdienen, sondern nur an die Arbeit gewöhnt (hört sich zwar schrecklich an, aber genauso wird es gesagt). Damit arbeitet er zum Teil für nichts.
    Was das für einen psychologischen Effekt hat, brauche ich Dir ja wohl nicht zu sagen.
    Dann entstehen mittlerweile viele Ein-Euro-Jobs in Bereichen wo sie gar nicht enstehen dürfen. Viele private Dienstleister nutzen Ein-Euro-Jobber. Das ist erst recht Ausbeutung.
    Somit verfehlen diese Jobs ihr Ziel.
    Besser wäre es wirklich zu sagen, hier hast du 300 Euro extra im Monat und machst Du das und das in unserer Gemeinde.
    Das dann auf Arbeitslosengeld drauf, dann sind dass schon über 600 Euro. Ist zwar noch nicht viel Geld. Aber der psychologische Effekt ist doch viel besser, als wie vorher.
    Wenn dann jemand vielleicht ehrenamtlicher Bürgermeister ist, oder Chef der freiwilligen Feuerwehr, so kann man ihn doch hauptamtlich beschäftigen. Seine Arbeit wird geachtet und derjenige fühlt sich gleich viel besser.
    Eine Lösung wäre auch das Bürgergeld und wer das erhält der übernimmt als Gegenleistung ehrenamtliche Aufgaben. Aber das Geld sollte dann schon in einer Höhe sein, von der es sich in Würde leben lässt und die Arbeit sollte den jenigen auch wirklich Spaß machen. Das klingt jetzt ein bisschen blöd, aber nicht jeden Menschen liegt die Jugendarbeit oder der Umgang mit anderen Menschen. Da sollte dann halt wirklich geschaut werden, was liegt jeden. Der eine möchte gerne raus, der andere möchte unter Menschen sein.
    Wenn dann nachher genau die falschen Leute die falsche Arbeit, dann ist ihnen auch nicht geholfen.
    Nur mal als Beispiel, wenn ich jetzt dieser Situation kommen würde, ich könnte zum Beispiel keinen Jugenclub leiten oder irgendwelchen Hecken beschneiden. Wenn man mich dagegen in eine Bibliothek setzen würde, oder Fremdenführer engagieren würden oder in Archiv verfrachten würden, dann wäre mir und der Gemeinde geholfen.

  • 11. bloggnjus schrieb am 29th March 2006 um 17:19 :

    @Schoggo-TV: Ich bin selbstsständig und nicht krankenversichert, die Chancen das irgendjemand für mich im Alter aufkommt sind praktisch null.
    Ausserdem sowieso witzig, speziell Leute die im Bausektor arbeiten und auf die Krankenversicherung mal wirklich angewiesen werden, haben oft die meisten Problem “drin zu bleiben” da sie saisonal beschäftigt sind und regelmässig darauf hoffen dürfen, dass das Arbeitsamt nicht wieder die Zahlungen an die Kasse verschläft. Das Geld muss auch wohl irgendwo bei den Praxisärzten versichern, da die Krankenhausärzte immens niederige Gehälter haben, scheint mir das die einzige erklärung für die hohen gebühren zu sein.

  • 12. doerfler schrieb am 29th March 2006 um 17:47 :

    @bloggnjus: Glaub mir da versickert kein Geld bei den Praxisärzten.
    Den geht es zwar finanziell ein kleines bisschen besser, als ein Krankenhausarzt.
    Unsere Gelder versickern in der immensen Bürokratie und im Versicherungswesen. Warum muss es soviel Krankenkassen geben? Reichen da nicht 20 aus?
    Warum muss der Arzt für jeden Patienten den er hat, beinahe doppelt soviel Zeit mit Papierkram verbringen, als wie das Gespräch gedauert hat?
    Warum wissen die Ärzte nicht einmal mehr ob dieses oder jenes noch von der Krankenkasse bezahlt wird?
    Warum wird ein Hausarzt dafür bestraft, dass er seinen Patienten hilft?
    Warum muss sich ein Hausarzt bei Kasse verantworten, dass er viel zu viele Hausarztbesuche macht?
    Denn Praxisärzten und ihren Arzthelfern geht es genauso mies, wie den Krankenhauspersonal.
    Das gesamte System ist krank, aber wir doktern immer nur an den Symptomen herum, anstatt die Ursachen zu beseitigen.

  • 13. Künftig 5 Euro pro Arztb&hellip schrieb am 5th May 2006 um 09:05 :

    […] Nach der Erhöhung von 10 auf 20 Euro pro Quartal, sind nun miteinmal 5 Euro pro Arztbesuch im Gespräch. Dies berichtet heute die Welt. […]

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